SPD fordert neue Unterkunft für Verlag "Das Freie Buch"

Der Streit um das "rote Haus" im Westend ist nicht beendet – ganz im Gegenteil. Doch die SPD-Ortsfraktion zeigt nun zumindest Kompromissbereitschaft und fordert eine neue Unterkunft.
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Das "Haus mit der roten Fahne" soll platt gemacht werden, an dieser Stelle sollen Wohnungen enstehen.
Daniel von Loeper Das "Haus mit der roten Fahne" soll platt gemacht werden, an dieser Stelle sollen Wohnungen enstehen.

Schwanthalerhöhe - Bereits Ende vergangenen Jahres wurde den Mietern des "Hauses mit der roten Fahne" in der Tulbeckstraße 4f gekündigt, darunter auch dem Verlag „Das freie Buch“. Bis Ende Dezember 2017 darf der Verlag die Räume weiter nutzen, wenn er vor einem Notar versichert, das Gebäude bis zu dieser Deadline zu verlassen.

Um das Haus zu erhalten und weiter mieten zu können, startete der Verlag bereits Unterschriftenaktionen und verteilte in den vergangenen Tagen Flugblätter. Laut "Das freie Buch" hätte der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe bereits zwei Mal den Erhalt der kulturellen Einrichtung beschlossen. Allerdings zählt die Entscheidung des Stadtrates: Dieser beschloss Mitte Dezember in einer nichtöffentlichen Sitzung die Errichtung von Wohnungen an der Stelle des "Hauses mit der roten Fahne".

SPD fordert "gemeinsame Lösung" von Stadtrat und Verlag

Nun zeigt sich der SPD-Ortsverein Schwanthalerhöhe zumindest ein wenig solidarisch und fordert geeignete Räume für den Verlag "Das freie Buch", sofern das derzeitige Gebäude abgerissen wird. "Wir wurden uns sehr freuen, wenn 'Das freie Buch' an seinem angestammten Platz in unserem Viertel bleiben kann", heißt es in einer Stellungnahme des Vorsitzenden des Ortsvereins, Arno Laxy. "Wir bedauern sehr, dass zuletzt die Situation zwischen den beteiligten Parteien eskaliert ist und hoffen auf eine Einigung, mit der beide Seiten leben können."

Lesen Sie hier: Rotes Haus im Westend - Wieviel Rot leistet sich München?

Der SPD-Ortsverein fordert, dass sich die Vertreter des Verlags "Das freie Buch" mit dem Stadtrat an einen Tisch setzt und gemeinsam nach einer Lösung sucht. Die Linke und die Grünen hatten bereits erfolglos einen Antrag gestellt, dass die Kündigung rückgängig gemacht werden sollte und der Mietvertrag weiter besteht oder dass der Verlag das Haus kaufen kann.

Statt dem nachzukommen, fordert der Eigentümer des Hauses, die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung, Mietnachzahlungen vom Verlag in Höhe von fast 50.000 Euro, die laut dem Verlag nicht gerechtfertigt sind. Er fordert nun die Veröffentlichung des Stadtratbeschlusses und den Erhalt des Hauses als "kulturelle Einrichtung". Das letzte Wort ist in dieser Debatte sicher noch nicht gesprochen.

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