Tödlicher Radl-Unfall in München: Mehrere Hinweise nach Öffentlichkeitsfahndung

Im Falle des getöteten Radlers hat die Polizei Bilder einer Kamera ausgewertet und Fotos des Verdächtigen veröffentlicht. Während die Witwe des Opfers sich per Video an den Täter wendet, laufen erste Hinweise ein. 
| Nina Job
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Der verdächtige Radfahrer wird von der Polizei gesucht.
Polizei 2 Der verdächtige Radfahrer wird von der Polizei gesucht.
Lidija und Fabio bei ihrer Hochzeit. Links ist der Unfallort in der Hochstraße zu sehen, an dem er sich die tödlichen Verletzungen zugezogen hat.
Petra Schramek, privat, AZ-Montage 2 Lidija und Fabio bei ihrer Hochzeit. Links ist der Unfallort in der Hochstraße zu sehen, an dem er sich die tödlichen Verletzungen zugezogen hat.

München - Die Bilder sind unscharf und grobkörnig, trotzdem wird der Mann darauf für diejenigen, die ihn kennen, leicht wiederzuerkennen sein: Am Mittwoch, drei Tage nach dem tödlichen Fahrradzusammenstoß in der Hochstraße, hat die Polizei Bilder aus einer privaten Videokamera veröffentlicht. Ein Amtsrichter hat die Bilder zur Öffentlichkeitsfahndung freigegeben.

Die Bilder zeigen den Mountainbiker, der den werdenden Vater Fabio T. ( † 37) überholte, mit ihm zusammenstieß und den Schwerverletzten dann einfach liegenließ. Wie berichtet, starb Fabio T. wenig später im Krankenhaus an den Folgen eines Milzrisses.

Der verdächtige Radfahrer wird von der Polizei gesucht.
Der verdächtige Radfahrer wird von der Polizei gesucht. © Polizei

Zahlreiche Anrufe bei der Münchner Polizei

"Wir haben bereits zahlreiche Anrufe bekommen", sagte Polizeisprecher Ersin Erol am Donnerstag. "Darunter waren auch viele Beileidsbekundungen. Viele fragten, wie sie helfen könnten." Etwa zehn Anrufer glaubten, den Gesuchten auf den Fotos, die auch online veröffentlicht worden sind, wiedererkannt zu haben und gaben konkrete Hinweise. "Zu ihnen fahren wir jetzt hin und befragen sie", so der Polizeisprecher weiter. Bis Donnerstagnachmittag konnte der Gesuchte jedoch noch nicht zweifelsfrei ermittelt werden, hieß es.

Wie berichtet, geschah der tragische Unfall gegen 17.30 Uhr am vergangenen Sonntag, den 17. Mai. Zeugen berichteten später der Polizei, dass der jetzt Gesuchte bereits zuvor durch aggressives Fahrverhalten aufgefallen war.

Witwe des Opfers ist mit Zwillingen schwanger

Fabio T. kam von einer gemeinsamen Radtour mit Freunden. Er wollte wieder nach Hause zu seiner Frau Lidija, die mit Zwillingen von ihm schwanger ist. Der 37-Jährige fuhr auf seinem Pedelec von der Rosenheimer Straße auf der Hochstraße in Richtung Rablstraße, als sich von hinten ein Mountainbiker näherte.

Lidija und Fabio bei ihrer Hochzeit. Links ist der Unfallort in der Hochstraße zu sehen, an dem er sich die tödlichen Verletzungen zugezogen hat.
Lidija und Fabio bei ihrer Hochzeit. Links ist der Unfallort in der Hochstraße zu sehen, an dem er sich die tödlichen Verletzungen zugezogen hat. © Petra Schramek, privat, AZ-Montage

Als dieser auf Höhe der Hochstraße 11 aufgeschlossen hatte, überholte er Fabio T. laut Polizei rechts und fuhr kurz neben ihm. Es kam es zu einem Wortwechsel, dann kollidierten die Räder der Männer, beide stürzten. Fabio T. erlitt dabei schwerste Verletzungen. Er starb in der darauffolgenden Nacht im Krankenhaus.

Die Witwe appelliert: "Bitte stell dich! Tu es für seine Kinder"

Der Mountainbiker hingegen setzte sich gleich wieder auf sein Rad und flüchtete. Der Gesuchte ist etwa 40 bis 50 Jahre alt und 1,70 bis 1,80 Meter groß. Er hat kräftige Waden und ist insgesamt stämmig. Seine Haare sind grau meliert. Sein schwarzes Mountainbike hat Scheibenbremsen und weiße Applikationen an der Gabel und der Kettenstrebe. Das Unfallkommando bittet um Hinweise unter 089 6216-3322.

Die werdende Mutter hatte sich in einer Internetbotschaft auch direkt an den Unfallverursacher gewandt: "Ich erwarte Zwillinge", appelliert sie darin. "Wenn du das liest, dann bitte stell’ dich. Bitte tu es für seine Kinder!"

Angehörige haben für Lidija B. und ihre Babys eine Spendenaktion über "Gofundme" ins Leben gerufen. Bis Donnerstagnachmittag kamen über 31.000 Euro zusammen.

Lesen Sie hier: Passanten finden leblosen Radler in Moosach - Polizei ermittelt

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