Kommentar

OB-Wahl in München: Ist ein grüner Rathaus-Chef wirklich so schlimm?

Nach dem politischen Beben der OB-Wahl in München rückt ein grüner Rathauschef plötzlich in greifbare Nähe. Was hieße das für die Stadt – und könnte ein pragmatisches grün-schwarzes Bündnis nach baden-württembergischem Vorbild zur überraschend vernünftigen Lösung werden?
Thomas Müller
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6  Kommentare
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Hat wohl gute Chancen in der Münchner OB-Stichwahl in etwa zwei Wochen: Kandidat Dominik Krause (Grüne).
Hat wohl gute Chancen in der Münchner OB-Stichwahl in etwa zwei Wochen: Kandidat Dominik Krause (Grüne). © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Das einmalige tektonische Beben bei einer OB-Wahl am Sonntag hat – wie so oft auch schon in anderen Fällen – gezeigt: Eine politische Krise oder ein politischer Skandal ist das Eine, der Umgang damit das Andere – und meist der sehr viel entscheidendere Aspekt.

Die Wahl zwischen Pest und Cholera für CSU-Wähler?

Was daraus folgt für die OB-Stichwahl? Dass es inzwischen gar nicht mehr so unwahrscheinlich ist, dass am Ende erstmals ein Grüner Münchens neuer Oberbürgermeister sein wird.

Die Grünen werden ihr volles, auch noch ihr allerletztes Potenzial in München mobilisieren können. Die SPD maximal ihr (von Reiter nicht enttäuschtes) Rest-Potenzial. Die CSU-Wähler, bei der Wahl zwischen Pest und Cholera, werden keinen von beiden wählen, der Stichwahl fernbleiben. Klar, bis auf die, die Angst vor dem grünen Mann haben und dann doch Reiter, das für sie kleinere Übel, wählen.

Ein Blick ins Ländle zeigt: So kann es gehen

Wobei, wär’s tatsächlich so arg schlimm, gefährlich, untragbar, ein grüner OB in München? Ein Blick ins Ländle zeigt, wie es auch gehen kann: „Ich bin grün, aber halt anders grün“ – Özdemir (wie vor ihm schon Kretschmann) haben vorgemacht, wie man die Menschen mitnimmt. Und wie erstaunlich harmonisch-erquickend grün-schwarz sein kann.

Eine Blaupause für Grün-Schwarz in München?

Nicht jedes Auto ist böse – und auch nicht jeder Radlweg

Sollte bei beiden die Erkenntnis reifen, dass eine pragmatische Kommunalpolitik ohne ideologische Scheuklappen sehr viel bessere Ergebnisse zeitigt, wäre viel möglich. Nicht jedes Auto ist böse und nicht jeder Radlweg des Teufels. So in der Art.

Grün-Schwarz hat im Stadtrat (inklusive grün-nahe Partner) eine satte Mehrheit – und damit alle Möglichkeiten, ohne auf bisweilen dilettantisch-sektiererische Splittergruppen angewiesen zu sein. Vielleicht heißt des Rätsels Lösung ja einfach bloß mehr Ländle, Pardon – mehr Städtle wagen.

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  • JerryH vor 10 Minuten / Bewertung:

    Die Stadtpolitik wird sich nicht verbessern.

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  • Da Ding vor einer Stunde / Bewertung:

    Baden-Württemberg ist diesen pragmatischen Schritt gegangen. Eine Söder-CSU ist leider noch nicht so weit.

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  • Ostbayer vor einer Stunde / Bewertung:

    Das ist meine Vorstellung von Kommunalpolitik. Leider wird es in München besonders von den Grünen anderns gesehen. Da zählt zuerst das Parteidogma und dann erst was gut für die Stadt wäre.

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