Neue Diskussion über Stolpersteine

SPD-Landtagskandidat Florian von Brunn begrüßt Gunter Demnigs Gedenkprojekt und die Verlegung von Stolpersteinen in der Lindwurmstraße 205.
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Stolpersteine werden an Stelle von Pflastersteinen eingesetzt.
dpa Stolpersteine werden an Stelle von Pflastersteinen eingesetzt.

Sendling - Bildhauer Gunter Demnig will am 18. April vor dem Anwesen Lindwurmstraße 205 so genannte "Stolpersteine zum Gedenken an die von den Nazis verfolgten und getöteten Sofie und Emanuel Gutmann aufstellen. Auf Privatgrund, denn die Stadt München ist gegen die Stolperstein-Aktion.

„Die Stolpersteine sind ein wichtiges Gedenkprojekt, mit dem den Opfern des Nationalsozialismus Namen und Würde zurückgegeben werden sollen. In diesem Fall vor dem ehemaligen Kaufhaus Gutmann in Sendling, um an Sofie und Emanuel Gutmann zu erinnern", so von Brunn.

"Sie wurden 1942 deportiert und 1943 im KZ Theresienstadt ermordet. Ich finde die Aktion des Bildhauers Gunter Demnig mit den Historischen Lernorte Sendling und der Initiative Stolpersteine für München künstlerisch bedeutend und politisch notwendig. Zumal vor dem Hintergrund, dass Neonazis in München immer offensiver die Öffentlichkeit suchen.“

Florian von Brunn bittet den Münchner Stadtrat anlässlich der Verlegung, seine Entscheidung aus dem Jahr 2004 gegen Stolpersteine auf öffentlichem Grund zu überprüfen: „Gunter Demnigs Gedenkprojekt findet in ganz Europa Anerkennung. Demnig wurde vielfach für sein Engagement ausgezeichnet, zum Beispiel 2004 mit der Herbert-Wehner-Medaille der Gewerkschaft ver.di und im Jahr 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler."

In mehr als 800 europäischen Städten und Gemeinden habe er fast 40 000 Stolpersteine verlegt. Damit seien die Stolpersteine "das weltweit größte dezentrale Mahnmal. Bertolt Brecht hat einmal gesagt: ‚Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.‘ Jetzt wird es meiner Ansicht nach Zeit, dass sich auch der Münchner Stadtrat noch einmal unvoreingenommen mit dieser Frage beschäftigt".

Florian von Brunn erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass sich ein Parteitag der Münchner SPD bereits im Mai 2010 mehrheitlich für die Verlegung von Stolpersteinen auf öffentlichem Grund ausgesprochen hat.

 

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