Münchner Altstadt: Dienerstraße wird Fußgängerzone

Insgesamt soll die Münchner Altstadt bis 2025 nur noch von Fußgängern genutzt werden dürfen, planen Grüne und SPD. In der Dienerstraße wird das konkret.
| Emily Engels, AZ
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Elisabeth Merk.
Daniel von Loeper Elisabeth Merk.

Altstadt - Eine Altstadt, in der so gut wie keine Autos mehr fahren. Das war die Vision und das Versprechen von Grünen und SPD im Wahlkampf. Auch im Koalitionsvertrag hat das neue Bündnis das festgelegt. Jetzt werden aus Worten erste Taten.

Denn in der Dienerstraße wird die Vision einer "autofreien" Altstadt ein Stück konkreter: Nachdem es dort bereits seit Herbst 2019 Halte- und Fahrverbote für Kraftfahrzeuge gibt, wird nun auch die Fußgängerzone um 55 Meter verlängert.

Autofreie Dienerstraße: Das sind die nächsten Schritte

Statt bis zur Ecke Landschaftstraße/Altenhofstraße soll die Fußgängerzone künftig bis zur Gebäudegrenze zwischen der Dienerstraße 12 und 14 (Dallmayr/Manufaktum) führen. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat beschlossen, vor dem U-Bahn-Zugang und dem Geschäft Dallmayr mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgängerzu schaffen.

Die bestehenden Taxi- und Behindertenstellplätze gibt es weiterhin - sie werden lediglich ein Stück in Richtung Schrammerstraße verschoben. Wie in der Münchner Fußgängerzone üblich, kann der Lieferverkehr weiter zufahren. Radfahren ist bis zur Fahrradabstellanlage neben dem U-Bahn-Zugang erlaubt.

Als nächstes sollen das Kreisverwaltungsreferat und das Baureferat die formalen Schritte zur Änderung der Straßenkategorie und der Verkehrsregeln einleiten. 

Umbau der Dienerstraße zu einer Fußgängerzone

Wann aus der Dienerstraße eine richtige, gepflasterte Fußgängerzone wird, hängt jedoch von einem Mammut-Projekt ab: dem Bau der Zweiten Stammstrecke und der damit zusammenhängenden Baustelle am Marienhof. Man rechne damit, schreibt Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) in ihrer Vorlage, dass es noch Jahre dauern werde, bis die Bauarbeiten beendet seien und die Oberfläche in der Dienerstraße komplett wiederhergestellt sei.

Da man jedoch mit dem Umbau der Dienerstraße zu einer Fußgängerzone ungern warten wolle, beauftragt Merk in der Vorlage das Kreisverwaltungsreferat (KVR) und die Deutsche Bahn zum einen, ein genaueres Zeitfenster zu ermitteln. Zum anderen soll geprüft werden, ob die Dienerstraße schon bald abschnittsweise umgebaut werden kann – angefangen auf dem Abschnitt, der an die bereits bestehende Fußgängerzone angrenzt.

Elisabeth Merk.
Elisabeth Merk. © Daniel von Loeper

Projekt autofreie Dienerstraße: Baumgärtner warnt

Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) warnt: "Die ansässigen Unternehmen müssen unbedingt bei Planungen und Umbaumaßnahmen eingebunden werden – und zwar frühzeitig."

Die Geschäfte müssten sich auf Beeinträchtigungen vorbereiten. Zudem müsse die Zufahrt für den Lieferverkehr bestehen bleiben, schreibt Baumgärtner. Auch nach dem Umbau zur Fußgängerzone.

Sein Referat gehe aber davon aus, dass die Dienerstraße in den kommenden acht Jahren im Zuge der Bauarbeiten für die Zweite Stammstrecke ohnehin immer wieder aufgerissen werden müsse – und ein endgültiger Umbau sich deshalb noch hinauszögern werde.

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