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Verschärfte Corona-Regeln: Das gilt nun in München und Bayern

Die Staatsregierung hat die Corona-Regeln in Bayern nochmals massiv verschärft. Die AZ hat die ab sofort geltenden Maßnahmen zusammengefasst.
| Michael Schleicher Lukas Schauer Christina Schärfl
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. © Sven Hoppe/dpa

München - Die Corona-Regeln in ganz Deutschland wurden nochmals verschärft, die Ministerpräsidentenkonferenz hat vor einer Woche neue Schwellenwerte im Kampf gegen die vierte Corona-Welle festgelegt. Demnach gibt es drei Stufen mit jeweils weitergehenden Beschränkungen.

Orientierungsgröße soll dem Beschluss zufolge die für das jeweilige Bundesland ausgewiesene Hospitalisierungsrate sein. Dafür erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Krankenhausaufnahmen von Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in einem Sieben-Tage-Zeitraum. Ein Überblick über die Maßnahmen beim Überschreiten eines Schwellenwerts:

Hospitalisierungsrate: Schwellenwerte und Maßnahmen

  • Schwellenwert 3 überschritten: Flächendeckende 2G-Regelung (Zugang nur für Geimpfte und Genesene) etwa zu Veranstaltungen und der Gastronomie – sofern nicht schon geschehen.
  • Schwellenwert 6 überschritten: Zusätzlich 2G+-Regelung (Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem negativen Test) in bestimmten Einrichtungen sowie weitere Maßnahmen.
  • Schwellenwert 9 überschritten: Länder sollen von weitergehenden Beschränkungen Gebrauch machen. Unter anderem Kontaktbeschränkungen sowie Einschränkungen und Verbote von Veranstaltungen.

Die Hospitalisierungsinzidenz in Bayern liegt aktuell bei 9,6 (Stand: 23. November). Die Staatsregierung hat am 19. November eine massive Verschärfung der Corona-Regeln im Freistaat angekündigt. Am 23. November tagt das Kabinett, anschließend folgt die Landtagsdebatte, ab dem 24. November sollen die Regeln dann gültig sein – vorerst bis zum 15. Dezember.

Verschärfte Maßnahmen beschlossen: Die Corona-Regeln (ab 24. November) in Bayern im Überblick:

2G, 2G+, 3G und 3G+

In Bayern gilt flächendeckend die 2G- oder sogar 2G+-Regelung: Söder sprach von einem "de facto Lockdown für Ungeimpfte". Wer nicht vollständig gegen Corona geimpft oder Genesen ist, erhält kaum noch Zutritt zu Veranstaltungen und Einrichtungen.

Die 2G-Regel gilt unter anderem für Gastronomie und Beherbergungsbetriebe, körpernahe Dienstleistungen (z.B. Friseur) sowie für Hoch-, Musik- und Fahrschulen. 2G+ gilt unter anderem in Sportstätten (auch Fußballstadien) und Freizeiteinrichtungen sowie bei Kulturveranstaltungen.

Ausnahmen gibt es nur noch wenige: 3G gilt weiterhin im Handel (mit Personenbegrenzung pro Quadratmeter) sowie am Arbeitsplatz, wo Ungeimpfte mehrmals pro Woche einen Corona-Test machen müssen.

2G, 2G+, 3G, 3G+: Was bedeuten die Corona-Regeln?

  • 2G: Geimpft oder genesen. Getestete Personen erhalten keinen Zutritt. Als Nachweis muss ein gültiges Impf- bzw. Genesenenzertifikat vorgelegt werden.
  • 2G+: Geimpft oder genesen. Zusätzlich muss ein negativer Corona-Test vorgezeigt werden.
  • 3G: Geimpft, genesen oder getestet. PCR-Test darf maximal 48 Stunden alt sein, Schnelltest darf maximal 24 Stunden alt sein. Als sonstiger Nachweis muss ein gültiges Impf- bzw. Genesenenzertifikat vorgelegt werden.
  • 3G+: Geimpft, genesen oder getestet. Nur PCR-Test erlaubt (maximal 48 Stunden alt), ein Schnelltest ist nicht zulässig. Als sonstiger Nachweis muss ein gültiges Impf- bzw. Genesenenzertifikat vorgelegt werden.

FFP2-Maskenpflicht 

In Bayern gilt die FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen – auch in Bereichen, wo die 2G- und 2G+-Regel greifen. Ausnahmen: Der eigene Platz in der Gastronomie sowie bei festen Sitz- oder Stehplätzen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Auch im ÖPNV und Fernverkehr muss weiterhin eine Maske getragen werden. Unter freiem Himmel entfällt die Maskenpflicht grundsätzlich, Ausnahme sind hier größere Veranstaltungen.

Schulen und Kitas bleiben geöffnet

Bayerns Schüler und Schülerinnen werden nicht mehr in den Wechselunterricht geschickt, geöffnete Schulen haben weiterhin höchste Priorität. Die Maskenpflicht am Platz wird auf unbestimmte Zeit verlängert. Sobald es Infektionen in einer Klasse gibt, sollen alle Schüler jeden Tag getestet werden.

Auch Kitas sollen weiterhin geöffnet bleiben, in den meisten Fällen werden feste Gruppen eingerichtet. In den Kitas sollen drei Mal pro Woche getestet werden.

Kapazitätsbeschränkungen bei Veranstaltungen

In Bayern gibt es Kapazitätsbeschränkungen bei Veranstaltungen – vor allem im Sport- und Kulturbereich. Erlaubt ist dann nur noch eine Auslastung von maximal 25 Prozent, zudem gilt dort die 2G+-Regel. Die verschärften Maßnahmen betreffen unter anderem Opern, Theater, Stadien und Konzerte.

Sämtliche Weihnachts- und Christkindlmärkte in Bayern wurden abgesagt.

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Gastronomie und Handel

Die coronabedingte Sperrstunde in der Gastronomie wird wieder eingeführt – künftig ist bereits um 22 Uhr Schluss!

Im Handel gibt es wieder Besucherbeschränkungen nach Quadratmetern: Im Normalfall sind zehn Quadratmeter pro Kunde vorgesehen, in Corona-Hotspots (7-Tage-Inzidenz über 1.000) sind es 20 Quadratmeter.

Lockdown in Corona-Hotspots

Landkreise oder kreisfreie Städte, in denen die 7-Tage-Inzidenz bei über 1.000 liegt, gelten als Corona-Hotspot. Hier wird das öffentliche Leben größtenteils komplett heruntergefahren – unter anderem haben dann Gastronomie, Hotels, körpernahe Dienstleistungen sowie Sport- und Kulturstätten geschlossen. Sämtliche Veranstaltungen werden untersagt. Schulen und Kitas bleiben jedoch weiterhin geöffnet, ebenso wie der Handel.

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