Interview

Wasserwacht-Chef Huber warnt: "Meiden Sie Unbekanntes!"

Es könnte voll werden an den Badestellen in Bayern. Was die Wasserwacht daher rät.
| Paul Nöllke
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Ein Mann springt vom Ufer des Lußsees ins Wasser. (Archivbild)
Ein Mann springt vom Ufer des Lußsees ins Wasser. (Archivbild) © Marc Müller/dpa

München - Die Wasserwacht bereitet sich - auch, weil viele wohl heuer auf einen Urlaub im Ausland verzichten - auf einen Ansturm von Urlaubern und Schwimmern an Bayerns Gewässern vor. Vorsitzender Thomas Huber erzählt in der AZ, wo man in München sicher schwimmen gehen kann.

AZ: Herr Huber, wo sollte ich diesen Sommer am besten schwimmen gehen - abseits vom Freibad?
THOMAS HUBER: In Badeseen, die von der Wasserwacht betreut werden. Da gibt es in Bayern ja viele, die sind eine gute Alternative zu Schwimmbädern. Nicht schwimmen gehen sollten Sie in Fließgewässern, gerade wenn Sie kein guter Schwimmer sind. Auch wenn die an der Oberfläche ruhig aussehen, man weiß nie, welche Gefahren sich darunter befinden.

"Absolute Lebensgefahr besteht am Kanal vor den Kraftwerken"

Also lieber an den Lußsee als in den Eisbach?
Unbedingt. Gerade in diesem Jahr bitten wir Menschen, auf das Baden in unbekannten Gewässern und auf gefährliche Wassersportarten zu verzichten.

Thomas Huber, CSU-Landtagsabgeordneter aus Ebersberg, ist Vorsitzender der Wasserwacht Bayern.
Thomas Huber, CSU-Landtagsabgeordneter aus Ebersberg, ist Vorsitzender der Wasserwacht Bayern. © BRK

Welche Badeorte sind in München besonders gefährlich?
Die Wasserwalze Marienklausenbrücke, gerade bei hohem Wasserstand. Dann herrscht Badeverbot. Genauso die Wasserwalze am Flaucher. Auch am Eisbach herrscht Badeverbot. Absolute Lebensgefahr besteht am Kanal vor den Kraftwerken.

"Bei Behandlungen an Land tragen die Helfer Maske"

Auch im letzten Jahr haben wir einen Corona-Sommer erlebt. Welche Herausforderungen gab es?
Die größte Herausforderung, die die Wasserwacht zu meistern hatte, war der Umgang mit der Pandemie.

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Wie haben Sie das gemacht?
Wir haben sofort Hygienepläne erarbeitet, unsere aktiven Retter werden regelmäßig getestet und erhalten nun auch im SEG-Dienst Impfangebote. Bei Behandlungen an Land tragen die Helfer Maske, aber im Wasser geht das natürlich nicht. Daher bitten wir die Menschen, sich nicht in riskante Situationen zu begeben! Zu ihrer eigenen und zur Sicherheit unserer Helfer.

Gab es für Sie mehr Einsätze?
Die sind in der Summe wohl konstant geblieben. Das liegt daran, dass viele Einsätze, wie kleine Hilfeleistungen wegfallen, weil die Leute das wegen Corona dann doch lieber selber machen. Wir hatten aber mehr Einsätze im Wasser. Weil die Leute nicht in den Urlaub fahren, gehen sie öfter in Seen und Flüssen schwimmen. Das erwarten wir auch in diesem Jahr.

"Rettung? Tun Sie dies nie ohne eine Schwimmhilfe"

Was sollte ich machen, wenn ich jemanden im Wasser sehe, der Probleme hat, an der Oberfläche zu bleiben, und die Wasserwacht gerade nicht da ist?
Am allerwichtigsten ist es, die 112 zu rufen. Man sollte sich nie selbst in Gefahr begeben, der Eigenschutz ist das Wichtigste. Halten Sie Sichtkontakt zu der Person im Wasser und leiten Sie die Retter an, wenn sie kommen. Falls Sie trotz allem eine Rettung unternehmen sollten, tun Sie das nie ohne eine Schwimmhilfe. Das kann notfalls auch ein Ast sein.

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