"Voraussetzungen liegen vor": Eisbachsurfer legen sich mit Dieter Reiter an

Der Verein verweist darauf, dass ein technisch und juristisch tragfähiges Konzept vorliege. Warum rollt die Eisbachwelle also nicht schon längst wieder? Für den Surf Club München ist die Sache klar.
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Am 1. März gab es eine Demo an der Eisbachwelle: Auch Max vom Surf Club München war dabei, als die Community die Aufhebung des aktuellen Surfverbots und die Wiederherstellung der Surfwelle forderte.
Am 1. März gab es eine Demo an der Eisbachwelle: Auch Max vom Surf Club München war dabei, als die Community die Aufhebung des aktuellen Surfverbots und die Wiederherstellung der Surfwelle forderte. © imago images/Wolfgang Maria Weber

Still ruht die Eisbachwelle – und den Verantwortlichen des Surf Clubs München geht es mit ihrer Wiederbelebung nicht schnell genug. Oder anders ausgedrückt: Sie sind sicher, dass sie alles getan haben, damit die Welle wieder gesurft werden kann. Jetzt nutzt der Surf Club die Gelegenheit, das noch einmal klarzustellen, indem er Äußerungen von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zur Thematik kontert.

Der amtierende OB hatte im Radio-Gong-Duell mit seinem Stichwahl-Gegner Dominik Krause (Grüne) unter anderem zur Zukunft der Eisbachwelle Stellung bezogen. "Wir danken dem Oberbürgermeister für seine klaren Worte, dass die Surferinnen und Surfer aufgefordert sind, Lösungen zu entwickeln und dass bei Vorliegen einer funktionierenden Lösung eine Freigabe erfolgen kann", stellt der Verein in einer entsprechenden Mitteilung fest und fügt an: "Diese Voraussetzung ist aus unserer Sicht erfüllt." 

Surfer Club München: "Aus unserer Sicht ist die Welle innerhalb einer Woche wieder herstellbar" 

"Wenn ein Einbau gefunden wird, der dazu führt, dass die Welle dauerhaft funktioniert, wird sie wieder freigegeben", zitiert der Surf Club Dieter Reiter sinngemäß aus dem Interview. Die Eisbachwelle habe über Jahrzehnte zuverlässig funktioniert, betonen die Surfer. Darüber hinaus sei in den vergangenen Monaten unter realen Bedingungen – unter anderem durch den Einsatz einer Rampe – gezeigt worden, dass "eine stabile und surfbare Welle" kurzfristig wiederhergestellt werden könne.

Surfer kritisieren den "verwaltungsseitigen Abstimmungsprozess"

Der Verein verweist darauf, dass ein technisch und juristisch tragfähiges Konzept vorliege "und die entsprechenden Anträge eingereicht wurden". Auch die haftungsrechtlichen Fragestellungen seien lösbar und stünden einer Umsetzung nicht entgegen. Und ganz deutlich: "Die Voraussetzungen für eine Wiederherstellung liegen vor. Aus unserer Sicht ist die Welle innerhalb einer Woche wieder herstellbar." 

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Aus dem Radio-Gong-Interview zitiert der Surf Club Dieter Reiter mittels eines sinngemäßen Transkripts ein zweites Mal: "Also, wir arbeiten dran, aber ich hab es denen überlassen, die davon mehr verstehen wie ich, nämlich den Surferinnen und Surfern. Die sind gerade angehalten, alles auszuprobieren, damit wieder Welle steht dort. Und bis jetzt ist es nicht dauerhaft gelungen. Und wenn sie einen Einbau gefunden haben, der dazu führt, dass die Welle dauerhaft funktioniert, dann werden wir draufschauen. Dann brauche ich irgendjemand, der einen Stempel draufmacht, ob TÜV oder Bausachverständiger, meine Mitarbeiter. Und sobald es klar ist, wird die Welle wieder freigegeben. Ich hoffe, dass es im Sommer auf jeden Fall wieder surfbar ist."

Mitte Februar hatten Mitglieder des Surf Clubs München einen erfolgreichen Versuch zur Rettung der Eisbachwelle unternommen – im Bild Strömungsexperte Prof. Robert Meier-Staude.
Mitte Februar hatten Mitglieder des Surf Clubs München einen erfolgreichen Versuch zur Rettung der Eisbachwelle unternommen – im Bild Strömungsexperte Prof. Robert Meier-Staude. © imago images/Wolfgang Maria Weber

Die Surfer betonen ihrerseits, dass die aktuelle Verzögerung nicht technisch begründet sei. Ihrerseits lägen die Gründe "derzeit im verwaltungsseitigen Abstimmungsprozess, insbesondere im Bereich der zuständigen Fachreferate". Der SCM folgert: "Wenn eine funktionierende Lösung nicht umgesetzt wird, obwohl alle Voraussetzungen vorliegen, stellt sich zwangsläufig die Frage nach den Gründen." 

"Die Welle funktioniert – die Entscheidung steht noch aus"

Der Verein richtet den Fokus jetzt ausdrücklich auf die politische Ebene, auch vor dem Hintergrund der anstehenden OB-Stichwahl: "Die Eisbachwelle ist kein technisches Problem mehr, sondern eine Frage der Entscheidung. Wir erwarten daher sowohl vom amtierenden Oberbürgermeister Reiter als auch von Dominik Krause eine glasklare Position zur kurzfristigen Wiederherstellung." Denn: "Die Welle funktioniert – die Entscheidung steht noch aus."

Die erforderlichen technischen und rechtlichen Grundlagen seien bislang nicht durch die öffentliche Hand, sondern vollständig durch die Surf Community in München erarbeitet worden: "Dies erfolgte mit erheblichem ehrenamtlichem Einsatz sowie in Zusammenarbeit mit international renommierten Rechtsberatern und seit kurzem auch mit einem anerkannten Ingenieurbüro. Damit ist aus unserer Sicht die Grundlage geschaffen, auf deren Basis nun entschieden werden kann."

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