Mörder von Domenico L.: Münchner Polizei bittet Ärzte um Mithilfe

Es ist ein Novum in der Münchner Kriminalgeschichte: Erstmals schaltet die Polizei eine Anzeige im "Ärzteblatt". Darin bittet sie Mediziner um Hilfe, die den Mörder behandelt haben könnten.
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Der Italiener stirbt Ende Mai 2013 mit nur 31 Jahren. An dem Toten wurde DNA seines Mörders gefunden.
privat/ Petra Schramek Der Italiener stirbt Ende Mai 2013 mit nur 31 Jahren. An dem Toten wurde DNA seines Mörders gefunden.

Es ist ein Novum in der Münchner Kriminalgeschichte: Erstmals schaltet die Polizei eine Anzeige im "Ärzteblatt". Darin bittet sie Mediziner um Hilfe, um den vermutlich psychisch kranken und an der Hand verletzten Mörder zu finden.

München - Seit fast einem Monat läuft die Fahndung auf Hochtouren. 10.000 Euro Belohnung wurden für Hinweise auf den Täter ausgeschrieben. Dennoch läuft der brutale Mörder des Ingenieurs Domenico L. immer noch frei herum. Jetzt hat die Kripo München eine besondere Maßnahme ergriffen: Im "Ärzteblatt" (22.Juni 2013, Ausgabe 13) hat sie eine Anzeige geschalten, mittels der sie Mediziner sucht, die den Täter behandelt haben könnten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter auch sich selbst verletzt haben muss: Dabei könnte es sich laut Polizei um Schnitt- und/oder Sichverletzungen im Bereich der oberen Extremitäten handeln. Auch Verletzungen in anderen Körperregionen könnten nicht ausgeschlossen werden. "Wer hat seit dem 28.05.2013,ab 22.00 Uhr, eine männliche Person mit dem beschriebenen Verletzungsmuster im Großraum München behandelt und kann entsprechende Hinweise geben", lautet deshalb die Frage an die Mediziner.

Gesucht wird aber auch ein Arzt, bei dem der Täter möglicherweise in psychologischer Behandlung ist oder war: Schließlich könnte es sein, dass der Mörder psychisch krank ist. Dafür spricht laut den Ermittlern die Brutalität seiner Vorgehensweise.

Ärzte, die entsprechende Informationen haben und sachdienliche Hinweise geben können, werden in der Anzeige gebeten, sich an die Polizei zu wenden. Die diesbezüglichen Ermittlungen würden mit der nötigen Diskretion geführt.

Wie sich das mit der ärztlichen Schweigepflicht und dem grundsätzlichen Zeugnisverweigerungsrecht von Ärzten verträgt? "Bei besonders schwerwiegenden Delikten, wie dem hier in Frage stehenden Tötungsdelikt", lässt die die Rechtsprechung laut Kripo "Ausnahmen zu".

Eine solche Ausnahme ist hier laut Staatsanwaltschaft München I "verhältnismäßig und zulässig": Schließlich müsse ein brutaler Mörder gefangen werden, wie die Polizei betont. Einer, der jederzeit wieder zuschlagen könne.

 

Das sind die Ansprechpartner:

 

Staatsanwaltschaft München I

Linprunstraße 25, 80335 München, Abt. II - Kapitaldelikte, Staatsanwältin als Gruppenleiterin Ehrl, Tel. 089 5597-4808

Oberstaatsanwalt als Hauptabteilungsleiter Dr. Beckstein,

Tel.: 089 5597-4832

 

oder

 

Polizeipräsidium München, Kommissariat 11,

Mordkommission 4

Hansastraße 24, 80686 München

Erster Kriminalhauptkommissar Linder, Tel. 089 63007-1104

Herr Kriminaloberrat Kraus, Tel. 089 63007-4011

 

 

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