Umgang mit dem Hauptbahnhof: Ein echtes Drama

AZ-Vize-Chefredakteur Thomas Müller über den Denkmalbegriff, den Wiederaufbau und Abriss des Münchner Hauptbahnhofs.
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Von Tag zu Tag sieht man weniger vom Münchner Hauptbahnhof.
Peter Kneffel/dpa, AZ-Montage Von Tag zu Tag sieht man weniger vom Münchner Hauptbahnhof.

Der Abriss des alten Hauptbahnhofs – illegal? Der Neubau – ein Schwarzbau? Schweres Geschütz, das der Jurist Karl Hofmann auffährt, um den geplanten Neubau - der Abriss ist ja längst im Gange - doch noch zu verhindern. Die Erfolgsaussichten der Klage dürften dennoch verschwindend gering sein.

Denkmalbegriff muss erweitert werden

Fakt ist, der Hauptbahnhof wäre - auch das, was noch von ihm übrig ist - durchaus schützenswert: als Konglomerat aus Bürklein-Resten und Altbau-Teilen sowie Wiederaufbau- und 60er Jahre-Architektur. Dafür müsste allerdings das Landesamt für Denkmalpflege seinen eng-dogmatischen Denkmalbegriff endlich einmal erweitern. Gerade in München hat der Wiederaufbau nach 1945 überall Spuren hinterlassen – bei fast allen alten Baudenkmälern. Doch nur allzu oft wird wegen dieser "Überformungen" eine Denkmaleigenschaft bestritten. Mit fatalen Folgen, wie etwa bei der alten Tierklinik. Und jetzt eben auch beim Hauptbahnhof.

Noch was kommt hinzu: Selbst wenn eine Denkmaleigenschaft zuerkannt wird, wie für den Starnberger Flügelbahnhof, schützt diese nicht vor Abriss, wenn sie zu spät erfolgt. Nein, der Umgang mit dem Hauptbahnhof ist ein echtes Drama. Und verheerend fürs Stadtbild.

München: Täglich verschwindet ein Stück Hauptbahnhof

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