Ratschen und lümmeln an der Isar

Zwischen Reichenbach- und Prinzregentenbrücke soll der Fluss aufgemöbelt werden. Geplant sind: Sitzbänke, Kioske, Balkone. Die Bilder.
| Julia Lenders
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Zwischen Reichenbach- und Prinzregentenbrücke soll der Fluss aufgemöbelt werden. Geplant sind: Sitzbänke, Kioske, Balkone...

München - Die Isar ist für viele Münchner das wichtigste Naherholungsgebiet. Durch die Renaturierung ist „die Reißende“ bereits viel nahbarer geworden. Jetzt überlegt die Stadt, wo und wie es noch besser geht.

Konkret hat sie einen 2,1 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Reichenbach- und der Prinzregentenbrücke ins Auge gefasst. Wie kann die Isar dort zugänglicher und erlebbarer werden?

Damit hat sich im vorigen Sommer ein Workshop befasst. Welche Ideen dabei entstanden sind, ist dem Planungsausschuss des Stadtrats jetzt vorgestellt worden. Zum Teil ganz plastisch – mit Visualisierungen, die das Münchner Büro „mahl.gebhard.konzepte“ zusammengestellt hat.

Da sind zum Beispiel die großen Stufen, die sich die Planer am westlichen Ufer vorstellen, und zwar beim Europäischen Patentamt. „Jetzt ist die Isar manchmal so weit weg“, sagt Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard. Das würde sich ändern, wenn die Münchner künftig gemütlich auf der Riesen-Treppe am Wasser sitzen könnten.

Die Stelle sei auch deshalb ideal, so die Planerin, „weil es dort niemanden stört“. Vor Wohnungen kämen solche Stufen nicht in Frage. „Diesen Konflikt wollen wir nicht programmieren.“

Eine weitere Idee: Der langweilige Wehrsteg soll zu einem Ort werden, an dem man verweilen und dem Wasserrauschen zuhören kann – auf großzügigen Holzbänken, die zum Rumlümmeln einladen. Zwischen Ludwigs- und Maximiliansbrücke könnten neue Rast- und Ratschplätze entstehen – in Form von überm Wasser schwebenden Balkonen.

Grundsätzlich streben die Planer eine durchgängige Promenade am Westufer an – und eine Entflechtung von Radlern und Fußgängern. Für die Pedalisten könnte eine schnelle Verbindung neben der Straße geschaffen werden, für die Spaziergänger ein Gehweg direkt am Wasser. Für die Lukaskirche ist ein „Kirchplatz am Wasser“ im Ideentopf, für die Ludwigsbrücke weniger Verkehr – und ein schöner Vorplatz am Deutschen Museum.

All diese Ideen müssen weiter ausgearbeitet werden. Das Konzept für eine Rahmenplanung soll dem Stadtrat dann im Herbst vorgestellt werden. Doch der SPD geht das alles nicht schnell genug. Sie hat gestern ein Sofortprogramm gefordert, das die Verwaltung bis Ende Juni vorgelegen soll – mit konkreten Vorschlägen zu 100 neuen Sitzgelegenheiten und Standorten für weitere Kioske.

Zudem wollen die Roten wissen, wie oft und für was der Vater-Rhein-Brunnen künftig genutzt werden kann. Und was hat der Freistaat eigentlich am Deutschen Museum vor? Auch das müsse auf den Tisch. Stadtrat Christian Amlong: „Wir glauben, dass hier endlich Entscheidungen gefällt werden müssen.“ Die Zeit sei reif.

Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher sieht das etwas gelassener: „So einen Schnellschuss halte ich nicht für notwendig.“

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