Verurteilter Mörder wollte für die AfD in den Münchner Stadtrat
Ein verurteilter Mörder wollte für die AfD in den Stadtrat. Doch weil er noch unter Bewährung steht, darf er nicht kandieren. Das Wahlamt des KVR hatte ihn deshalb von der Liste gestrichen.
Mehrere Medien haben darüber berichtet. Der OB-Kandidat der AfD, Stadtrat Markus Walbrunn, bestätigte gegenüber der AZ den Vorgang. Er habe erst durch eine Medien-Anfrage von dem Sachverhalt erfahren, schreibt er.
Laut "SZ"" sah es das Landgerichts Regensburg als erwiesen an, dass der damals 21 Jahre alte Mann Anfang 2004 einen Mord begangen hatte. Er habe seine damals mehr als 85 Jahre alte Nachbarin erdrosselt. Im März 2021 sei er aus dem Gefängnis entlassen worden – auf Bewährung.
Er sollte ein "Listen-Füller" sein
Der Mann ist laut Walbrunn im Februar 2025 in die Partei eingetreten. Seitdem habe sich sein Engagement auf vereinzelte Besuche bei Veranstaltungen beschränkt. "Den Eindruck eines Gewalttäters vermittelte er zu keinem Zeitpunkt", schreibt Walbrunn.
Der Mann habe sich als „Listenfüller“ um einen hinteren Platz beworben. Er sei auf Platz 49 von 50 gewählt worden.
Es ist gesetzlich geregelt, dass jeder, der wegen eines Verbrechens zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt wird, für fünf Jahre die Fähigkeit verliert, öffentliche Ämter zu bekleiden und Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen. Die Frist beginnt erst nach Ende der Bewährung. Der Mann ist laut Walbrunn aus der AfD ausgetreten.

