Kieferngarten: Wut über Tram im Münchner Norden

Die Verlängerung der Linie 23 soll genau an den Häusln der alten Gartenstadt Kieferngarten entlang fahren. Die Anwohner fürchten Lärm und kämpfen ums Parkhaus.
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Hier entlang der Kieferngartenstraße, nur wenige Meter an den Häusern der alten Gartenstadt entlang, soll die verlängerte 23-er Tram fahren. "Wir wollen aber den Lärm einer Trambahn nicht", sagt Walter Hilger (77), der Chef der Siedlerschaft Kieferngarten, zu der 405 Grundstücke gehören.
Hier entlang der Kieferngartenstraße, nur wenige Meter an den Häusern der alten Gartenstadt entlang, soll die verlängerte 23-er Tram fahren. "Wir wollen aber den Lärm einer Trambahn nicht", sagt Walter Hilger (77), der Chef der Siedlerschaft Kieferngarten, zu der 405 Grundstücke gehören. © Daniel von Loeper

Freimann - Gerade erst haben die Stadtwerke ihre Pläne vorgestellt, wie die 23-er Tram in Richtung Norden verlängert werden soll - um dreieinhalb Kilometer nämlich, bis zur U-Bahn Kieferngarten. Da regt sich schon Widerstand von den Anwohnern des Vereins Siedlerschaft Kieferngarten. Was ihnen sauer aufstößt, ist der Lärm, den eine Tram so nah an der alten Gartenstadt entlang der Kieferngartenstraße verursachen würde - und die Tram-Wendeschleife, für die das Park&Ride-Parkhaus abgerissen werden soll.

Tram an Kieferngartenstraße: Konzept sei "völlig unausgegoren"

"Das vorgestellte Konzept ist völlig unausgegoren", ärgert sich Vereinschef Walter Hilger (77), der seit 1957 in der Siedlung wohnt. Es sei noch kein Schall- und Erschütterungsgutachten fertig, die Kosten seien unklar und auch ein Umweltgutachten liege noch nicht vor.

Auch drei Hochhäuser des Altenheims wären vom Lärm betroffen.
Auch drei Hochhäuser des Altenheims wären vom Lärm betroffen. © Daniel von Loeper

"Den Anwohnern stellt man gegen den Lärm lediglich Schallschutzfenster in Aussicht", klagt der Vereinschef. "Dass die Lebensqualität in der Gartenstadt massiv eingeschränkt wird, und dass der Lärm auf den Balkonen des Seniorenheims, wo 680 Menschen wohnen, ebenso stören wird, nehmen die Planer ungerührt in Kauf."

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Münchner Norden wird bis 2030 massiv wachsen

Und noch einen Kritikpunkt gibt es: "Wenn das Parkhaus abgerissen wird, werden auch in großem Stil Parkplätze vernichtet", sagt Hilger. Viele Pendler, die aus dem Norden kommen, stellten dort ihr Auto ab und steigen in die U-Bahn Richtung Innenstadt. "Wo sollen die denn künftig parken?" Die Siedlerschaft Kieferngarten präferiert schon lange eine alternative Lösung zu einer Tram - in Form von umweltfreundlichen Elektrobussen.

Dieses Park&Ride-Parkhaus an der U-Bahnhaltestelle Kieferngarten soll abgerissen werden für die Tram-Wendeschleife.
Dieses Park&Ride-Parkhaus an der U-Bahnhaltestelle Kieferngarten soll abgerissen werden für die Tram-Wendeschleife. © Daniel von Loeper

Die Stadt findet die Tramverlängerung nötig, weil der Münchner Norden bis 2030 massiv wachsen wird. An der ehemaligen Bayernkaserne und auf dem Gewerbegebiet an der Heidemannstraße werden rund 5.500 Wohnungen entstehen, plus Schulen und Kitas. Auch im BMW-Forschungszentrum (FIZ) in Milbertshofen sollen bis 2050 rund 15.000 Angestellte arbeiten. Eine Verkehrsanbindung sei dringend nötig.


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