XXL-Wohnprojekt in Geretsried sorgt für Ärger

Das Landratsamt hat die Baugenehmigung für 770 Wohnungen erteilt. Doch es regt sich Widerstand gegen das "Leuchtturmprojekt". Klagen sind bereits angekündigt worden.
| Klaus Wiendl
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So soll das Projekt in Geretsried einmal aussehen - und dabei Platz für alle Generationen bieten, heißt es.
Krämmel Unternehmensgruppe So soll das Projekt in Geretsried einmal aussehen - und dabei Platz für alle Generationen bieten, heißt es.

Geretsried - Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hat grünes Licht für das "Geretsrieder Modell" gegeben, das die Entwicklung eines ganzen Stadtteils bewirkt.

Auf dem 4,7 Hektar großen Areal an der Banaterstraße, dem Gelände der früheren Spielzeugfabrik Lorenz, sollen 770 "moderne Wohneinheiten" in 21 Mehrfamilienhäusern entstehen - samt Kindertagesstätte, dezentraler Energieversorgung, Mobilitätsstation und Boardinghouse.

Das Großprojekt der Wolfratshauser Baufirma Krämmel soll in mehreren Bauabschnitten realisiert werden.

Geschäftsführer Korbinian Krämmel zeigt sich erfreut, "dass nun endlich Wohnraum geschaffen werden kann, denn die Wohnungsnot in Geretsried mit 25 000 Einwohnern ist hochbrisant."

Für Landrat Josef Niedermaier (FW) ist "von hoher Bedeutung, dass dringend benötigter Wohnraum vor allem zu erschwinglichen Preisen geschaffen wird".

Der Wohnkomplex ist von Gewerbegebieten umgeben

Insgesamt sollen 310 Eigentumswohnungen, 230 Sozialwohnungen und weitere 230 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen. Die Finanzierung gilt als wegweisend, weil hier erstmals in dieser Größe privat finanzierte und öffentlich finanzierte Wohnungen gemeinsam geplant und gebaut würden.

Es soll ein "vielseitiges Quartier werden, passend für jede Lebenssituation, mit einem gesunden Generationenmix", so Projektentwickler Krämmel.

Wenn man sich auch im Rathaus über die Baugenehmigung freut, so ist das Projekt nicht unumstritten. Klagen aus der Nachbarschaft sind möglich. So kritisieren drei Geretsrieder Familien, dass sie angesichts der Größe des Wohnareals "nicht leben wollen wie in München".

Größter Kritiker des Vorhabens ist ein benachbarter Industriebetrieb. Er moniert die "gravierende Lärmeinwirkung" auf das neue Wohngebiet, das inmitten von Gewerbegebieten liege. Schallschutzgutachter versicherten dagegen, dass man den Lärm durch entsprechende Bebauung nach außen abschirme und an den Außenseiten der Gebäude "keine schutzbedürftigen Räume liegen dürften".

Es soll "für viele  Familien Wohnraum entstehen"

Auch das Landratsamt hält "etwaige Klagen" für nicht ausgeschlossen. Ob diesen aber stattgegeben werde, hänge von der "Rechtmäßigkeit des noch zu beschließenden Bebauungsplans ab".

Investor Krämmel macht sich deswegen keine Sorgen. "Ich gehe nicht davon aus, dass an den Entscheidungen gerüttelt werden kann." Schließlich hätten die Behörden das Projekt "immer unterstützt". Im Fokus stehe, "dass für viele Familien Wohnraum entsteht". Die nächste Hürde ist für Krämmel am 29. September der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan.

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