Nach AZ-Bericht: MVG antwortet Leser

Über die AZ hat sich ein Neuhauser an die MVG gewandt und über zu wenig Zeit zum Umsteigen beschwert. Jetzt hat die MVG geantwortet...
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Christian Baierl wartet oft zehn Minuten auf die U-Bahn, weil er seit dem Fahrplanwechsel nicht mehr genug Zeit zum Umsteigen hat.
Petra Schramek Christian Baierl wartet oft zehn Minuten auf die U-Bahn, weil er seit dem Fahrplanwechsel nicht mehr genug Zeit zum Umsteigen hat.

Neuhausen - Christian Baierle aus Neuhausen ärgert sich darüber, dass er am OEZ nicht genug Zeit zum Umsteigen hat und so regelmäßig seine Anschluss-U-Bahn verpasst und zehn Minuten auf die nächste Bahn warten muss. Deshalb hat er sich über die AZ mit einem Brief an die MVG gewandt. Jetzt hat die MVG geantwortet:

Ihr Vorschlag: „Das Problem kann gelöst werden, wenn wie bereits vorgeschlagen die Züge mit den Ziel OEZ bzw. Westfriedhof (U7) getauscht werden, damit wäre ein Umsteigen auch bei den täglichen Verspätungen gewährleistet.“

Der Tausch der Fahrplanlagen von U1 und U7 ist weder ohne weiteres möglich noch sinnvoll. So müssten die Abfahrtszeiten beider Linien teilweise um 5 Minuten verschoben werden, damit die U1 nicht durch die wendende Verstärkerlinie der U2 am Kolumbusplatz blockiert wird. Damit wären umfangreiche Auswirkungen auf die Anschlüsse zu allen anderen Verkehrsmitteln verbunden. Deren Fahrplan müsste ebenfalls mindestens zweimal am Tag geschoben werden – oder die Anschlüsse wären entsprechend länger. All das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Zu den Fragen im Einzelnen:

Wieso plant man überhaupt einen Taktfolge, die im Berufsverkehr nie eingehalten werden kann?

Zum Fahrplanwechsel wurde der gesamte U-Bahnfahrplan optimiert, um die historisch gewachsene Struktur an das weiterentwickelte Angebot anzupassen und damit eine möglichst hohe Betriebsqualität zu gewährleisten. Dies geschah nach aufwendiger Analyse durch eine entsprechende Anpassung der Fahr-, Halte- und Wendezeiten. Selbstverständlich wurde bei der Gestaltung großer Wert darauf gelegt, dass die vorgegebenen Zeiten auch eingehalten werden können. Da zwischen nahezu allen U-Bahnlinien direkte oder indirekte Beziehungen bestehen, ist die Fahrplangestaltung außerordentlich komplex; selbst geringfüge Änderungen haben Auswirkungen auf das gesamte System – inklusive Tram und Bus. Erste Beobachtungen haben gezeigt, dass der neue Fahrplan bisher grundsätzlich stabiler ist als der bisherige.

Ist das Problem bei den verantwortlichen Stellen der MVG überhaupt bekannt oder nur beim Lob und Tadel Kundendienst?

Selbstverständlich sind allen verantwortlichen Stellen der MVG die relevanten Fakten bekannt. Dass in einem komplexen Netz nicht alle Anschlussbeziehungen optimiert werden können oder es sogar vereinzelt zu längeren Umsteigezeiten kommt, lässt sich jedoch nie ganz vermeiden. Im Gegenzug haben sich aber auch viele Umsteigezeiten verbessert. So besteht z.B. nun eine kurze Umsteigemöglichkeit von Moosach Richtung U1 am Olympia-Einkaufszentrum.

Was planen Sie konkret, um ein Umsteigen am OEZ zu ermöglichen?

Die Übergangszeit von der U1 am Olympia-Einkaufszentrum zur U3 in Richtung Oberwiesenfeld beträgt 2 Minuten an Schultagen bzw. 3 Minuten zu Ferienzeiten. Eine Änderung ist derzeit nicht geplant. Es lassen sich nicht alle Umsteigebeziehungen optimal gestalten.

Halten Sie einen 10 Minuten-Takt auf den Linien U1 und U3 zur Hauptverkehrszeit (Berufsverkehr) kundenfreundlich?

Die Linien U1 und U3 werden, wie auf anderen Linien auch üblich, auf jenen Streckenabschnitten mit zusätzlichen Verstärkerlinien versehen bzw. auf einen 5-Minuten-Takt verdichtet, auf denen es nachfragebedingt notwendig ist. Entsprechende Taktverdichtungen sind derzeit weder im Bereich Westfriedhof – Olympia-Einkaufszentrum noch Olympiazentrum – Moosach erforderlich. Taktverdichtungen auf diesen Streckenabschnitten würden den Kauf von zusätzlichen Fahrzeugen erforderlich machen, die nur für einen kurzen Zeitraum zum Einsatz kämen. Die damit verbundenen Investitionskosten würden in keinerlei Verhältnis zur Nachfrage stehen. Der zusätzliche Betriebsaufwand wäre nicht annähernd durch Fahrgeldeinnahmen finanziert.

Gibt es Überlegungen Fahrgäste zu entschädigen, die aufgrund von Verspätungen die Anschlüsse verpassen? Bei Verspätungen über 20 Minuten, die im Verantwortungsbereich der MVG liegen, greift die MVG-Garantie.

 

 

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