Trinkwasserbrunnen: Was München im bundesweiten Vergleich zu bieten hat
Wir bekommen es in diesem Sommer deutlich zu spüren: Wenn der Hitzehammer zuschlägt, sind wir für jede Abkühlung dankbar – auch für die Erfrischung an einem der öffentlichen Trinkwasserbrunnen in der Stadt. Wie gut München mit diesen Oasen ausgestattet ist, zeigen die Ergebnisse eines aktuellen Rankings.
Gezählt wurden nur frei und kostenlos zugängliche Trinkwasserbrunnen
Der Gesundheits- und Wellnessreiseveranstalter Fit Reisen hat 1170 öffentliche Trinkwasserbrunnen in 70 deutschen Großstädten erfasst und ins Verhältnis zur jeweiligen Stadtfläche gesetzt. Gezählt wurden ausschließlich frei und kostenlos zugängliche Trinkwasserbrunnen, reine Zierbrunnen ohne Trinkwasserqualität blieben außen vor. Um die Städte trotz unterschiedlicher Größe vergleichbar zu machen, wurde die Brunnenzahl auf zehn Quadratkilometer Stadtfläche bezogen.
München landet im bundesweiten Vergleich auf dem zweiten Platz
München zählt mit 114 Brunnen und 3,669 je zehn Quadratkilometer zu den bestversorgten Großstädten Deutschlands und landet im bundesweiten Vergleich auf Platz zwei – hinter der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.
Was München in Sachen Brunnen noch plant
Bis zum Ende der Brunnensaison 2026 sollen in München rund 115 ausgewiesene Wasserstellen erreicht sein, verteilt auf stark besuchte Plätze, Grünanlagen und die Außenfassaden öffentlicher Toilettenanlagen.
Für eine schnelle Erfrischung empfiehlt die bayerische Landeshauptstadt besonders den Stachus-Brunnen, die Fontänen am Sendlinger-Tor-Platz, den Rindermarkt-Brunnen und den Wasserglockenbrunnen am Frauenplatz. Auch der Fischbrunnen am Marienplatz soll im Spätsommer mit neuer Steuerungstechnik wieder in Betrieb gehen. Kontrolliert und zweimal wöchentlich gereinigt werden die Anlagen vom Baureferat, das die Wasserqualität engmaschig überwacht.
Stuttgart holt Spitzenplatz, Berlin wird Dritter
Uneinholbar liegt Stuttgart mit 117 Trinkbrunnen und damit 5,643 Trinkwasserbrunnen je zehn Quadratkilometer auf Platz eins. Laut Stadtverwaltung betreibt Stuttgart aktuell diese 117 öffentlichen Trinkbrunnen, dazu kommen 13 Heil- und Mineralbrunnen.
Rund 300 weitere Brunnenanlagen und Wasserspiele der Stadt dienen dagegen rein der Zierde und liefern kein Trinkwasser. Einen besonderen Neuzugang gibt es am Schlossplatz: Der Kanzleibogenbrunnen aus dem Jahr 1787 lag mehr als 20 Jahre trocken, bevor er 2025 saniert wurde und seither wieder geprüftes Trinkwasser liefert.
Auf dem dritten Platz landet die Hauptstadt Berlin: Sie stellt mit 250 Brunnen die mit Abstand größte Zahl an Trinkbrunnen im Feld, bezogen auf die riesige Stadtfläche von 891 Quadratkilometern reicht das aber lediglich für 2,805 je zehn Quadratkilometer.

Die Berliner Wasserbetriebe errichten laut eigener Aussage seit rund 30 Jahren Trinkbrunnen in der Stadt, aktuell gibt es drei verschiedene Bauformen, darunter die als Botsch-Brunnen und Kaiser-Brunnen bekannten Modelle. Bekannte Standorte finden sich unter anderem am Kurfürstendamm, an der Leipziger Straße, an der Weserstraße und direkt vor dem S-Bahnhof Köpenick.
Trinkwasserbrunnen in Deutschland: Die wichtigsten Erkenntnisse
Was sonst noch so auffällt beim Blick auf die Zahlen...
- Bayerische Mittelstädte mischen vorne mit: Fürth, Augsburg und Nürnberg landen unter den Top 8 und lassen Hamburg sowie Köln weit hinter sich.
- Stuttgart ist Deutschlands Trinkbrunnen-Hauptstadt: 117 Brunnen auf 207 Quadratkilometern ergeben 5,643 je zehn Quadratkilometer, gut sechsmal so viel wie der Durchschnitt aller 70 untersuchten Städte von 0,927.
- Faktor 128 zwischen Platz eins und Platz 70: Stuttgarts Brunnendichte übertrifft die von Hamm um das 128-fache, dort steht auf 227 Quadratkilometern nur ein einziger Trinkbrunnen.
- Drei Städte stellen 41 Prozent aller Brunnen: Berlin, Stuttgart und München bringen zusammen 481 der insgesamt 1170 erfassten Trinkwasserbrunnen auf die Waage.
- Der Süden liegt klar vorn: Baden-Württemberg und Bayern kommen gemeinsam auf 1,996 Brunnen je zehn Quadratkilometer, der Rest der Republik nur auf 0,703. Baden-Württemberg führt die Länderwertung an, Nordrhein-Westfalen fällt trotz 26 vertretener Großstädte mit 0,501 je zehn Quadratkilometer deutlich zurück.
Zürich, Basel und Genf sind die Vorreiter
Im internationalen Vergleich ist für die deutschen Großstädte noch Luft nach oben. Laut einer Auswertung von QS Supplies auf Basis von OpenStreetMap-Daten führt Zürich mit 221 Trinkbrunnen je 100.000 Einwohner die Liste der Städte weltweit an, dicht gefolgt von Basel mit 177.
Auch Genf schafft es mit rund 86 Brunnen je 100.000 Einwohner unter die zehn bestplatzierten Städte weltweit. Die Schweiz und Österreich gelten der Studie zufolge generell als Vorreiter, wenn es um öffentliche Trinkbrunnen im Freien geht.
Für das Ranking hat Fit Reisen 1170 öffentliche Trinkwasserbrunnen in 70 deutschen Großstädten ausgewertet. Alle Angaben beruhen auf den zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Zahlen der jeweiligen Städte und Wasserversorger. Ausgangspunkt war die Liste der Großstädte in Deutschland nach dem Einwohnerstand 2025. Berücksichtigt wurden ausschließlich frei und kostenlos zugängliche Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum, einschließlich mobiler Trinkbrunnen, sofern die Stadt sie selbst als solche ausweist. Hier geht's zum vollständigen Ranking.
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