Street-Art-Künstler verschönert Unterführung unter Landshuter Allee

Fröhlich-bunt statt trist und dunkel: Wie der Streetart-Künstler Marco Reinhardt eine Unterführung unter der Landshuter Allee aufgehübscht hat.
| Leonie Meltzer
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Die Unterführung vor der Umgestaltung.
Marco Reinhardt Die Unterführung vor der Umgestaltung.

München - Trostlos und dunkel können Unterführungen wirken – ja gar Gänsehaut erregend, gerade bei Nacht. Das dachte man sich wohl auch im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg (BA). Der hat in den vergangenen vier Jahren alle vier Fußgänger-Unterführungen unter der Landshuter Allee künstlerisch aufwerten lassen. Heute wird die letzte feierlich eröffnet.

Der 34-jährige Streetart-Künstler Marco Reinhardt war beauftragt worden, die Unterquerung Höhe Hübnerstraße neu zu gestalten. Der BA investierte hierfür 5.000 Euro. Hinzu kamen 5.000 vom Kulturreferat. Marco Reinhardt ist seit 19 Jahren in der Streetart-Szene aktiv und Gründer des Unternehmens "Welovestreetart". Er weiß: "Das macht einfach keinen Spaß, nachts in so einen dunklen Gang entlang zu gehen. Der war verunreinigt und komplett zugetaggt."

Die Unterführung vor der Umgestaltung.
Die Unterführung vor der Umgestaltung. © Marco Reinhardt

Steigt man jetzt die Treppen zur Fußgänger-Unterführung hinunter, springt einem ein fröhlich-buntes Farbgemisch entgegen. Die Unterführung wirkt, als würde man in ein Kaleidoskop hineinblicken, das Dreiecke in Regenbogenfarben erscheinen lässt.

Betrachter soll Teil des Kunstwerks werden

"Ich habe mich für das Low Poly-Konzept entschieden, was eigentlich aus dem Computer-Animationsbereich kommt", erklärt Reinhardt. Hinter den Dreiecken, die wie zufällig angeordnet wirken, steckt ein lange geplantes Konzept, bei dem jeder Punkt im Koordinatenraster genau überlegt wurde. Die Längsseiten sind symmetrisch zueinander gestaltet. Drei Wochen feilte der Streetart-Künstler an seinem etwa 270 Quadratmeter großem Werk – Freihand mit Hilfe einer Schlagschnur. "In der Zeit kamen auch Passanten vorbei, die mir sagten, wie froh sie sind, dass dort endlich was gemacht werde. Vorher wurde diese Unterführung gemieden."

Der Betrachter, so das Ziel des Künstlers, soll beim Durchqueren Teil des Kunstwerks werden. "Ich wollte ein Erlebnis schaffen." Kommunikation gelinge am besten durch Farben und das wolle er im Gesamtkunstwerk zum Ausdruck bringen. Damit die Farben noch besser zur Geltung kommen, habe er die Steinplatten über und unter dem Farbenspiel in einem dunklen Grau gestrichen. Auch sei es ihm wichtig gewesen, dass die Leute mit einem positiven Gefühl wieder rausgehen. "Vielleicht werden sie sogar kurz aus dem tristen Alltagstrott herausgerissen und lassen das Farbspektrum auf sich wirken."

Die Eröffnungsfeier der neu gestalteten Unterführung findet diesen Freitag um 17 Uhr statt.

Lesen Sie hier: Wie geht Gedenken an der East Side Gallery?

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