Tunnel durch den Englischen Garten: Starke Zweifel im Rathaus

Weil fast 900 Bäume gefällt werden müssten, haben Grüne und SPD große Zweifel.
| Christina Hertel
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Auf dem Bild sieht alles grün und wuchernd aus. Doch um die Straße unter die Erde zu verlegen, müssten zunächst einmal viele Bäume gefällt werden.
Auf dem Bild sieht alles grün und wuchernd aus. Doch um die Straße unter die Erde zu verlegen, müssten zunächst einmal viele Bäume gefällt werden. © Grub-Lejeune

München - Durch einen Tunnel soll der Englische Garten, den momentan vier Autospuren trennen, wieder vereint werden. So hat es der Stadtrat 2017 einstimmig beschlossen. Doch nun stehen die Pläne auf der Kippe.

Wie aus nichtöffentlichen Unterlagen aus dem Baureferat hervorgeht, müssten fast 900 Bäume gefällt werden, um den Tunnel zu errichten. Die Chefin der Grünen im Stadtrat Anna Hanusch bezeichnete die Bäume als einen "Knackpunkt" - und stellte damit den Tunnel in Frage. Nun äußert auch der Verkehrsexperte der SPD Nikolaus Gradl Zweifel.

Eingriff nur schwer verantwortbar

Wenn tatsächlich 890 Bäume, die einen Umfang von mehr als 80 Zentimeter haben, für den Tunnel gefällt werden müssen, hält er diesen Eingriff für nur schwer verantwortbar, sagte Gradl der AZ.

Auf dem Bild sieht alles grün und wuchernd aus. Doch um die Straße unter die Erde zu verlegen, müssten zunächst einmal viele Bäume gefällt werden.
Auf dem Bild sieht alles grün und wuchernd aus. Doch um die Straße unter die Erde zu verlegen, müssten zunächst einmal viele Bäume gefällt werden. © Grub-Lejeune

Seine Fraktion ist allerdings noch unentschieden. Das Baureferat solle nun genau darlegen, ob die Abholzungen wirklich notwendig sind, sagt Gradl. "Wir wollen zum Beispiel wissen, ob es während der Bauzeit wirklich so viele Fahrspuren braucht." Denn ein großer Teil der Fällungen entsteht durch die komplexe Baustelle.

Und was passiert, wenn der Tunnel nicht kommt? Dass der Isarring dann breiter wird, wie es vor etwa zehn Jahren mal geplant war, schließt Gradl aus. "Da haben sich die Zeiten einfach geändert." Er setzt hingegen auf die Technik: Aus seiner Sicht bräuchte es intelligentere Signale - insbesondere bei den Einfahrten, wo es besonders häufig zu Stau kommt.

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