"Warum Hep für mich auch ein Vorbild ist": Münchens OB würdigt Hep Monatzeder persönlich
Wenn ich an Hep Monatzeder denke, fällt mir als Erstes seine besondere Art ein, auf Menschen zuzugehen. Genau das hat ihn zu einem außergewöhnlichen Bürgermeister gemacht. Als Hep 1996 Dritter Bürgermeister wurde, war das ein Amt, das wie für ihn gemacht war. Als gelernter Sozialpädagoge konnte er zuhören, vermitteln und sehr unterschiedliche Interessen zusammenbringen. Gleichzeitig hatte er große Freude daran, sich in neue Themen einzuarbeiten. Diese Neugier hat er sich bis heute bewahrt.
Wer Hep nur als freundlichen und verbindlichen Menschen erlebt, könnte allerdings unterschätzen, wie hartnäckig er sein kann. Wenn ihn ein Thema überzeugt, lässt er nicht locker. Das beste Beispiel ist die Renaturierung der Isar. Ein solches Projekt entsteht nicht durch einen einzigen Beschluss.
Die Renaturierung der Isar gehört zu Monatzeders großen Erfolgen
Es braucht jemanden, der über viele Jahre hinweg dranbleibt, Widerstände überwindet und verhindert, dass gute Ideen im politischen Klein-klein versanden. Dass die Isar heute wieder ein naturnaher Fluss und zugleich einer der beliebtesten Orte unserer Stadt ist, gehört zu den großen Erfolgen seiner Amtszeit.
Hep hat entscheidend dazu beigetragen, dass grüne Themen in der Mitte der Münchner Stadtgesellschaft angekommen sind. Klimaschutz, Radverkehr oder ökologische Stadtentwicklung waren damals noch längst nicht so selbstverständlich wie heute. Er vertrat sie klar und mit Überzeugung, aber nie belehrend. Durch seine offene Art war er weit über die eigene Partei hinaus anerkannt und beliebt.
Auch international hat Hep Spuren hinterlassen. Ob im Nord-Süd-Forum, bei Partnerschaften mit Kommunen in Peru oder bei der Hilfe nach dem Tsunami in Südostasien: Ihm ging es nie nur um symbolische Solidarität, sondern darum, konkrete Projekte umzusetzen.
Anekdote aus der Partnerstadt: Das Dilemma mit dem Elefantenfuß
Besonders verbunden ist er bis heute mit unserer Partnerstadt Harare in Simbabwe. Ich habe ihn dort selbst erlebt und gesehen, wie selbstverständlich er auf Menschen zugeht und wie schnell er Vertrauen schafft.
Noch immer engagiert er sich im Vorstand des Partnerschaftsvereins – und reist auch heute regelmäßig nach Harare.
Zu den kurioseren Erinnerungsstücken dieser Partnerschaft gehört ein Elefantenfuß, den er dort einmal geschenkt bekam. Was Hep als Grünen-Politiker freilich in ein moralisches Dilemma brachte. Einen Elefantenfuß annehmen und mit nach Deutschland zu nehmen, das kam eigentlich nicht in Frage, genauso wenig aber dieses besondere Geschenk der Gastgeber abzulehnen und sie damit zu brüskieren. Er entschied sich dafür, den Fuß im Hotelzimmer zu "vergessen". Der Plan ging aber schief.
Kurz bevor er ins Flugzeug gen München einsteigen wollte, kam ein Hotelmitarbeiter mit dem Elefantenfuß über die Rollbahn gelaufen und drückte Hep das Geschenk in die Hand.
Über 18 Jahre war Hep ein Garant für die rot-grüne Zusammenarbeit im Rathaus. Gemeinsam mit Christian Ude hat er München über viele Jahre verlässlich geführt. Aus der politischen Zusammenarbeit ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute besteht.
Hep heute: "Ich erlebe immer noch diese besondere Mischung"
Wenn ich Hep heute treffe, erlebe ich noch immer diese besondere Mischung: Er ist herzlich, genießt das Leben, kocht leidenschaftlich gerne und als Schlagzeuger liebt er die Musik. Sein Spitzname "Hep" stammt übrigens aus der Schulzeit.
Damals wurde aus dem fröhlichen "Happy" mit den Jahren einfach "Hep" – und irgendwie passt dieser Name bis heute zu seinem Blick auf die Menschen. Gerade jetzt, als Oberbürgermeister, beeindruckt mich dabei besonders seine Fähigkeit, auch über Parteigrenzen hinweg immer zuerst nach der besten Lösung für München zu suchen. Da ist er für mich Vorbild.
- Themen:
- Christian Ude
- Dominik Krause
- München



