Vor Gericht: 156 Vergewaltigungen angeklagt

Einem Koch (42) wird jahrelange Gewalt gegen seine Lebensgefährtin und die gemeinsame Tochter vorgeworfen.
| John Schneider
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Der Angeklagte und seine Anwältin Birgit Schwerdt.
Der Angeklagte und seine Anwältin Birgit Schwerdt. © Daniel von Loeper

München - Eigentlich wollte er ja nichts zu den Vorwürfen sagen. Aber dann rutscht es ihm doch heraus. Ja, er habe Sex mit seiner Lebensgefährtin gehabt: "Aber nie mit Gewalt, immer einvernehmlich." Die Staatsanwaltschaft ist da ganz anderer Meinung. Sie wirft dem Koch (42) vor, seine Lebensgefährtin und Mutter seiner 13-jährigen Tochter in 156 Fällen in den Jahren zwischen 2010 und 2016 vergewaltigt zu haben.

Die Vergewaltigungen sind laut Anklage fast immer nach dem gleichen Muster in der Wohnung der 50-Jährigen im Glockenbachviertel passiert. Der 42-Jährige habe demnach Pornos geschaut und dabei den Ton per Kopfhörer empfangen. Der Mann soll seine Freundin dann regelmäßig zum Sex aufgefordert haben. Die Frau habe sich aber genauso regelmäßig geweigert und den Angeklagten immer wieder von sich weggeschubst.

Doch der körperlich überlegene Koch habe ihren Widerstand gebrochen und sie vergewaltigt. Im Jahre 2017 zählt die Anklage einen weiteren Fall auf, bei dem der Mann gewaltsam die Beine der 50-Jährigen auseinanderdrückte. Das Opfer habe dadurch Hämatome davon getragen.

Physische Gewalt und Drohungen

Doch die vielen Vergewaltigungen sind nicht der einzige Vorwurf: Der 42-Jährige habe auch ansonsten gegen seine Freundin und die gemeinsame Tochter physische Gewalt angewendet, heißt es in der Anklage. Im Jahre 2018 habe er einmal beide quer durch das Wohnzimmer geschleudert, dem Mädchen soll er in mindestens zehn Fällen mit der flachen Hand auf den Rücken geschlagen haben.

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Als die Gewalttätigkeiten bekanntwurden - nach der Trennung im Mai 2019 - sagte die Frau bei der Polizei aus. Daraufhin setzte der Koch die Frau unter Druck. Wenn sie beim Ermittlungsrichter nochmal gegen ihn aussagen würde, werde er sie umbringen, drohte er der Frau laut Anklage.

Die Ermittler glauben die Frau hat wahrheitsgemäß geantwortet

Noch am Tag vor der Aussage habe er ihr gesagt, sie solle sagen, dass sie bei der Polizei die Unwahrheit gesagt habe, weil sie unter Medikamenteneinfluss stand. Doch die Frau habe sich nicht einschüchtern lassen und dem Ermittlungsrichter wahrheitsgemäß geantwortet, glauben die Ermittler.

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Das Paar war nie verlobt oder verheiratet. Im Jahre 2015 soll sich der Koch mit einer anderen, jüngeren Frau in Indien verheiratet haben. Die Pläne, die Frau und das einjährige gemeinsame Kind nach Deutschland zu holen, seien durch den Prozess verhindert worden. Der Prozess wird fortgesetzt.

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