Neuperlach soll fit für die Zukunft werden

Die gealterte Satellitenstadt soll modernisiert werden. Ein Rundgang mit der Stadtbaurätin.
| Gabriele Mühlthaler
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Dafür ist Neuperlach bekannt: eine der 13 Perlacher Brücken, die über Straßen gebaut wurden.
Dafür ist Neuperlach bekannt: eine der 13 Perlacher Brücken, die über Straßen gebaut wurden. © Sigi Müller

München - Neuperlach ist eine der größten Siedlungen Europas, ein Stadtteil mit besonderen Qualitäten - aber auch Herausforderungen. Hohe Bauten dominieren das Bild, dazwischen sehr viel Grün. 2017 wurde am Hanns-Seidel-Platz, dem Herzen des Viertels - das bis heute nicht fertig ist - der 50. Jahrestag der Grundsteinlegung Neuperlachs gefeiert.

Wie könnte Neuperlach sich weiterentwickeln? Was fehlt den Menschen vor Ort, was wollen sie keinesfalls missen? Mit welchen Maßnahmen kann man aus der "Stadt der Moderne" die "nachhaltige Stadt der Zukunft" machen?

Elisabeth Merk will, dass die Neuperlacher ihre Zukunft mitgestalten.
Elisabeth Merk will, dass die Neuperlacher ihre Zukunft mitgestalten. © Sigi Müller

Mit diesen Fragen befassen sich Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) und ihre Mitarbeiter, gemeinsam mit den Büros ADEPT, Luchterhandt und Transsolar seit Monaten intensiv. Auch die Neuperlacher und der Bezirksausschuss 16 Ramersdorf-Perlach reden mit.

Das Planungsreferat ist stolz auf sein Infomobil, das bereits an fünf Neuperlacher Standorten rund 1300 Bürgerstimmen eingefangen hat. "Wir machen mobiles Stadtteilmanagement, weil Neuperlach sehr groß ist und wir so viele Menschen erreichen", sagt Florian Mayer von der betreuenden MGS (Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung).

Neuperlachs Ruf hat sich geändert

Seit den Gründungsjahren hat sich viel getan und der manchmal nicht allzu gute Ruf des Viertels gilt weitgehend als überholt. Im November soll der Stadtrat Neuperlach zum Stadtsanierungsgebiet erklären, dann fließen Gelder aus unterschiedlichen Fördertöpfen. "Wir setzen uns mit dem Bestand auseinander und fragen, wie der Stadtteil auf Veränderungen reagiert", so die Stadtbaurätin beim Rundgang durchs Viertel. "Wo liegt noch Siedlungspotenzial, wie gehen wir damit um?" Ein Beispiel: Der Wohnring, den man angeblich aus dem All identifizieren kann, wie die Chinesische Mauer. Hohe Bauten und dazwischen große grüne Oasen, die von den Menschen vielfach genutzt werden.

An den Mauern der Lätare-Kirche ruhen sich Neuperlacher gerne aus.
An den Mauern der Lätare-Kirche ruhen sich Neuperlacher gerne aus. © Sigi Müller

Doch in den nächsten Jahren fallen die Wohnungen aus der Sozialbindung, was geschieht dann? "Wir gehen sensibel mit der Problematik um", sagt die Stadtbaurätin. Aufstockungen an den Rändern vielleicht? "Wir möchten die Qualität des Freiraums erhalten, Wohnungen ergänzen, aber keinesfalls in der Mitte bauen".

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Neuperlacher wünschen sich lebendigen Hanns-Seidel-Platz

Einmalig sind auch die 13 Brücken, die Straßen überspannen, obwohl die Menschen diese lieber unten queren. Merk will ein Konzept dafür entwickeln, BA-Chef Thomas Kauer (CSU) fände es schon ausreichend, wenn das Baureferat sanieren würde.

Zufrieden sind die Neuperlacher eigentlich fast rundum, das Sterben der Subzentren stört sie aber ebenso wie fehlende Kulturmöglichkeiten. Sie wünschen sich endlich einen lebendigen Hanns-Seidel-Platz und keine höhere und dichtere Bebauung. Ihre Mitwirkung ist laut Merk weiter gefragt, damit das Mehrgenerationenprojekt "Neuperlach fit für die Zukunft" gelingt.

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