Bürgerentscheid: Bald mehr Windräder im Münchner Umland

Die Bürger im oberbayerischen Landkreis Ebersberg haben am Sonntag für mehrere Windkraftanlagen in einem Waldgebiet gestimmt - und sich damit gegen die bisherige CSU-Politik gestellt.
| AZ/dpa
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Im Ebersberger Forst werden fünf Windräder gebaut.
Im Ebersberger Forst werden fünf Windräder gebaut. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Ebersberg - Wie das Landratsamt am Abend berichtete, stimmten 52,74 Prozent mit "Ja", 47,26 mit "Nein". Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 61,89 Prozent.

Bei dem Bürgerentscheid ging es um den Bau von bis zu fünf Windrädern im Ebersberger Forst, einem großen Waldgebiet östlich Münchens. Gegner des Projekts sehen durch die Baupläne das Ökosystem eines intakten Natursystems als bedroht an. Die Befürworter, darunter die Grünen, verweisen darauf, dass zusätzliche Windkraft nötig sei, um Atom- und Kohlestrom abzulösen.

Hubert Aiwanger (FW) für mehr Windräder

Auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte sich für die neuen Anlagen ausgesprochen.

"Das ist ein gutes Signal für den Ausbau der Windkraft in Bayern. Das Ergebnis wird neuen Projekten mit sauberer Energie einen Schub geben. Die Windenergieanlagen im Ebersberger Forst werden ein Fünftel aller Haushalte in Kreis Ebersberg mit regenerativer Energie versorgen", sagte Aiwanger zum Ergebnis des Bürgerentscheids.

CSU will bislang an 10h-Regel festhalten

Der Bau von Windrädern in Bayern ist wegen der umstrittenen 10H-Abstandsregel seit Jahren praktisch zum Erliegen gekommen. Die seit 2014 in Bayern geltende Regel besagt, dass ein Windrad mindestens das Zehnfache seiner Höhe von Wohnbebauung entfernt sein muss. Um davon abweichen zu können, muss ein Gemeinderat einen ausdrücklichen Beschluss fassen.

In der Koalition von CSU und Freien Wählern hatte das Thema jüngst auch für Ärger gesorgt. Die Freien Wähler würden die Regel gerne abschaffen, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte dagegen wiederholt erklärt, an der Regel werde nicht gerüttelt.

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