Umfrage: Pendler meiden den ÖPNV - und steigen wieder häufiger ins Auto

Nach Corona könnten in den Bahnen, Bussen und Trams in München bis zu 44 Millionen Fahrgäste fehlen - ergab eine Umfrage.
| Irene Kleber
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Nicht mehr so voll wie früher: Ein Blick auf den Bahnsteig am U-Bahnhof Marienplatz dieser Tage. (Archivbild)
Nicht mehr so voll wie früher: Ein Blick auf den Bahnsteig am U-Bahnhof Marienplatz dieser Tage. (Archivbild) © Daniel von Loeper

München - Vor Corona war's mal so: 394.000 Menschen aus dem Umland pendelten täglich mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit nach München. Zuletzt ist es stiller geworden auf der Straße und in Bussen, Bahnen und der Tram. Denn viele Angestellte sind im Homeoffice, und viele meiden den ÖPNV auch deshalb, weil sie einer möglichen Ansteckung aus dem Weg gehen wollen.

Lieber wieder ins Büro

Aber wie ist die Perspektive für Nach-Coronazeiten? Der Mobilitätsdienstleister Toogethr hat eine Umfrage dazu in Auftrag gegeben, bei der 547 Münchner Angestellte Anfang November Auskunft gaben. Das kam heraus:

Homeoffice oder Büro? Fast 60 Prozent der Münchner freuen sich darauf, (wieder) an ihren Arbeitsplatz zu gehen. Wobei ältere Arbeitnehmer lieber ihr Zuhause verlassen und in die Firma fahren als jüngere: Von den über 55-Jährigen wünschen sich 64 Prozent die klassische Variante mit hohem Büro-Anteil. Bei den bis zu 35-Jährigen sind das nur 56 Prozent.

Öffentlich oder selber fahren? Bemerkenswert sind die Angaben darüber, wie Arbeitnehmer jetzt und künftig S- und U-Bahnen, Busse oder Trams für den Weg zum Job nützen möchten - hier ändert sich einiges offenbar dramatisch.

44 Millionen Fahrgäste im Jahr weniger?

Fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) wollen momentan öffentliche Verkehrsmittel so weit wie möglich vermeiden. Die Zahl der ÖPNV-Nutzer für den Arbeitsweg ging laut der Umfrage während der Pandemie um sechs Prozent zurück - auf nur noch 18 Prozent. "Übertragen auf 737 Millionen Fahrgäste im MVV in München 2019 wäre das in einem Jahr eine Differenz von rund 44 Millionen Fahrgästen", heißt es bei Toogethr. Für die Nach-Coronazeit planen zwar wieder mehr Menschen, öffentlich zu fahren (20 Prozent). Das wäre aber immer noch ein Minus von vier Prozent im Vergleich zur Vor-Coronazeit, damit würden "knapp 29,5 Millionen Fahrgäste jährlich" fehlen.

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Für den Großteil der Pendler (71 Prozent) spielt laut der Umfrage auch nach der Pandemie das Auto für den Weg in den Job die größte Rolle. Momentan pendeln 76 Prozent im Auto in die Stadt (entweder im eigenen Kfz, mit einem Firmenwagen, einer Fahrgemeinschaft oder Carsharing). Nach Corona wollen das noch 58 Prozent tun. Der Anteil der Carsharing-Nutzer allerdings sei im Vergleich zu Vor-Coronazeiten um drei Prozent zurückgegangen.

 

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