Streit um SEM in Bogenhausen: Heute Feld, morgen Hochhaus?

Der Streit um die SEM Nordost geht weiter. Jetzt kämpfen die Gegner mit zum Teil plakativen Mitteln. 
| Florian Zick
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Ist das die Zukunft im Münchner Nordosten? Heimatboden fürchtet es.
fkn Ist das die Zukunft im Münchner Nordosten? Heimatboden fürchtet es.

Bogenhausen - Marzahn ist ein Berliner Bezirk. Wahrscheinlich nicht der hübscheste. Um die 70.000 Menschen leben dort, die meisten in Plattenbauten aus DDR-Zeiten.

Was das mit München zu tun hat? Aktuell noch wenig. In Bogenhausen und den umliegenden Stadtvierteln aber hat man Angst, dass ihnen bald Marzahn vor die Nase gesetzt wird. Die CSU im Münchner Osten wettert schon länger gegen die geplante Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Nordosten der Stadt.

Auf knapp 600 Hektar zwischen Trabrennbahn Daglfing, Unterföhring und den Gleisen der S8 ist ein riesiges Neubaugebiet mit Wohnungen für 30.000 Menschen und 10.000 Arbeitsplätzen geplant. Viel zu viel, sagt der örtliche Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper (CSU). "Wir schaffen da Bettenburgen", schimpft er. Über die SEM im Nordosten dürfte es demnächst wieder häufiger zu Debatten kommen – zumal sich nun auch die Aktivisten von Heimatboden eingeschaltet haben. Die Initiative hat erfolgreich gegen eine Entwicklungsmaßnahme im Norden bei Feldmoching Stimmung gemacht. Nach Protesten der dortigen Bauern hat OB Dieter Reiter (SPD) diese SEM wieder einkassiert. Gleiches will Heimatboden nun im Nordosten.

Kern des Streits sind die Optionen, die eine SEM eröffnet. Dieses Planungsinstrument erlaubt im äußersten Fall nämlich Enteignungen. Diese "Drohkulisse" müsse man schleunigst abbauen, fordert Xaver Finkenzeller, der für die CSU im Bezirksausschuss Bogenhausen sitzt und Heimatboden juristisch vertritt.

Die Grundeigentümer wollten nicht, dass mit Enteignung gedroht wird. "Die wollen, dass mit ihnen auf Augenhöhe verhandelt wird", sagt Finkenzeller. Nachdem die Stadt schon die SEM im Norden gekippt hat, müsse man das nun auch im Nordosten tun. "Es kann ja nicht zweierlei Recht in München geben."

Bei der SPD sieht man das anders. Die Fälle seien nicht miteinander vergleichbar, sagt die Münchner Parteichefin Claudia Tausend. Im Norden habe es ein paar sehr große Grundeigentümer gegeben, im Nordosten seien es über 400 sehr kleine. Zudem seien die Planungen dort schon viel weiter fortgeschritten. Einfach so die SEM kippen, gehe also nicht mehr.

Enteignungen will freilich auch die SPD nicht. Nur sei es eben so, sagt Tausend: Im Nordosten sei eine Verlängerung der U4 geplant. "Und für ein paar Einfamilienhäuser bauen wir keine U-Bahn." Man müsse schon größer planen. Deswegen aber mit einem Schockszenario wie Marzahn und den DDR-Plattenbauten anzufangen, sei natürlich "höchst unseriös".

 

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