Südring wird abgeklopft

Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) lässt die Planung für die Alternative zur zweiten Stammstrecke aktualisieren – er hält aber nicht viel davon. Für den zweiten Tunnel könnten schon 2010 die Vorarbeiten beginnen.
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Wirtschaftsminister Martin Zeil glaubt weiter an die zweite Stammstrecke.
Mike Schmalz Wirtschaftsminister Martin Zeil glaubt weiter an die zweite Stammstrecke.

MÜNCHEN - Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) lässt die Planung für die Alternative zur zweiten Stammstrecke aktualisieren – er hält aber nicht viel davon. Für den zweiten Tunnel könnten schon 2010 die Vorarbeiten beginnen.

Rund 780 000 Fahrgäste nutzen pro Tag die S-Bahn. Dabei war die einst auf nur 250 000 Fahrgäste ausgerichtet. Und bis 2015 wird ein Fahrgast-Plus von nochmal 18 Prozent vorausgesagt. Höchste Zeit also, dass sich was tut.

Zuletzt hat sich der Dauerkonflikt um die Zukunft der S-Bahn zugespitzt. Die Glaubensfrage lautet: Braucht München die zweite Stammstrecke – oder doch den Südring? „Die Diskussionen der letzten Wochen waren für das Projekt nicht förderlich", sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil gestern. Auch deshalb hat der FDP-Politiker der Stadt angeboten, die vergleichende Untersuchung unter Einbeziehung des Südrings aus dem Jahre 2001 aktualisieren zu lassen (AZ berichtete). Bis zum September soll die Studie jetzt vorgelegt werden.

Schon jetzt sind 60 Millionen in die Planung investiert worden

„Es wird nicht möglich sein, die Planungen zum Südring auf das Niveau einer Entwurfsplanung – wie sie für den Großteil der zweiten Stammstrecke vorliegt – zu bringen", stellte er aber klar. Das würde die weit fortgeschrittenen Planungen und Genehmigungsverfahren für den zweiten Tunnel um Jahre verzögern. Mit weitreichenden Konsequenzen: „Die Spielräume für die Finanzierung werden immer enger." So laufe das GVFG-Bundesprogramm, auf das man zur Finanzierung angewiesen sei, 2019 aus.

Die bisherigen Planungskosten für den zweiten Tunnel belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro. Jetzt soll auch der Südring nochmal „abgeklopft" werden, obwohl Minister Zeil klar stellt: „Es würde mich sehr überraschen, wenn sich herausstellen würde, dass plötzlich der Südring wie die neue Wunderlösung vom Himmel fällt." Und wenn doch? Dann müsste ab Herbst noch einmal mit vier Jahren Planungszeit und entsprechenden Kosten gerechnet werden.

Derweil laufen die Planungen für den Tunnel weiter. Bis Anfang 2010 sollen die Planfeststellungsbeschlüsse für die ersten beiden Abschnitte vorliegen. 2010 könnten die Vorarbeiten beginnen.

Julia Lenders

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