Frauenleichen in Petershausen: Doppelmord im Dachauer Faschingsendspurt

Die Frauen (40) wollen mit einem Freund feiern. Die Polizei findet ihre Leichen in der Wohnung des 53-jährigen Frank H. Was über den mutmaßlichen Täter bekannt ist.
| Annika Schall, Ralph Hub
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Das Haus in Petershausen, in dem sich die schreckliche Tat ereignete. In der Wohnung, die Frank H. (kl. Bild) gemietet hat, sind die beiden Leichen entdeckt worden.
Annika Schall/ho/AZ Das Haus in Petershausen, in dem sich die schreckliche Tat ereignete. In der Wohnung, die Frank H. (kl. Bild) gemietet hat, sind die beiden Leichen entdeckt worden.

Petershausen - Die beiden Dachauerinnen hatten ihren Familien erzählt, dass sie den Faschingsendspurt mit einem Freund aus Petershausen feiern wollten. Geplant war, dass sie sich gemeinsam am Wochenende in den Trubel stürzen. Doch dann waren die beiden Freundinnen ab Samstag nicht mehr zu erreichen.

Frank H. kannte die Frauen aus der Therapie und von der Arbeit. Der gelernte Meteorologe stellte früher für große Sender die Wetterberichte zusammen, dann bekam er psychische Probleme. Zuletzt nahm er an einem Wiedereingliederungsprojekt in Dachau teil.

In der Wohnung lagen die Leichen

Am Wochenende verabredeten sich die Drei, sie wollten gemeinsam zum Faschingstreiben. Als die Frauen auf einmal nicht mehr erreichbar waren, fingen Familienmitglieder an, sich Sorgen zu machen, und verständigten die Polizei. Der Name von Frank H. fiel.

Eine Streife der PI Dachau fuhr am Montag gegen 15 Uhr zur Wohnung des 53-Jährigen im Georg-Friedrich-Händel-Weg in Petershausen. Die Beamten klingelten. Doch niemand öffnete. Die Polizisten verständigten einen Schlüsseldienst, der öffnete die Tür. Frank H. saß apathisch in der Wohnung. Die Frauen lagen in einem Zimmer. Beide waren tot, ermordet. "Sie starben durch Gewalteinwirkung gegen den Hals", sagt Peter Grießer vom zuständigen Polizeipräsidium in Ingolstadt.

Frank H. muss Stunden, vielleicht sogar Tage, mit den beiden toten Frauen in der Wohnung zugebracht haben. Der 53-Jährige wurde von der Polizei festgenommen. Die Kripo in Fürstenfeldbruck ermittelt.

Der mutmaßliche Doppelmörder hatte psychische Probleme

Am Tag nach der Festnahme ist man in dem kleinen Ort geschockt. Die meisten Nachbarn kannten H. nicht, sagen sie. Er lebte sehr zurückgezogen. Das bestätigt auch eine Arbeitskollegin, die am Montag zu der Wohnung gekommen ist. Wohl auch, um sich selbst davon zu überzeugen, dass die Gerüchte um den Kollegen, dem sie nie ein Gewaltverbrechen zugetraut hätte, wahr sind: "Er war sehr ruhig, in sich gekehrt, da kam nichts nach außen", erzählt sie. Von H. wusste sie wenig, obwohl man sich oft sah.

Davon, dass er schon lange in Petershausen wohnte, kann sie berichten und von einer getrennt lebenden Familie: "Der Sohn kam ihn ab und zu besuchen, aber eher sporadisch." Was ihr aber doch aufgefallen war: Der psychische Zustand des 53-Jährigen hatte sich zuletzt verschlechtert: "Es ging ihm nicht gut, er konnte immer öfter nicht mehr arbeiten."

H. selbst äußert sich nicht: "Der Verdächtige schweigt und macht keinerlei Angaben", sagt Peter Grießer. Er wurde am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. "Wir haben Haftbefehl wegen Mordes beantragt", erklärt Oberstaatsanwältin Andrea Mayer.

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