Stadt entfernt Radl in der Innenstadt

In der Altstadt soll es mehr Parkplätze für Radl geben. Deshalb entfernt die Stadt nun rigoros verlassene Fahrräder. Nicht nur Schrottradl müssen weichen ...
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Dauerparker: Das Schrottradl von der Arnulfstraße wäre ein Kandidat für die Aufräumer der Stadt.
Susanna Schemberg Dauerparker: Das Schrottradl von der Arnulfstraße wäre ein Kandidat für die Aufräumer der Stadt.

Altstadt - Das Baureferat will in der Altstadt mehr Stellplätze für Fahrräder schaffen. Deshalb werden an einigen Stellen zunächst nicht nur die Schrottradl, sondern auch "offensichtlich aufgegebene" Räder entfernt. Vor allem in den Bereichen: Marienhof, Landschaftsstraße, am Durchgang zum Alten Rathaus, auf dem Marienplatz sowie am Rindermarkt und im Tal wird die Aufräumaktion durchgeführt.

Hinter dem Rathaus sollen dafür neue Fahrradständer errichtet werden. "Das Baureferat legt im Rahmen dieser Aktionen größten Wert auf ein rechtlich gesichertes Vorgehen. Deshalb werden bisher nur eindeutig als Schrott erkennbare Räder oder Fahrradteile eingesammelt," heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Über jeden Einzefall werde gemeinsam mit der örtlichen Polizeiinspektion entschieden. Im Jahr 2014 seien so insgesamt etwa 3.000 Räder beseitigt worden. Da der Radlverkehr in der Stadt zunehme, seien saisonale Aktionen nicht mehr zielführend. Damit auch ungenutzte Räder entfernt werden können, hat das Baureferat zusammen mit der P+R als Partner ein Verfahren entwickelt, das diese bereits auf den privaten Flächen der Münchner Verkehrsgesellschaft durchführt. Ob es auch auf öffentlichen Flächen umgesetzt werden kann, soll nun im Rahmen eines Pilotversuchs geprüft werden.

Im Auftrag des Baureferats beginnt die P+R am 19. Mai mit der Aktion in den oben genannten Bereichen. Dabei werden zunächst Schrotträder und aufgegebene Fahrräder mit Banderolen markiert. Auf der Banderole wird darauf hingewiesen, dass das Rad nach einer Frist von vier Wochen entfernt wird. Als „aufgegeben“ gelten Räder, die offensichtlich längere Zeit nicht mehr bewegt wurden bzw. die niemand mehr nutzen will. +

Mehrere Merkmale müssen erfüllt sein, damit ein Radl als "aufgegeben" gilt : beispielsweise zerstörte oder fehlende Funktions-Teile wie Rahmen, Reifen, Felgen, Lenker und Kette, verstaubte Sattel, Pedale und Griffe oder Fahrradkörbe, die offenbar nur mehr als Ablage für Abfall missbraucht werden.

Sollten die gekennzeichneten Räder nach vier Wochen noch immer unverändert an gleicher Stelle stehen, werden sie von der P+R registriert und entfernt. Sechs Monate werden sie anschließend eingelagert und – sofern sie in dieser Zeit nicht abgeholt wurden – schließlich verwertet bzw. entsorgt.

Mehr Abstellplätze

Zusätzlich werden im Umfeld des Marienplatzes noch mehr Fahrradstellplätze geschaffen und die Situation dadurch weiter verbessert: Das Baureferat wird, basierend auf einem Stadtratsantrag der SPD, in den
Sommerferien das Angebot an Stellplätzen hinter dem Rathaus an der Landschaftsstraße deutlich ausbauen und drei überdachte Einzelanlagen mit Doppelstockparkern für Fahrräder errichten. Damit können hier
146 Stellplätze geschaffen werden.

Die Anlage ist eine zeitlich beschränkte Interimslösung bis zum derzeit noch nicht bekannten Beginn der Bauarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Nach mindestens einer Saison soll die Anlage hinsichtlich Betrieb, Funktionalität und Akzeptanz beurteilt werden.

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