Walter-Sedlmayr-Platz in München: Eine greislige Betonwüste

"Dreckig, trostlos" und außerdem mit "zu wenig Sitzplätzen, Mülleimern und Klos": Händler klagen über den Walter-Sedlmayr-Platz. Und auch für Anwohner ist die Situation am Platz nicht einfach hinnehmbar.
| Emily Engels
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Ein Ort, an dem man sich aufhalten mag, schaut anders aus: Eine Mauer seines Supermarktes wird als WC genutzt, der Platz ist im Sommer zugemüllt, im Winter grau und trostlos. Rewe-Inhaber Serdar Kayacan (26) kämpft mit anderen Händlern für eine Verschönerung des Walter-Sedlmayr-Platzes.
Emily Engels Ein Ort, an dem man sich aufhalten mag, schaut anders aus: Eine Mauer seines Supermarktes wird als WC genutzt, der Platz ist im Sommer zugemüllt, im Winter grau und trostlos. Rewe-Inhaber Serdar Kayacan (26) kämpft mit anderen Händlern für eine Verschönerung des Walter-Sedlmayr-Platzes.

Feldmoching - Wer um Himmels Willen hat sich hier schon einmal blicken lassen und sich diese Missstände angeschaut?", schimpft Antonia Hopfensberger (67) in einem Brief an die Stadt. Die Inhaberin eines Reisebüros ist wütend.

Täglich blickt sie von ihrem Arbeitsplatz auf den Grund ihres Ärgernisses: den Walter-Sedlmayr-Platz. Ihre Beschwerden: Der Platz sei eine "greislige Betonwüste", die sich in den Sommermonaten in eine Müllhalde verwandeln würde. Bis auf einmal in der Woche freitags zum Wochenmarkt dürfe zudem nichts auf dem Platz stehen.

Der Walter-Sedlmayr-Platz ist unattraktiv für Kunden

"Wir dürfen keine Werbung außerhalb unseres Reisebüros machen, weil die ‘hochheiligen’ Pflastersteine auch nicht nur zehn Zentimeter breit dafür benutzt werden dürfen", sagt Hopfensberger. Außerdem würden Kunden keinen Parkplatz finden – die fünf Parkplätze an der angrenzenden Josef-Frankl-Straße seien durch eine E-Zapfsäule sowie Taxis belegt.

Von einem weiteren Problem berichtet Serdar Kayacan (26), Inhaber des lokalen Rewe-Marktes: Die öffentliche Toilette im angrenzenden U- und S-Bahnhof sei schon seit Monaten wegen Sanierung geschlossen. Kayacan: "Da viele Leute hier umsteigen, wird die Mauer hinter meinem Markt als WC genutzt." Für Kunden sei das "nicht gerade appetitlich".

Ein Ort, an dem man sich aufhalten mag, schaut anders aus: Eine Mauer seines Supermarktes wird als WC genutzt, der Platz ist im Sommer zugemüllt, im Winter grau und trostlos. Rewe-Inhaber Serdar Kayacan (26) kämpft mit anderen Händlern für eine Verschönerung des Walter-Sedlmayr-Platzes.
Ein Ort, an dem man sich aufhalten mag, schaut anders aus: Eine Mauer seines Supermarktes wird als WC genutzt, der Platz ist im Sommer zugemüllt, im Winter grau und trostlos. Rewe-Inhaber Serdar Kayacan (26) kämpft mit anderen Händlern für eine Verschönerung des Walter-Sedlmayr-Platzes. © Emily Engels

Schon seit Jahren kämpfen die Feldmochinger dafür, dass der erst 2003 neu gestaltete Walter-Sedlmayr-Platz verschönert wird. Doch das Problem ist ein rechtliches. Für 50 Jahre hat der verstorbene Künstler Gerdes Ludger die alleinigen Gestaltungsrechte.

Der Platz soll jetzt verschönert werden

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl und Stadträtin Dorothea Wiepcke haben sich den Platz jetzt angeschaut – und wollen einen Weg finden, ihn zu verschönern. Zunächst, erklärt Wiepcke, mit Vorschlägen, die eventuell mit dem Urheberrecht vereinbar seien.

Die CSU schlägt in ihrem Antrag Fassadenbegrünung, eine bodengleiche Brunnenanlage, mehr Mülleimer, Kurzparkzonen sowie eine Begrünung und Bepflanzung des Platzes vor. Wiepcke sagt: "Wir wollen einen Platz für die bisherige und neu hinzuziehende Bevölkerung, die dort das städtische Lebensgefühl auch wirklich leben kann."

Manuel Pretzl bekräftigt: "Die Platz-Situation ist für Anwohner und Geschäftsinhaber nicht mehr hinnehmbar." In den letzten Jahren habe es zwar viele Gespräche über die Probleme gegeben, passiert sei aber nichts.

"Damit muss jetzt Schluss sein", fordert Pretzl. "Wir brauchen endlich eine tragfähige Lösung für den Walter-Sedlmayr-Platz." Pretzl hoffe auch darauf, dass man vielleicht im erneuten Dialog mit den Urheber-Erben endlich zu einer Lösung komme. "Falls nicht", kündigt er weiter an, "darf auch der Abriss und die vollständige Neukonzeption kein Tabu mehr sein."

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