Wegen Hausmeisterkosten: Wut auf die Gewofag

Die Hausmeisterkosten seien kräftig gestiegen, beklagen Mieter der Gewofag. Die Bescheide erhielten sie ausgerechnet an Weihnachten
| Christina Hertel
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Renate Cullmann kämpft gegen ihren Vermieter, die städtische Wohnungsbaugesellschaft
Renate Cullmann kämpft gegen ihren Vermieter, die städtische Wohnungsbaugesellschaft © Sigi Müller

München - Am 24. Dezember bekam Renate Cullmann Post von ihrem Vermieter, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag. Doch statt einer Weihnachtskarte erhielt sie eine Rechnung über die Nachzahlung von  Betriebskosten - wie andere Mieter auch. In einem Fall muss die betreffende Mietpartei in der Wohnanlage in Harlaching  sogar knapp über 300 Euro nachzahlen.

Viele Mieter, die alle nicht zu den "betuchtesten" Münchnern gehören, wie Cullmann betont, sondern von kleinen Renten leben oder auf Sozialhilfe angewiesen sind, habe das in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. "Eine Mieterin beantragte Stundung, weil sie sonst ihr Konto überzogen hätte", sagt Cullmann bei einer Pressekonferenz, die die Linke an diesem Freitag organisiert hat.

Die Linke organsiert Pressekonferenz

"Von einem privaten Vermieter würde uns so etwas nicht wundern. Aber dass so etwas von einer städtischen Gesellschaft kommt, macht uns fassungslos", sagte Stefan Jagel, der Fraktionsvorsitzende der Stadtrats-Linken. In einem Antrag fordert er nun, dass Mieter, die in Wohnungen der städtischen Gesellschaften leben, Interessensvertretungen gründen dürfen. Denn er findet: "Wohnungspolitik darf nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden werden."

Von 2017 auf 2018, so schildert es Cullmann, hätten sich die Hausmeisterkosten um 70 Prozent verteuert. Deshalb legte sie gegen den Bescheid Widerspruch ein - so wie viele ihrer Nachbarn. Denn die Leistungen des Hausmeisters hätten sich gleichzeitig verschlechtert. "Manchmal schaut es aus wie Sau", meint die 72-Jährige.

Das sagt die Gewofag

Die Gewofag widerspricht. Durch ein neues Modell, das die Kosten nicht mehr individuell erfasst, seien diese reduziert worden. Gleichzeitig liege die Zufriedenheit unter den Mietern zwischen 80 und 90 Prozent.

Klarheit soll ein Schiedsverfahren bringen. Das sei weniger langwierig als eine Gerichtsverhandlung, schildert Cullmann. Ihr Ziel ist, dass die Anlagen wieder eigene Hausmeister bekommen und dass die Mieter nur das bezahlen, was dort wirklich an Arbeit anfällt.

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Mit ihrer Kritik ist Cullmann nicht alleine. Auch Gerda Nilius (81) aus Neuperlach und Wilhelm Kling  (76) aus Bogenhausen erheben Vorwürfe - zum Beispiel seien Wasserschäden nicht richtig repariert worden. Die Gewofag  weist diese Behauptung als haltlos zurück.

 CSU-Stadträtin Heike Kainz fordert endlich Bio-Tonnen für alle Wohnanlagen.

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