Polizei macht Jagd auf Tuning-Szene

Bei einer Kontrolle im Münchner Südosten werden mehrere Autos beanstandet.
| Ralph Hub
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Polizisten kontrollieren ein getuntes Auto.
Uwe Anspach/dpa Polizisten kontrollieren ein getuntes Auto.

Vor allem abends und an den Wochenenden treffen sich die Fans der Tuning-Szene im Münchner Umland. Mit ihren aufgemotzten Autos brettern sie umher, Ziel sind Parkplätze, auf denen sie sich mit Gleichgesinnten treffen und ihre auffrisierten Prachtstücke präsentieren.

Tiefergelegte Fahrwerke, getunte Motoren und röhrende Sportauspuffanlagen gehören in der Tuningszene zum guten Ton. TÜV und Zulassungsbestimmungen bleiben da ganz gerne mal auf der Strecke.

Das nächtliche Schaulaufen der PS-Protze begeistert allerdings nicht alle. Die Beschwerden von lärmgeplagten Anwohnern häuften sich zuletzt bei der Polizei. Vor allem Germering und Gilching war in den vergangenen Wochen betroffen. Schärfere Kontrollen haben bisher allerdings kaum etwas genützt. Die Szene geht freiwillig nicht vom Gas.

Am Wochenende rückte die Polizei deshalb den Fans der Tuningszene erneut aufs buntlackierte Blech – die dritte große Kontrollaktion in dem Bereich innerhalb kürzester Zeit.

Zivilbeamten zogen am Freitag um 19.15 Uhr zwei Biker in Gilching aus dem Verkehr. Sie waren in halsbrecherischem Tempo durch den Ort gerast. Sie überholten mehrere Autos, darunter auch ein Streifenwagen. Die Münchner (19 und 25) wurden gestoppt. An den Maschinen, einer Kawasaki Ninja ZX 6 und einer Honda CBR 600, war technisch nichts zu beanstanden. Doch wegen der Raserei mussten die Besitzer 100 Euro Bußgeld bezahlen.

Wenig später wurde ein 18-Jähriger aus Weßling aufgehalten. Er hatte die Scheiben seiner Mercedes C-Klasse komplett mit dunkelschwarzer Tönungsfolie beklebt. Die Heimfahrt musste der 18-Jährige mit heruntergelassenen Fenstern antreten. Für jede weitere Fahrt wurde dem Benz die Betriebserlaubnis entzogen.

Ähnlich erging es den Besitzern eines Audi S3 in Gilching und eines Audi A4 Avant in Germering. Sie waren mit Dauerblinklicht unterwegs, in der Szene heißt das US-Style Codierung. Zudem waren beide Autos tiefergelegt und mit extrabreiten Alufelgen und Reifen ausgestattet. Alles war fein säuberlich vom TÜV abgenommen und in den Papieren eingetragen. Die aus Fürstenfeldbruck und München stammenden Tuning-Fans (23 und 39) mussten wie der Mercedes-Fahrer aus Weßling jeweils 90 Euro Bußgeld bezahlen.

Lesen Sie auch: Neues vom Münchner Tuning-Papst Karl Geiger

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