Stadtspaziergang in Neuhausen: Amerikanerblock und Künstlerhof

Vor Jahrzehnten war hier das Ende der Stadt. Das Viertel überrascht, wie etwa mit Sitztulpen zum Aufklappen.
| Sigi Müller
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Der "Amerikanerblock" der Siedlung Neuhausen am Steubenplatz. Die Balkone sind hier nicht schnöde, sondern formschön eingebettete Kunstwerke.
Sigi Müller 8 Der "Amerikanerblock" der Siedlung Neuhausen am Steubenplatz. Die Balkone sind hier nicht schnöde, sondern formschön eingebettete Kunstwerke.
Aus einer anderen Zeit: Hinterhof-Idylle in der Siedlung.
Sigi Müller 8 Aus einer anderen Zeit: Hinterhof-Idylle in der Siedlung.
Kräuter und Lavendel am Fenster.
Sigi Müller 8 Kräuter und Lavendel am Fenster.
Bunte Anbauten: Balkone in der Schluderstraße.
Sigi Müller 8 Bunte Anbauten: Balkone in der Schluderstraße.
Ein gemütlicher Ratsch vorm Café - die Markise spendet Schatten.
Sigi Müller 8 Ein gemütlicher Ratsch vorm Café - die Markise spendet Schatten.
Herrlich verwunschen: der Eingang zu einem der Ateliers.
Sigi Müller 8 Herrlich verwunschen: der Eingang zu einem der Ateliers.
Highlight: aufklappbare Tulpen-Sitzgruppe auf dem Spielplatz.
Sigi Müller 8 Highlight: aufklappbare Tulpen-Sitzgruppe auf dem Spielplatz.
Ein Blick in den Künstlerhof von Neuhausen - mit einem meterhohen Torbogen.
Sigi Müller 8 Ein Blick in den Künstlerhof von Neuhausen - mit einem meterhohen Torbogen.

Neuhausen-Nymphenburg - Die Idee zu diesem Spaziergang hatte eine nette AZ-Leserin, die mir den Tipp gab.  Und so war ich also unterwegs in der 1928 bis 1931 unter anderem im Stil der Neuen Sachlichkeit erbauten Siedlung Neuhausen mit ihren 1.900 Wohnungen, 33 Läden und vier Lokalen - gleich hinter der Arnulfstraße.

Herrlich eingewachsene Häuser

Künstlerhof? Und Amerikanerblock? Noch nie gehört? Ich zuvor - ich gebe es zu - auch nicht. Aber es ist wirklich eine schöne Gegend zwischen Karl-Schurz-Straße, Gotelindenstraße und Steubenplatz.

Viele kleine Straßen in der Umgebung, herrlich eingewachsene Häuser und eine Kastanienallee, deren rotes Blütenmeer ich leider verpasst habe. Nächstes Jahr wieder.

Früher gab es viele Feste bei den Künstlern

Da ich mich dort nicht auskannte, kam ich ins Gespräch mit einer sehr freundlichen Frau, die schon lange dort wohnt, die mir den Künstlerhof zeigte und viele Geschichten von dort wusste.

Früher, so erzählt sie, gab es viele Feste bei den Künstlern und die ganze Nachbarschaft feierte einfach mit. Es gab viele Kontakte.

Durch den Generationenwechsel gibt es inzwischen wohl nicht mehr so viele Begegnungen, aber es wohnt sich immer noch sehr schön dort. Viel Grün, alte Bäume, Straßencafés und Lokale laden zum Verweilen ein.

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Zum ersten Mal, seit uns Corona erwischte, habe ich wieder Gespräche vor Ort. Ich stehe vor den Ateliers, einem Spielplatz auf der großen, von Bäumen umrahmten Wiese, einer Sitzgruppe in Tulpenform. Klappt man eine Blüte auf, wird diese zur Sitzfläche.

Durch die Fenster kann man angefangene und fertige Kunstwerke sehen. Auf der Wiese steht auf einem Steinsockel eine Büste. "Melancholie" ist senkrecht in den Sockel gemeißelt.

Vom Steubenplatz aus sieht man über die Arnulfstraße auf das Forum Hirschgarten, ein Neubaugebiet, über das ich vor längerer Zeit schon einmal berichtet habe.

Brotzeit im Hirschgarten

Einen Tipp allerdings habe ich bei meinem Spaziergang noch nicht berücksichtigt - ich war nicht im Hirschgarten zur Brotzeit. Ein anderes Lokal hat mich dagegen neugierig gemacht: "Zum ewigen Licht".

War hier mal ein Friedhof? Nein, erklärt mir die nette Bedienung, als sie mir meine Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat (9,50 Euro) serviert, hier war vor langer Zeit mal das Ende der Stadt, und dazu brannte hier ein ewiges Licht.

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Schön in ein Lokal zu gehen, eine Speisekarte zu durchstöbern, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Das habe ich bei meinen Spaziergängen lange vermisst. Und nächstes Mal gehe ich ganz sicher auch rüber zum Hirschgarten. Weit ist es ja nicht.

In diesem Sinne eine schöne Woche
Ihr Sigi Müller

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