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Verfolgungsjagd bei München: Polizist verletzt, Schüsse auf Auto abgegeben

Ein Autofahrer fährt einen Polizeibeamten an, Schüsse fallen: Nach einer Verkehrskontrolle ist es in Ismaning bei München zu einem großen Polizeieinsatz gekommen. Am Ende gibt es eine Festnahme.
von  André Wagner, Hüseyin Ince
Die Polizei fand den abgestellten Audi des Täters, der seine Flucht zunächst zu Fuß fortsetzte.
Die Polizei fand den abgestellten Audi des Täters, der seine Flucht zunächst zu Fuß fortsetzte. © Thomas Gaulke

Erneut ist es am Donnerstagnachmittag im Raum München zu einem Polizeieinsatz gekommen, bei dem mehrere Schüsse aus einer Dienstwaffe abgefeuert wurden. 

Wie die Polizei mitteilte, fiel einer uniformierten Streife gegen 16 Uhr im Bereich einer Tankstelle in Ismaning ein Audi auf, der mit einer verkehrsgefährdenden Fahrweise die Tankstelle verließ und hierbei eine unbeteiligte Passantin gefährdete.

An dieser Tankstelle in Ismaning nahm das Unheil seinen Lauf.
An dieser Tankstelle in Ismaning nahm das Unheil seinen Lauf. © Thomas Gaulke

Als die Polizisten den Autofahrer, einen 58-Jährigen aus München, mittels Anhaltesignalen kontrollieren wollten, habe dieser Gas gegeben und die Flucht ergriffen, was eine Verfolgungsjagd zur Folge hatte.

58-Jähriger fährt bei Kontrolle Polizisten mit dem Auto an

Auf der Bundesstraße in Richtung Erding konnte letztendlich durch ein Anhaltemanöver der 58-Jährige in seinem Audi durch die Polizei gestoppt werden.

Während der anschließend durchgeführten Kontrolle zeigte sich der Fahrzeugführer unkooperativ, sperrte sich im Fahrzeug ein und weigerte sich, dieses zu öffnen, so Polizeisprecher Thomas Schelshorn.

Als einer der Beamten einen Nothammer aus dem Polizeiwagen holen wollte, beschleunigte der 58-Jährige plötzlich, erfasste dabei einen der beiden Polizisten, der dadurch verletzt wurde. Er ist derzeit nicht mehr dienstfähig, es wurden bei ihm aber keine schwerwiegenden Verletzungen festgestellt.

Polizist gibt mehrere Schüsse auf den flüchtenden Audi ab

Um das Fahrzeug zu stoppen, gab der andere Polizeibeamte mehrere Schüsse auf den Audi ab, der dennoch zunächst flüchten konnte. Als Folge kam es zu einer groß angelegten Fahndung mit einer Vielzahl von Polizeistreifen und einem Polizeihubschrauber, auch eine Polizeidrohne und ein Diensthund kamen dabei zum Einsatz. Weiträumige Straßensperren wurden errichtet.

Nachdem sein Kollege von dem Audi angefahren wurde, gab ein Polizist mehrere Schüsse auf das Fahrzeug ab.
Nachdem sein Kollege von dem Audi angefahren wurde, gab ein Polizist mehrere Schüsse auf das Fahrzeug ab. © Thomas Gaulke

Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen konnte das tatverdächtige Fahrzeug mit zwei platten Reifen aufgefunden werden, der 58-jährige Fahrer war aber weiterhin zu Fuß auf der Flucht. Ob die Reifen durch die Schüsse oder bei der Flucht beschädigt wurden, ist derzeit noch nicht bekannt. Nach einer längeren Absuche der Umgebung konnte die Person aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung, Anwohner meldeten einen fremden Mann im Garten, lokalisiert und kurz darauf festgenommen werden.

Münchner bereits wegen mehrerer Gewaltdelikte polizeibekannt

Der 58-jährige Münchner, der bereits wegen mehrerer Gewaltdelikte polizeibekannt ist, wurde weder durch die zuvor abgegebenen Schüsse noch bei der Festnahme verletzt, soll sich aber in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München verbracht, er soll einem Haftrichter vorgeführt werden. 

Die Polizei richtete weiträumig Straßensperren ein.
Die Polizei richtete weiträumig Straßensperren ein. © Thomas Gaulke

Gegen den Münchner wird nun wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Aktuell werden die Voraussetzungen für eine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus geprüft.

Das Fahrzeug wurde als Beweismittel sichergestellt und abgeschleppt. Die kriminaltechnischen Untersuchungen dauern an.

Die Frau, die durch das Fahrverhalten an der Tankstelle in Ismaning gefährdet wurde, meldete sich am Freitag selbstständig bei einer Polizeiinspektion im Bereich München.

Zweiter Schusswaffeneinsatz der Polizei binnen weniger Tage

Erst am Dienstag hatte ein Beamter in München mit einem Schuss einen 14-Jährigen schwer verletzt, der auf offener Straße mit einer Softair-Pistole hantiert haben soll. Über den Hergang gibt es verschiedene Darstellungen. 

Laut Polizei hatten Zivilbeamte den Jugendlichen von hinten angesprochen und aufgefordert, die Waffe fallen zu lassen. Er habe sich aber mit der mutmaßlichen Waffe in der Hand zu den Polizisten umgedreht. Daraufhin habe ein Beamter geschossen. 

Aus dem Umfeld des Schülers, der diesen Angaben zufolge kurdischer Abstammung ist, hieß es, er habe gerufen, die Polizei solle nicht schießen, es sei eine Spielzeugwaffe.

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