Vergewaltigung auf dem Gärtnerplatz: Der Prozess beginnt

Der 41-Jährige Angeklagte will volltrunken Stimmen gehört haben. Passanten helfen dem Opfer.
| John Schneider
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Gärtnerplatz: Tatort der Vergewaltigung im September 2019 war eine Parkbank. (Archivbild)
Gärtnerplatz: Tatort der Vergewaltigung im September 2019 war eine Parkbank. (Archivbild) © jot

München - Es ist ein schöner, sonniger Nachmittag am Gärtnerplatz. Theaterbesucher strömen an diesem 29. September 2019 auf den Platz. Sie haben Karten für La Bohème, genießen vor der Vorstellung die Atmosphäre vor dem Theater. Ein Student (21) sitzt auf einer Parkbank und lernt für die theoretische Führerscheinprüfung.

Gärtnerplatz: Mann vergewaltigt bewusstlose Frau

Da wird der 21-Jährige auf eine Szene auf einer benachbarten Parkbank aufmerksam. Eine reglose Frau liegt auf der Bank, ein Mann zieht ihr die Hose runter und beginnt sich an ihr zu befriedigen. Die vielen Leute um ihn herum scheinen den betrunkenen Mann genauso wenig zu stören wie die offensichtliche Bewusstlosigkeit seines Opfers.

Als er von Zeugen angebrüllt wird, schreit er zurück "meine Frau, meine Frau". Und vergewaltigt die 51-Jährige auf der Parkbank. Die Polizei ist alarmiert, fünf Minuten später ist eine Streife da und nimmt den Vergewaltiger fest.

Angeklagte gibt vor dem Landgericht Vorwürfe zu

Jetzt sitzt Robert K. (41, Name geändert) auf der Anklagebank des Landgerichts. Er gibt die Vorwürfe zu. Es tue ihm leid und er schäme sich, erklärt seine Verteidigerin Ruth Beer.

Leugnen wäre auch sinnlos. Selten wurde eine Straftat so gut dokumentiert wie diese. Zeugen machten Fotos von dem Geschehen. Auch ein Video von dem Vorfall existiert.

Täter ist alkoholkrank und schizophren

Ihr Mandant ist nicht nur alkoholkrank, sagt die Anwältin, sondern er leidet auch unter paranoider Schizophrenie. Der 41-Jährige habe bei der Tat Stimmen gehört, die ihm gesagt haben sollen, dass die 51-Jährige seine Frau sei.

Beide waren zum Zeitpunkt der Tat obdachlos, man kannte sich bereits ein Jahr, war aber kein Paar und hatte zuvor auch keinen Geschlechtsverkehr, wie die Frau gegenüber der Polizei angab.

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An jenem Septembertag hatten beide Wodka getrunken. Viel Wodka. Ein Test ergab nach der Tat 3,13 Promille bei ihm und 2,61 Promille bei dem Opfer.

Staatsanwaltschaft beantragt Unterbringung in Psychiatrie

Im Mai 2019 hatte Robert K. zudem seine Medikamente eigenmächtig abgesetzt, im Juni verlor der gelernte Schlosser seinen Job als Bauarbeiter, ab da sei es für ihn rapide abwärts gegangen. Der absolute Tiefpunkt war dann mit der Vergewaltigung erreicht.

Die Staatsanwaltschaft beantragt, ihn dauerhaft in der Psychiatrie unterzubringen. Aufgrund seiner Krankheit seien auch in Zukunft rechtswidrige Taten zu erwarten. Er sei für die Allgemeinheit gefährlich. Der Prozess wird fortgesetzt.

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