SWM wollen in München mehr Werkswohnungen bauen

Die SWM machen es vor: Bis zum Jahr 2030 wollen die Stadtwerke 2.000 Werkswohnungen in München bauen. Damit wollen die Stadtwerke ihren Mitarbeiter helfen, die neu in die Stadt kommen und hier ihre ersten Monate verbringen sollen.##
| Maximilian Neumair
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Jan Schifferdecker (r.) ist einer der ersten Bewohner in dem neuen Haus der Stadtwerke.
SWM Jan Schifferdecker (r.) ist einer der ersten Bewohner in dem neuen Haus der Stadtwerke.

Die SWM machen es vor: Bis zum Jahr 2030 wollen die Stadtwerke 2.000 Werkswohnungen in München bauen. Damit wollen die Stadtwerke ihren Mitarbeiter helfen, die neu in die Stadt kommen und hier ihre ersten Monate verbringen sollen.

München - Bis 2030 sollen insgesamt 2.000 neue Werkswohnungen von den Stadtwerken umgesetzt werden. Das jüngste Projekt ist ein farbenfrohes Gebäude auf Stelzen in der Dantestraße 4 am Westfriedhof, das gestern eröffnet wurde.

Ein klassischer Tiefbau war nicht möglich – weil die U-Bahn direkt unter dem Haus verläuft. Deshalb hat man sich – wie auch bei dem "Wohnen für alle"-Projekt um die Ecke für ein Haus auf Stelzen entschieden, das man baulich schnell umsetzen konnte.

OB Dieter Reiter: "Ein Vorbild für ökonomisches Bauen mit attraktiver Hülle"

"Ein Vorbild für ökonomisches Bauen mit attraktiver Hülle", sagt OB Dieter Reiter (SPD) bei der Vorstellung der neuen Wohnanlage. Diese umfasst 40 Apartments, zehn Zwei-Zimmer- und sechs WG-taugliche Drei-Zimmer-Wohnungen – also insgesamt 56 neue Werkswohnungen. In eine von ihnen ist Jan Schiffendecker eingezogen. Er arbeitet seit Mitte März bei den Stadtwerken im Heizkraftwerk Nord. Ursprünglich kommt er aus Essen – dass die SWM ihm eine Wohnung zum Job anbieten konnten, hat den Umzug erleichtert.

Weil gute Bewerber schwer zu bekommen sind, wollen die Stadtwerke ihr Wohnungsangebot ausbauen: Das Projekt am Dantebad ist Teil ihrer Werkswohnungs-Offensive, mit der Menschen in der Ausbildung das Wohnen in München ermöglicht werden soll. Die Stadtwerke wollen so auch für potenzielle Mitarbeiter aus anderen Städten als Arbeitgeber attraktiver werden. Auf die Schnelle eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird in München immer schwieriger. Bestimmte Berufsgruppen oder Auszubildende können sich Wohnraum zum Teil gar nicht mehr leisten und müssen weite Pendelstrecken auf sich nehmen.

Fünf Neubauprojekte haben die Stadtwerke München bislang realisiert

OB Reiter sagt dazu: "Bezahlbarer Wohnraum ist neben dem Verkehr die drängendste Herausforderung für München. Das merken auch Firmen auf Personalsuche." Der OB fordert seit Jahren auch die freie Wirtschaft auf, (wieder) in den Werkswohnungsbau einzusteigen. Er ist wütend auf Milliarden verdienende Unternehmen, die der Wohnungsnot "trocken" gegenüberstehen und nicht in Wohnungen für ihre Mitarbeiter investieren. Er fordert: "Es braucht mehr reiche Unternehmen, die es den Stadtwerken gleich tun!"

Fünf Neubauprojekte haben die Stadtwerke bislang realisiert. Insgesamt 120 Wohnungen in der Schwabinger Isoldenstraße, in der Kuglerstraße in Haidhausen (zwei Projekte), in der Netzerstraße in Moosach und jetzt eben in der Dantestraße.

Bis 2030 sollen insgesamt 2.000 Werkswohnungen entstehen

Die Wohnungen in der Dantestraße werden befristet vermietet und deshalb voll möbliert. Azubis dürfen die gesamte Ausbildungszeit über dort wohnen, neue Mitarbeiter haben einen auf ein Jahr befristeten Vertrag. In dieser Zeit sollen sie sich nach einer dauerhaften Bleibe in München umsehen. Eine Einzimmerwohnung kostet 250 Euro, eine Zweizimmerwohnung 550 Euro und ein WG-Zimmer 180 Euro. In den sechs Azubi-WGs haben sozial benachteiligte Jugendliche die Chance, bezahlbar ihre Ausbildung zu absolvieren. Betreut werden sie von zwei Sozialpädagogen.

Bis 2022 sollen in einem nächsten Schritt knapp 400 weitere Wohnungen für Mitarbeiter folgen, darunter in der Postillonstraße, in der Kathi-Kobus-Straße, in der Hanauer Straße und in der Katharina-von-Bora-Straße.

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