Tiere als Weihnachtsgeschenk? Münchner Tierbeirat und Tierheim raten ab

Sollten Hunde, Katzen und Meerschweinchen zu Weihnachten verschenkt werden? Das Münchner Tierheim, der Tierbeirat und sogar die Münchner Polizei raten stark davon ab.
| Sven Geißelhardt
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An Weihnachten sollten keine Tiere verschenkt werden.
Hollie Adams/PA Wire/dpa An Weihnachten sollten keine Tiere verschenkt werden.

München - Was regt sich denn da unter dem Weihnachtsbaum? Wie süß, es ist ein kleines flauschiges Fellknäuel mit einer Schleife auf dem Kopf. Dass Tiere aber keinesfalls als Weihnachtsgeschenke herhalten sollten, zeigt kurz vor den Feiertagen das Münchner Tierheim. Auch die Polizei und der Tierbeirat halten wenig von lebenden Präsenten.

Tierheim München: Keine Vermittlung über Weihnachten

"Tiere sind keine (Weihnachts-)Geschenke", schreibt das Tierheim München eindeutig auf Facebook. Oftmals ist die Anschaffung eines Haustieres zu den Feiertagen impulsiv und über die Konsequenzen wird nicht richtig nachgedacht. Aus diesem Grund schließt das Tierheim über Weihnachten seine Pforten für die Vermittlung. "Um Impulsanschaffungen vorzubeugen haben wir ab kommenden Samstag, den 21.12. bis einschließlich 26.12. geschlossen, d.h. es findet keine Tiervermittlung statt."

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Wer sich trotzdem ein Tier anschaffen will, sollte dies aber nicht an den Feiertagen tun, wie die Sprecherin des Deutschen Tierschutzbunds, Hester Pommerening, sagt: "Weihnachten ist mit dem ganzen Trubel nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt für den Einzug eines tierischen Mitbewohners. [...] Lebewesen sind keine Sache wie Spielzeug oder Pullover, die man abhakt oder sogar umtauscht."

Stattdessen sollte man lieber Ratgeber oder Zubehör verschenken, damit sich zukünftige Haustierhalter auf den möglichen Mitbewohner einrichten können.

Tierheime nach Weihnachten überfüllt

Auch der Münchner Tierbeirat hält nichts von lebenden Weihnachtsgeschenken und schreibt in der Rathausumschau: "Der Tierbeirat der Landeshauptstadt bittet darum, nicht leichtfertig Tiere zu Weihnachten zu verschenken. Nach den Feiertagen sind viele neue Tierbesitzer überfordert und geben die Tiere im Tierheim ab. Diese sind nach Weihnachten überfüllt."

Was spontane Weihnachtstierschenker oftmals nicht bedenken, sind die Arbeit und die Kosten, die ein flauschiges Präsent verursacht. Auch mögliche Allergien und die Erlaubnis des Vermieters sollten vor einem Haustierkauf bedacht werden.

Polizei München hofft, dass keine Tiere ausgesetzt werden

Sogar die Münchner Polizei beschäftigt sich mit dem Thema und schreibt auf Twitter: "Wir hoffen, dass wir dieses Jahr keine Einsätze wegen ausgesetzter Tiere haben werden." Zahlen über ausgesetzte Tiere gibt es zwar nicht, aber die Situation im Münchner Tierheim spricht für sich.

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Viele Tiere werden nicht direkt nach den Feiertagen ausgesetzt, sondern erst zum Sommerurlaub, wenn die neuen Besitzer merken, dass sie nicht mit den tierischen Geschenken klarkommen. "Die Menschen holen sich gedankenlos Tiere und müssen sie dann abgeben, wenn sie merken, dass sie überfordert sind", sagt Judith Brettmeister vom Tierheim.

Deshalb appelliert auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), keine Tiere an Weihnachten zu verschenken. Gegenüber dpa sagt die 47-Jährige: "Die Anschaffung eines Haustiers muss sorgfältig überlegt werden."

Lesen Sie auch: Tierbabys als Ware - Das wurde aus den Münchner Kofferraum-Welpen

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