"Verschwendete" Flächen: Grüne Ideen für neue Münchner Wohnviertel

Die Rathaus-Ökopartei hat "verschwendete" Flächen für neue Häuser überplanen lassen.
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Auf dem grün eingezeichneten Areal im Euro-Industriepark stehen nur Parkplätze. Möglich wären Wohnungen, eine Schule, Gewerbe und ein Parkhaus.
Google, Bayernatlas, Grassinger Emrich Delaossa Auf dem grün eingezeichneten Areal im Euro-Industriepark stehen nur Parkplätze. Möglich wären Wohnungen, eine Schule, Gewerbe und ein Parkhaus.

München - Tausende Neubauwohnungen braucht die Stadt gegen die Wohnungsnot, hat aber kaum noch freie Flächen. Da sind Ideen gefragt. Vor zwei Jahren hat OB Dieter Reiter (SPD) "Stelzenhäuser" über Parkplätzen ins Gespräch gebracht und angeregt, auch auf flache Supermärkte Wohnungen draufzusatteln.

Nun legen die Rathaus-Grünen ein dreiteiliges Ideenpaket vor. Und zeigen, wie sich aus "verschwendeten" Gewerbe- und Verkehrsflächen in Freimann und Neuperlach grüne Wohnviertel machen ließen.

Euro-Industriepark in Freimann


Auf dem grün eingezeichneten Areal im Euro-Industriepark stehen nur Parkplätze. Möglich wären Wohnungen, eine Schule, Gewerbe und ein Parkhaus.

Eins der größten Gewerbegebiete Münchens (mit vielen Handelsketten und Abholgroßmärkten) liegt seit 1968 nördlich des Frankfurter Rings in Freimann/Milbertshofen: der "Euro-Industriepark". Auf einer acht Hektar großen Teilfläche nehmen die ebenerdigen Parkplätze mit 4,2 Hektar mehr als die Hälfte des Areals ein. Mit ein bisschen Umplanung, so die Grünen, für die die Architekturbüros Grassinger Emrich und Delaossa Planungsskizzen angefertigt haben, könnten hier Wohnungen für 2.500 Menschen entstehen plus Schule, ein Parkhaus und ein Gewerbezentrum.

Würde man "stapeln", so erklärt es die Grünen-Fraktionschefin Katrin Habenschaden, würde mehr Platz für die bisherige Parkplatz- und Gewerbenutzung entstehen. Wenn außerdem durch neue Mobilitätskonzepte nicht mehr jeder hier ein Auto brauche, könne man obendrein viele Stellplätze einsparen. Da bliebe neben den neuen Wohnungen und der Schule sogar noch Platz für einen Hektar schöner Grün- und Gartenfläche.

Siemens Parkplatz in Neuperlach


1.200 Münchner könnten in neue Wohnungen einziehen, wenn man auf diesem Siemens-Parkplatz die Stellplätze unter die Erde verlegen würde.

4,6 Hektar, also ungefähr fünf Fußballfelder groß, ist der Siemens Parkplatz Nord am Otto-Hahn-Ring in Neuperlach – und fast vollständig versiegelt, ohne Grün. Dorthin fahren die S 7, die U 5 und diverse Busse, mit dem ÖPNV ist das Areal also bestens erreichbar. Viel zu schade für eine reine Parkplatznutzung, finden die Rathaus-Grünen.

Würde man die Parkerei mit rund 1.100 Stellplätzen unter die Erde verlegen, dann könnte auf diesem Fleckerl ein Wohngebiet für rund 1.200 Münchner entstehen – so haben es die Architekturbüros Grassinger Emrich und Delaossa in der Abbildung oben aufgezeichnet. Platz für Gewerbe mit 600 Arbeitsplätzen würde man außerdem gewinnen. Und jede Menge Grün zwischen den Wohnungen. Freilich wären auch hier Carsharing-Konzepte möglich. Dann könnte die Tiefgarage auch entsprechend kleiner ausfallen.

Ständlerstraße in Neuperlach


Die Ständlerstraße zerschneidet zehn Hektar Grün – hier wäre Platz für 1.600 Wohnungen.

Zwei breite Straßen durchschneiden in Neuperlach ein knapp zehn Fußballfelder großes Stück München: die Ständlerstraße und die Heinrich-Wieland-Straße (Kreuzung Ständlerstraße). Ihr Umfeld, ein Relikt aus den 1960er Jahren, als noch für eine "autogerechte Stadt" geplant wurde, gehört zum Großteil der Stadt. Planungen, sagen die Rathaus-Grünen, "wären hier also sofort möglich".

Würde man dieses Areal samt Straßenschneise zu drei Vierteln be- und überbauen, könnten 1.600 Wohnungen für 4.600 Münchner und neue Erholungsflächen entstehen, sagt Grünen-Stadtrat Herbert Danner. Mit einigen Radlwegen und zwei U-Bahn-Stationen wären die Wohnungen auch gut erreichbar. Auch positiv fürs Viertel: "Ohne die Straßenschneise ergeben sich ganz neue räumliche Bezüge".

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