Wohnraum statt Parkplätze: So soll der Otto-Hahn-Ring in Neuperlach werden

Am Otto-Hahn-Ring in Neuperlach soll für 1.500 Menschen gebaut werden. Über den Siegerentwurf wird der Stadtrat am Mittwoch abstimmen. Die Grünen fordern halb so viel Straßenraum und dafür mehr Bäume.
| Emily Engels
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Werden hier bald Wohnungen gebaut? Der Mitarbeiter-Parkplatz von Siemens.
Werden hier bald Wohnungen gebaut? Der Mitarbeiter-Parkplatz von Siemens. © Daniel von Loeper

Neuperlach - Eine Asphaltwüste, aus der jetzt ein neues Wohngebiet entstehen soll. Das sind die Pläne für das 7,2 Hektar große Planungsgebiet. Es verläuft im Westen durch die Carl-Wery-Straße, im Süden durch den Otto-Hahn-Ring, im Osten durch die Kindertagesstätte an der Tribulaunstraße und wird im Norden durch die Wohnhäuser an der Dr.-Walther-von-Miller-Straße begrenzt.

Der überwiegende Teil des Areals befindet sich in Privateigentum, der Stadt gehören nur die öffentlichen Verkehrsflächen. Bisher wurde das Gelände von Siemens als Mitarbeiter-Parkplatz genutzt.

Das soll sich nun ändern. Das neue Wohngebiet soll einen "städtebaulichen Übergang zwischen der kleinteiligen Wohnbebauung im Norden und der großflächigen Gewerbestruktur im Süden" schaffen, sieht Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) vor.

Zehn Stockwerke als Blickfang

Morgen soll der Stadtrat dem Siegerentwurf für das Gebiet zustimmen. Dieser stammt vom Architekturbüro Biedermann Architekten aus München.

Auf dem Siemens-Parkplatz sollen innerhalb der nächsten acht Jahren drei "aufgelockert und weich" gestaltete O-förmige Wohnblöcke stehen, sieht der Entwurf vor. Inklusive einem Ärztehaus mit zehn Stockwerken als Blickfang.

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Damit gehen der Architekt und die Stadt auf die wütenden Bürger ein, die im vergangenen Jahr 700 Unterschriften gegen ein Hochhaus gesammelt hatten, das ihren Blick stören würde und ihre Gärten verschattet. Ein 60 Meter-Turm war im Vorfeld im Gespräch, jetzt wird der höchste Punkt 35 Meter messen.

Kleine Läden und Cafés

In den Höfen der Wohnblocks sollen kleine Läden und Cafés zum Verweilen einladen. Da jeder Block eine eigene Tiefgarage bekommt, sollen sie zudem autofrei sein. Für zusätzliches Ambiente sollen begrünte Dächer und ein attraktiver großer Platz sorgen.

Die Wohnungen, die an der Carl-Wery-Straße entstehen, sollen zudem mit Schallschutz-Loggien ausgestattet sein. Besonders an dem Entwurf: Die Häuser sind meist in acht Geschossen geplant, zu den Innenhöfen werden sie jedoch niedriger.

Christian Smolka (Grüne).
Christian Smolka (Grüne). © Grüne

Dachterrassen durch Abstaffelung

Einen schönen Nebeneffekt nennt Architekt Biedermann: "Durch die Abstaffelung entstehen tolle Dachterrassen."

Die Rathaus-Grünen signalisieren, dass sie dem Vorschlag am Mittwoch zustimmen werden. Stadtrat Christian Smolka kündigt gegenüber der AZ an: "Wir gehen mit der Vorlage mit."

Allerdings gebe es noch ein Thema, das noch im Gespräch sei. Die Grünen fordern nämlich, dass die Verkehrsfläche am Otto-Hahn-Ring nahe des Bebauungsgebietes deutlich verringert wird.

Smolka: "Vier Autospuren und zwei Busspuren sind überdimensioniert. Das ist ein Straßenquerschnitt wie in der Ludwigstraße." Der Stadtrat und seine Fraktion wünschen sich vielmehr einen Rückbau des Otto-Hahn-Ringes mit einer Grünachse, die zum Wohngebiet hin verlaufen soll. Und zwar bis zur Straße "Im Gefilde".

Deutlich mehr Grünflächen

Smolka erklärt: "Also wünschen wir uns letztlich etwa halb so viel Straßenraum und stattdessen deutlich mehr Grünfläche."

Die Straße sei in den 1970er Jahren geplant worden. Smolka: "Zu Zeiten, als man die Stadt noch für Autofahrer attraktiv machen wollte." Das sei gerade an dieser Stelle nicht mehr nötig. Denn U-Bahn, S-Bahn und Bus befinden sich für die zukünftigen Anwohner in unmittelbarer Nähe.

Merk wisse von den Forderungen der Grünen und äußere sich voraussichtlich morgen dazu, so Smolka zur AZ.

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