Wehr.di - Erzieher erobern das Münchner Rathaus

Zwieschenspiel beim Glockenspiel: Während einer Kundgebung der streikenden Erzieherinnen und Erzieher auf dem Marienplatz gab es plötzlich lautstarken Jubel. Zwei Mitglieder der Gewerkschaft Verdi hatten mit einem Transparent das Rathaus erklommen.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Protest und Forderungen: Die Erzieherinnen streikten auf dem Marienplatz.
dpa Protest und Forderungen: Die Erzieherinnen streikten auf dem Marienplatz.

MÜNCHEN - Zwieschenspiel beim Glockenspiel: Während einer Kundgebung der streikenden Erzieherinnen und Erzieher auf dem Marienplatz gab es plötzlich lautstarken Jubel. Zwei Mitglieder der Gewerkschaft Verdi hatten mit einem Transparent das Rathaus erklommen.

"Wir wollen den Abschluss - JETZT" stand auf dem Plakat, dass die Mitarbeiter der Gewerkschaft über die Brüstung im obersten Stock des Rathauses hängten. Sehr zur Begeisterung der Streikenden und noch mehr zur Verwunderung der Touristen, die nur wegen des Glockenspiels gekommen waren.

Lautstark mit Trillerpfeifen protestierten wieder mehrere hundert Streikende gegen den kommunalen Arbeitgeberverband. Mit dabei: der bildungspolitische Sprecher der SPD im Landtag, Hans-Ulrich Pfaffmann, und CSU-Stadtrat Marian Offman. Auch 200 Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik schlossen sich der Kundgebung an. Ebenso die Initiative "Eltern für gute Kinderbetreuung".

Eine der Streikleiterinnen brachte den Grund des Streiks auf den Punkt. Birgit Hammer-Sommer: "Wir stehen hier nicht, um die Eltern zu quälen. Es geht um die Kinder. Sie leiden wie wir unter zu großen Gruppen, unter dem Lärm, unter dem ständigen personellen Notstand."

Streik bis zur Bundestagswahl?

Die Zusammenarbeit mit den Eltern sei sehr eng. "Doch durch diese Nähe werden wir für den Streik verantwortlich gemacht", müssten die Erzieherinnen den Kopf hinhalten. Hammer-Sommer: Würden die Eltern eine Dienstleisung wie zum Beispiel einen Flug buchen, der dann wegen eines Streiks der Flugbegleiter ausfiele, "dann gehen sie nicht auf die Stewardessen los, sondern setzten die Fluggesellschaft unter Druck. Unsere Fluggesellschaft heißt kommunaler Arbeitgeberverband!"

Sotte dieser den Sozial- und Erziehungsberufen in München nicht entgegen kommen, schlug Verdi-Landesleiter Josef Falbisoner einen dauerhaften Streik bis zur Bundestagswahl im Herbst vor. "Aber wir wollen eine baldige Lösung, aber eine, die der Leistung gerecht wird." Barbara Brießmann

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren