Sendlinger Vereinschef träumt weiter vom Maibaumglück

Weil am 1. Mai noch kein Fest möglich ist unterm Sendlinger Traditionsstangerl, will Vereinschef Otto Seidl einfach nachfeiern - dann eben am 30. Mai.
| Irene Kleber
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Otto Seidl hat sogar eine Bank vorm Sendlinger Maibaum spendiert bekommen - "damit ich ihn mir anschauen kann, bis wieder was los is".
Otto Seidl hat sogar eine Bank vorm Sendlinger Maibaum spendiert bekommen - "damit ich ihn mir anschauen kann, bis wieder was los is". © Daniel von Loeper

Sendling - Oh Jessas Maria und Josef, jetzt wird das schon wieder nix mit dem beschaulichen Maifest am Sendlinger Maibaum. Zum zweiten Mal in Folge fällt am 1. Mai das Festl mit Blasmusik, Leberkäs, Steckerlfisch und Maitanz aus, coronabedingt natürlich.

Dabei hatte Otto Seidl (75) den Einladungstext für den Samstag für seine Sendlinger und die "lieben Freunde des Brauchtums" schon so schön zusammengeschrieben, und auf einem Plan genau eingemalt, wo der Ausschank fürs Ayinger-Bier hätte stehen sollen, die 15 Stehtische, der Grill und das Kuchenstandl.

KVR lehnt Maibaum-Antrag ab

"Wir müssen doch amal wieder ein kleines bisserl raus", sagt der Chef des Maibaumvereins Sendling-Westpark und ehemalige CSU-Stadtrat, "wenigstens auf Abstand unter unserm schönen Maibaum stehen, ohne Sitzmöglichkeiten was essen, trinken To-go. Ohne Musik, des is scho klar".

Aber freilich hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) seinen Antrag abgelehnt, die Rechts- und Infektionslage gebe auch keine abgespeckte Variante eines Maifests her. Neben Seidls Maibaumverein hatten nur noch ein Münchner Burschenverein und eine Freiwillige Feuerwehr den Versuch gemacht, sich eine Feier genehmigen zu lassen, heißt es auf AZ-Nachfrage im KVR.

1. Mai dann am 30. Mai?

Aber demoralisieren lässt sich einer wie Otto Seidl von so einer Absage noch lange nicht. "Ja, wenn's jetzt nicht geht", sagt er, "dann feiern wir eben am letzten Mai statt am ersten, der 30. ist ein Sonntag, und wenn ich alle Gäste vorher persönlich selber impfen muss!"

Der Antrag ist also schon umdatiert, das KVR habe bereits beim örtlichen Bezirksausschuss nachgefragt, ob man einverstanden sei (Seidl: "Die san einverstandn"), eine Entscheidung soll es nun in der Woche vor dem 30. Mai geben.

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Seit 2009 gibt es den Maibaumverein Sendling-Westpark schon, obwohl es noch Jahre gedauert hat, bis der seinen ersten Maibaum hat aufstellen dürfen: 2018 war das, als der Tunnel unterm Luise-Kiesselbach-Platz fertig war und der neue Deckel drauf begrünt werden konnte.

Halb Sendling kam zu der Gaudi, als die Feuerwehr das 27-Meter Fichtenstangerl, weißblau bemalt und mit Taferln bestückt, endlich aufstellen hat können. Nach gleich dreimaligem Maibaum-Diebstahl innerhalb von vier Wochen (erst die Unterbrunner Burschen, dann die Inninger Landjugend, dann auch noch die Schausteller vom Frühlingsfest), nach teuren Auslöseverhandlungen und viel heiterem Gelächter. Dass ein Festl hier auch noch spontan ausgerichtet werden kann, ist ausgemachte Sache. 250 Leute sind im Verein, darunter so essenzielle wie jemand von der Ayinger-Brauerei, ein Steckerlfischlieferant, ein örtlicher Metzger und ein Konditor. Wenn die Lage gut ist in ein paar Wochen, sagt Seidl, "dann könnt's sogar Bier ausm Fassl geben". Prost, hoffentlich.

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