Überzogen oder richtig? Das sagen AZ-Leser zum Rodeleinsatz der Münchner Polizei

Die Polizei hat einen kleinen Schlittenberg im Domagkpark geräumt, woraufhin sich eine Mutter über das ruppige Vorgehen beim Oberbürgermeister beschwerte. AZ-Leser schickten nun Fotos und Augenzeugenberichte, die die Situation unterschiedlich darstellen.
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Ort des Konflikts: der Mini-Schlittenhügel im Domagkpark.
Ort des Konflikts: der Mini-Schlittenhügel im Domagkpark. © privat

München - Am Donnerstag hatte die AZ über den Vorfall am Domagpark berichtet: Eine Mutter schilderte, dass Polizisten eine kleine Gruppe von Kindern recht ruppig aufgelöst habe. Die Pressestelle der Polizei entgegnete, dass es sich um eine größere, nicht Corona-konforme Ansammlung gehandelt habe und der Einsatz verhältnismäßig gewesen sei. Was stimmt?

Einsatz am Schlittenhügel: Das war passiert

Eine zum Zeitpunkt des Einsatze anwesende Mutter hatte sich an Oberbürgermeister Reiter gewandt. Sie beschwerte sich über das Auftreten der Beamten, beschrieb eine einschüchternde Situation: "Meine Kinder waren so erschrocken von der Situation, die haben nur noch geweint und geschrien. Ich konnte sie nicht beruhigen. Meine Tochter und mein Sohn sprechen immer wieder von den Polizisten und können dieses Erlebnis nur langsam vergessen." Sie gab weiterhin an, dass die rund 15 Kinder verteilt und nicht in einer Traube am Hügel gestanden hätten. Die Polizei stellte dem gegenüber, dass es sich um 40 Personen gehandelt habe und deswegen zwei Streifen der Bereitschaftspolizei zum Schlittenhügel zwischen Max-Bill-Straße und Fritz-Winter-Straße geschickt worden seien.

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Beobachter schicken der AZ Bilder vom Ort des Geschehens

Nach der Veröffentlichung des Artikels meldeten sich mehrere Anwohner bei der AZ-Redaktion. Maximilian H. will die Situation beispielsweise wie folgt beobachtet haben: "Es waren keine 40 Kinder vor Ort. Der Einsatz und das Auftreten der Beamten war völlig übertrieben." Er sagt, dass nur etwa drei Familien am Hügel gestanden hätten und will das mit dieser Aufnahme vom Polizeieinsatz belegen.

Auf dem Bild von Maximilian H. ist erkennbar, dass die Polizeibeamten Masken tragen und die Personen mit Schlitten nicht. Zu sehen sind hier fünf Zivilisten, ob die Gruppe zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelöst wurde oder es sich wirklich nur um wenige Menschen handelte, ist unklar.
Auf dem Bild von Maximilian H. ist erkennbar, dass die Polizeibeamten Masken tragen und die Personen mit Schlitten nicht. Zu sehen sind hier fünf Zivilisten, ob die Gruppe zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelöst wurde oder es sich wirklich nur um wenige Menschen handelte, ist unklar. © Maximilian H.

Direkter Anwohner prangert Masken-Verweigerer an

Auch von Peter K. bekam die AZ-Redaktion Bilder zugeschickt, er zeigt Verständnis für die Polizei: "Ich bin Anwohner am Domagkpark und habe direkten Blick auf den Hügel, konnte die Situation mehrere Tage sehr gut verfolgen. Anbei übersende ich ihnen ein Bild, wie die Lage wirklich war und das zu harten Lockdown-Corona-Zeiten. Die Polizei muss hier einschreiten." Das Vorgehen der Beamten würde er nicht als rücksichtlos beschreiben.

Der direkte Anwohner Peter K. nahm dieses Bild am Schlittenberg auf, allerdings nicht am Tag des Geschehens. Er sagt allerdings, dass die Situation einige Tage lang so aussah. Erkennbar sind über 40 Personen, die wenig Abstand voneinander halten.
Der direkte Anwohner Peter K. nahm dieses Bild am Schlittenberg auf, allerdings nicht am Tag des Geschehens. Er sagt allerdings, dass die Situation einige Tage lang so aussah. Erkennbar sind über 40 Personen, die wenig Abstand voneinander halten. © Peter K.

Polizeieinsatz im Domagpark: Überzogen oder richtig?

Es bleibt schlussendlich unklar, wie viele Personen sich zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes wirklich am Schlittenhügel befanden und ob sie Abstand hielten oder nicht. Wie bewerten Sie die Situation? Hätte die Polizei, wie die Mutter es sich gewünscht hat, einen freundlicheren Ton vor den Kindern anschlagen sollen? Oder war die angewandte Strenge die einzig richtige Reaktion? Wenn auch Sie vor Ort waren, können Sie uns gerne Ihren persönlichen Eindruck hier in die Kommentare oder an onlineredaktion@az-muenchen.de zuschicken. 

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