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Verschärfte Corona-Regeln wegen Omikron: Das gilt in München und Bayern

Bund und Länder haben die Corona-Regeln wieder verschärft. Die AZ hat die aktuellen Maßnahmen zusammengefasst.
| Michael Schleicher Lukas Schauer Christina Schärfl
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). © Sven Hoppe/dpa

München - Die Corona-Regeln in ganz Deutschland sind wegen der Omikron-Variante nochmals verschärft worden, die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hat weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie beschlossen, um die fünfte Welle und die Gefahr durch Omikron so lange wie möglich abzuschwächen. Bayern geht aber teilweise einen Sonderweg. 

Am 11. Januar wurde die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (15. BayIfSMV) vom 23. November 2021 erneut um vier Wochen bis zum 9. Februar verlängert.

Im Freistaat herrschten bereits seit einiger Zeit strengere Regeln, weitere Verschärfungen folgten dann am 28. Dezember 2021. Die Corona-Regeln in München und im Freistaat im Überblick:

2G, 2G+, 3G und 3G+

In Bayern gilt flächendeckend die 2G- oder sogar 2G+-Regelung: Wer nicht vollständig gegen Corona geimpft oder von der Krankheit genesen ist, erhält kaum noch Zutritt zu Veranstaltungen und Einrichtungen.

Die 2G-Regel gilt unter anderem für Gastronomie (innen und außen) und Beherbergungsbetriebe, körpernahe Dienstleistungen (z.B. Friseur) sowie für Hoch-, Musik- und Fahrschulen. 2G+ gilt in Indoor-Freizeiteinrichtungen sowie bei Kulturveranstaltungen. Eine Lockerung, die seit dem 14. Dezember gilt: Als Geboosteter muss man sich nicht mehr zusätzlich testen lassen. Zunächst galt dies ab dem 15. Tag nach der Auffrischungs-Impfung, ab dem 13. Januar gilt dies sofort nach der Booster-Impfung. 

Zudem gilt 2G+ nur noch dort , wo sich hauptsächlich in Innenräumen aufgehalten wird. Für den Besuch von Zoos und Freizeitparks sowie von öffentlichen und privaten Veranstaltungen unter freiem Himmel fallen die ergänzenden Tests weg, es gilt also wieder 2G. Die Lockerungen gelten für den Besuch von Sportstätten unter freiem Himmel zur eigenen sportlichen Betätigung (für Zuschauer von Sportveranstaltungen gilt weiterhin 2G+), für öffentliche und private Veranstaltungen mit Ausnahme von Sport- und Kulturveranstaltungen.

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Auch im Handel gilt seit dem 8. Dezember 2021 die 2G-Regel, inklusive Personenbegrenzung pro Quadratmeter. Ausgenommen von der 2G-Regel im Handel sind Geschäfte des "täglichen Bedarfs", also beispielsweise Supermärkte, Drogerien und Apotheken.

Geschäfte des täglichen Bedarfs: Hier gilt kein 2G

Ab 8. Dezember gilt in Bayern, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Geschäften haben, die nicht der Deckung des täglichen Bedarfs gelten. Ausnahmen bestehen laut Kabinett - in Anlehnung an die "Bundesnotbremse" - für:

  • Bekleidungsgeschäfte
  • den Lebensmittelhandel einschließlich der Direktvermarktung
  • Getränkemärkte
  • Reformhäuser
  • Babyfachmärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Optiker
  • Hörakustiker
  • Tankstellen
  • Stellen des Zeitungsverkaufs
  • Buchhandlungen
  • Blumenfachgeschäfte
  • Tierbedarfsmärkte
  • Futtermittelmärkte
  • Bau- und Gartenmärkte (auch der Weihnachtsbaumverkauf)
  • den Großhandel

Am Arbeitsplatz gilt weiterhin 3G. Ungeimpfte müssen jedoch mehrmals pro Woche einen Corona-Test machen.

2G, 2G+, 3G, 3G+: Was bedeuten die Corona-Regeln?

  • 2G: Geimpft oder genesen. Getestete Personen erhalten keinen Zutritt. Als Nachweis muss ein gültiges Impf- bzw. Genesenenzertifikat vorgelegt werden.
  • 2G+: Geimpft oder genesen. Zusätzlich muss ein negativer Corona-Test vorgezeigt werden.
  • 3G: Geimpft, genesen oder getestet. PCR-Test darf maximal 48 Stunden alt sein, Schnelltest darf maximal 24 Stunden alt sein. Als sonstiger Nachweis muss ein gültiges Impf- bzw. Genesenenzertifikat vorgelegt werden.
  • 3G+: Geimpft, genesen oder getestet. Nur PCR-Test erlaubt (maximal 48 Stunden alt), ein Schnelltest ist nicht zulässig. Als sonstiger Nachweis muss ein gültiges Impf- bzw. Genesenenzertifikat vorgelegt werden.

FFP2-Maskenpflicht 

In Bayern gilt die FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen – auch in Bereichen, wo die 2G- und 2G+-Regel greifen. Ausnahmen: Der eigene Platz in der Gastronomie. Auch im ÖPNV und Fernverkehr muss weiterhin eine Maske getragen werden. Unter freiem Himmel entfällt die Maskenpflicht grundsätzlich, Ausnahme sind hier größere Veranstaltungen.

Kontaktbeschränkungen

Bund und Länder haben sich auf strenge Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene geeinigt. Seit dem 28. Dezember 2021 dürfen sich nur noch maximal zehn Personen treffen. 

