Mann (27) bricht nach Haftentlassung direkt wieder in L'Osteria ein.

Das ging schnell: Ein 27-Jähriger, der am ersten Februar aus der Haft entlassen wurde, verübt am ersten Tag in Freiheit gleich den nächsten Bruch.
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Keine zwei Tage war der 27-Jährige auf freiem Fuß. Auch beim Nobel-Italiener Osteria Pietra Piccina war der Einbrecher zugange.
Schramek/dpa Keine zwei Tage war der 27-Jährige auf freiem Fuß. Auch beim Nobel-Italiener Osteria Pietra Piccina war der Einbrecher zugange.

Das ging schnell: Ein 27-Jähriger, der am ersten Februar aus der Haft entlassen wurde, verübt am ersten Tag in Freiheit gleich den nächsten Bruch. Die Kripo klingelt nach 48 Stunden und nimmt ihn wieder fest.

Perlach - Das bevorzugte Arbeitsgerät des 27-Jährigen aus Neuperlach ist ein schlichter Pflasterstein. Mit dem zertrümmert er für gewöhnlich Scheiben, steigt anschließend in Gebäude ein, um Kassen und Geldkassetten zu plündern. Der Münchner ist in den vergangenen Jahren immer wieder von der Polizei erwischt worden. Entsprechend lang ist sein Vorstrafenregister.

Zuletzt war der Mann in der Psychiatrie

Zuletzt kam er nicht ins Gefängnis, sondern in die Psychiatrie im Bezirkskrankenhaus Haar, wo er seine Strafe absaß. Am 1. Februar wurde er entlassen. Bereits einen Tag später zog der gebürtige Münchner wieder los. Nur ein paar Straßen von seiner Wohnung entfernt zertrümmerte er an einem Hotel am Pfanzeltplatz eine Glastür – wie er es gewöhnt ist, natürlich mit einem Pflasterstein. Die Beute fiel eher bescheiden: Einige Hundert Euro aus einer Geldkassette des Hotels.

Noch in derselben Nacht statte er dem Restaurant L’Osteria zwischen Lenbach- und Maximiliansplatz einen Besuch ab. Wieder kam ein Pflasterstein zum Einsatz. Der Täter stieg in das Lokal ein, durchsuchte den Nobel-Italiener und plünderte schließlich die Wechselgeldkasse, bevor er wieder verschwand.

Anschließend zog der Einbrecher weiter zum Salvatorplatz. Dort hatte er es auf zwei Boutiquen abgesehen. Wieder griff er zum Pflasterstein und versuchte, damit Scheibe einzuschlagen. Doch die Geschäfte sind mit Sicherheitsglas ausgestattet. Die Scheiben splitterten, hielten aber ansonsten dem Stein stand.

"Eben ein echter Depp", sagt ein Kriminaler

Der Einbrecher gab auf und verschwand in der Dunkelheit. Die Masche mit dem Pflasterstein ist ebenso uneffektiv wie aus der Mode gekommen bei Einbrechern. Kaum jemand geht heute noch so dilettantisch vor. Der 27-Jährige hätte genauso gut seine Visitenkarte am Tatort zurücklassen können. "Eben ein echter Depp", sagt ein Kriminaler.

Die Polizei begann zu ermitteln. Zivilfahnder der PI 24 Neuperlach fiel die Arbeitsweise des Täters sofort auf. Beim Tatwerkzeug Pflasterstein stießen sie sofort auf den Namen eines alten "Kunden". Als die Abfrage im Polizeicomputer dazu noch ergab, dass der Verdächtige gerade erst aus der Haft entlassen worden war, statteten die Fahnder ihm am Freitag einen Besuch ab. Bei der Untersuchung der Kleidung stellte sich heraus, dass feinste Glassplitter an den Textilfasern hafteten. Dazu kam die altbekannte Arbeitsweise mit dem Pflasterstein. Genug belastende Indizien. Der 27-Jährige wurde in seiner Wohnung festgenommen.

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Ein Ermittlungsrichter erließ inzwischen Haftbefehl gegen den Münchner. Nach gerade mal drei Tagen in Freiheit sitzt er jetzt wieder hinter Gitter. Ihm droht erneut eine langjährige Haftstrafe, möglicherweise sogar mit anschließender Sicherungsverwahrung.

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