Weiter gilt: Sobald es bei einem Treffen im privaten oder öffentlichen Raum mindestens eine ungeimpfte Person gibt, darf sich ein Haushalt mit maximal zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen. Kinder unter 14 Jahren sind von der Regelung ausgenommen. Auch in Bayern gilt diese Regel mittlerweile.

Schulen und Kitas bleiben geöffnet

Bayerns Schüler und Schülerinnen werden nicht mehr in den Wechselunterricht geschickt, geöffnete Schulen haben weiterhin höchste Priorität. Die Maskenpflicht am Platz wird auf unbestimmte Zeit verlängert. Sobald es Infektionen in einer Klasse gibt, sollen alle Schüler jeden Tag getestet werden.

Auch Kitas sollen weiterhin geöffnet bleiben, in den meisten Fällen werden feste Gruppen eingerichtet. In den Kitas sollen drei Mal pro Woche getestet werden. Die Staatsregierung berät aktuell über eine Testpflicht für Kita-Kinder.

Neu seit dem 10. Januar: Kinder müssen nun mindestens dreimal die Woche einen negativen Corona-Test vorweisen. Das gilt für alle ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.

Kapazitätsbeschränkungen: Zuschauerverbot bei überregionalen Veranstaltungen

Das bislang für große überregionale Sportveranstaltungen (z.B. Fußballspiele) geltende Zuschauerverbot gilt mittlerweile auch für große überregionale Kulturveranstaltungen und vergleichbare Veranstaltungen.

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Nachtleben: Clubs und Diskotheken sind geschlossen

Clubs und Diskotheken durften in Bayern seit dem 1. Oktober wieder öffnen – doch im November mussten sie wieder ausnahmslos schließen! Das Nachtleben wurde in Bayern komplett heruntergefahren, das betrifft neben Clubs und Diskotheken auch reine Schankwirtschaften, also Bars

Auch hier war Bayern zunächst strenger als der Bund, doch seit dem 28. Dezember dürfen keine Bars und Clubs in Deutschland mehr öffnen. Auch Tanzveranstaltungen jeglicher Art sind untersagt.

Alkoholverbot in der Münchner Innenstadt

Seit 8. Dezember gilt in weiten Teilen der Münchner Innenstadt wieder ein Alkoholverbot. In der Fußgängerzone sowie auf dem Viktualienmarkt darf täglich von 11 bis 23 Uhr kein Alkohol konsumiert werden. 

Gastronomie und Handel

Die coronabedingte Sperrstunde in der Gastronomie wurde wieder eingeführt – künftig ist bereits um 22 Uhr Schluss!

Die 2G-Regelung gilt auch für die Außengastronomie. Kommunen können laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in eigenem Ermessen Alkoholverbote für publikumsträchtige Plätze einführen.

Bei der 2G+-Regel in der Gastro, bei der nur noch Geimpfte und Genesene mit aktuellem negativen Test oder Geboosterte Zutritt haben, macht der Freistaat nicht mit. Bayern geht einen Sonderweg, es bleibt (vorerst) bei der 2G-Regel.

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Im Handel gibt es wieder Besucherbeschränkungen nach Quadratmetern: Im Normalfall sind zehn Quadratmeter pro Kunde vorgesehen, in Corona-Hotspots (7-Tage-Inzidenz über 1.000) sind es 20 Quadratmeter.

Lockdown in Corona-Hotspots

Die Staatsregierung hat die Hotspot-Regelung in Bayern vorerst ausgesetzt, bei der nächsten Ministerratssitzung kommende Woche soll die Maßnahme angepasst werden. Grund dafür ist, dass die Regelung bislang auf die weniger ansteckende Delta-Variante ausgerichtet war. Mit Omikron steigen nun auch die Inzidenz-Zahlen an.

Bislang galt: Landkreise oder kreisfreie Städte, in denen die 7-Tage-Inzidenz bei über 1.000 liegt, gelten als Corona-Hotspot. Hier wird das öffentliche Leben größtenteils komplett heruntergefahren – unter anderem haben dann Gastronomie, Hotels, körpernahe Dienstleistungen sowie Sport- und Kulturstätten geschlossen. Sämtliche Veranstaltungen werden untersagt. Schulen und Kitas bleiben jedoch weiterhin geöffnet, ebenso wie der Handel.

Hospitalisierungsrate

Mittlerweile wurden neue Schwellenwerte im Kampf gegen die vierte Corona-Welle festgelegt. Demnach gibt es drei Stufen mit jeweils weitergehenden Beschränkungen.

Orientierungsgröße ist demnach die für das jeweilige Bundesland ausgewiesene Hospitalisierungsrate. Dafür erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Krankenhausaufnahmen von Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in einem Sieben-Tage-Zeitraum. Ein Überblick über die Maßnahmen beim Überschreiten eines Schwellenwerts:

Hospitalisierungsrate: Schwellenwerte und Maßnahmen

  • Schwellenwert 3 überschritten: Flächendeckende 2G-Regelung (Zugang nur für Geimpfte und Genesene) etwa zu Veranstaltungen und der Gastronomie – sofern nicht schon geschehen.
  • Schwellenwert 6 überschritten: Zusätzlich 2G+-Regelung (Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem negativen Test) in bestimmten Einrichtungen sowie weitere Maßnahmen.
  • Schwellenwert 9 überschritten: Länder sollen von weitergehenden Beschränkungen Gebrauch machen. Unter anderem Kontaktbeschränkungen sowie Einschränkungen und Verbote von Veranstaltungen.

Hospitalisierungsrate in Bayern: 2,3 (Stand: 10. Januar).

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