Historische Fotos aus Bogenhausen

Eine spannende Zeitreise: Das Stadtarchiv und der Volk Verlag zeigen bislang unveröffentlichte Fotos aus dem alten Bogenhausen. Hier finden Sie eine Auswahl.
| Timo Lokoschat
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Eine Million Goldmark! Diese fast etwas unheimlich wirkende Villa an der Maria-Theresia-Straße 32 war lange die teuerste in ganz Bogenhausen. Erbauen ließ sie von 1899 bis 1901...
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Eine Million Goldmark! Diese fast etwas unheimlich wirkende Villa an der Maria-Theresia-Straße 32 war lange die teuerste in ganz Bogenhausen. Erbauen ließ sie von 1899 bis 1901...
...der Erfinder Rudolf Diesel. Hier ist die zwei Stockwerke hohe Diele zu sehen, der gewaltige Kamin, über dem ein Porträt des Hausherrn hängt. Imposant. Und trotzdem: Rudolf Diesel soll hier nie wirklich glücklich gewesen sein. Kurz nach dem Einzug 1901 erlitt er einen Nervenzusammenbruch.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 ...der Erfinder Rudolf Diesel. Hier ist die zwei Stockwerke hohe Diele zu sehen, der gewaltige Kamin, über dem ein Porträt des Hausherrn hängt. Imposant. Und trotzdem: Rudolf Diesel soll hier nie wirklich glücklich gewesen sein. Kurz nach dem Einzug 1901 erlitt er einen Nervenzusammenbruch.
Auf dieser Aufnahme von 1900 ist der Friedensengel am Ende der Prinzregentenstraße gerade ein Jahr alt.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Auf dieser Aufnahme von 1900 ist der Friedensengel am Ende der Prinzregentenstraße gerade ein Jahr alt.
Kutschen neben Straßenbahnen: Das Foto von 1903 zeigt die Anfahrt zu den Richard-Wagner-Festspielen im Prinzregententheater. 1901 war es eröffnet worden.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Kutschen neben Straßenbahnen: Das Foto von 1903 zeigt die Anfahrt zu den Richard-Wagner-Festspielen im Prinzregententheater. 1901 war es eröffnet worden.
Ein Krämerladen in der Montgelasstraße. 1905.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Ein Krämerladen in der Montgelasstraße. 1905.
In Nahaufnahme: die Krämerinnen.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 In Nahaufnahme: die Krämerinnen.
Und die Schilder der Marken, von denen es viele längst nicht mehr gibt: Cacao Bensdorp, Steckenpferd Lilienmilch Seife ("für zarte, weiße Haut"), Zuban Zigaretten, Globin Schuhputz, Sunlicht Seife, Dosana-Sprudel, Dr. Thompson's Seifenpulver, Kathreiners Malzkaffee.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Und die Schilder der Marken, von denen es viele längst nicht mehr gibt: Cacao Bensdorp, Steckenpferd Lilienmilch Seife ("für zarte, weiße Haut"), Zuban Zigaretten, Globin Schuhputz, Sunlicht Seife, Dosana-Sprudel, Dr. Thompson's Seifenpulver, Kathreiners Malzkaffee.
Das ist der etwas verwahrloste Hinterhof der Gaststätte und Metzgerei Betz 1919. Gegenüber liegen die Mietshäuser der Ismaninger Straße 126 und 124. Im Jahr 2013 stürzte hier ein Baugerüst ein.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Das ist der etwas verwahrloste Hinterhof der Gaststätte und Metzgerei Betz 1919. Gegenüber liegen die Mietshäuser der Ismaninger Straße 126 und 124. Im Jahr 2013 stürzte hier ein Baugerüst ein.
Im ersten Stock der schlossartigen Villa in der Prinzregentenstraße 61 wohnte Wilhelm Conrad Röntgen. Ein Nachmieter: Junggeselle Prinz Joseph Clemens von Bayern (1902-1990) – mit 80 Katzen.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Im ersten Stock der schlossartigen Villa in der Prinzregentenstraße 61 wohnte Wilhelm Conrad Röntgen. Ein Nachmieter: Junggeselle Prinz Joseph Clemens von Bayern (1902-1990) – mit 80 Katzen.
Der Maximilianskeller befand sich in der Prinzregentenstraße 75 bis 98. Der Brauerei- und Ausschankkomplex wurde 1928 zugunsten einer Wohnanlage abgebrochen.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Der Maximilianskeller befand sich in der Prinzregentenstraße 75 bis 98. Der Brauerei- und Ausschankkomplex wurde 1928 zugunsten einer Wohnanlage abgebrochen.
Der älteste erhaltene Jugendstilbau Deutschlands steht in der Maria-Theresia-Straße 27. Hier wohnte der Erfinder der Milchzentrifuge, Clemens von Bechtolsheim (1852-1930).
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Der älteste erhaltene Jugendstilbau Deutschlands steht in der Maria-Theresia-Straße 27. Hier wohnte der Erfinder der Milchzentrifuge, Clemens von Bechtolsheim (1852-1930).
So nobel residierte der Bauer Franz Kaffl 1905. Er besaß eine Ziegelei.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 So nobel residierte der Bauer Franz Kaffl 1905. Er besaß eine Ziegelei.
Blick über die Montgelasstraße nach Süden – im Hintergrund ist die Bogenhauser Kirche zu sehen. Das Foto wurde vor rund 100 Jahren aufgenommen.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Blick über die Montgelasstraße nach Süden – im Hintergrund ist die Bogenhauser Kirche zu sehen. Das Foto wurde vor rund 100 Jahren aufgenommen.
Steht leider nicht mehr: die Villa in der Höchlstraße 3 - errichtet für einen Fahrradunternehmer.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Steht leider nicht mehr: die Villa in der Höchlstraße 3 - errichtet für einen Fahrradunternehmer.
Ein Kolonialwarengeschäft in der Ismaninger Straße 102.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Ein Kolonialwarengeschäft in der Ismaninger Straße 102.
Der heutige Europaplatz um 1900. Links die Villa der Prinzregentenstraße 61 – damals im Besitz des niederländischen Konsuls. Rechts die Villa Stuck. In der Mitte: ein Radler.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Der heutige Europaplatz um 1900. Links die Villa der Prinzregentenstraße 61 – damals im Besitz des niederländischen Konsuls. Rechts die Villa Stuck. In der Mitte: ein Radler.
Das Gasthaus Ismaninger Hof um 1930 mit Festschmuck und Wirtsfamilie in der Ismaninger Straße 38. Hier konnte man ein frisches Löwenbräu trinken. Nebenan, bei Jandl & Müller, wurden Autos repariert.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Das Gasthaus Ismaninger Hof um 1930 mit Festschmuck und Wirtsfamilie in der Ismaninger Straße 38. Hier konnte man ein frisches Löwenbräu trinken. Nebenan, bei Jandl & Müller, wurden Autos repariert.
Mehr Bilder gibt es im Buch "Bogenhausen" (24,90 Euro, 204 Seiten) von Willibald Karl und Karin Pohl, erschienen im Volk Verlag, herausgegeben vom Stadtarchiv München.
Volk Verlag/Stadtarchiv 18 Mehr Bilder gibt es im Buch "Bogenhausen" (24,90 Euro, 204 Seiten) von Willibald Karl und Karin Pohl, erschienen im Volk Verlag, herausgegeben vom Stadtarchiv München.

Kaum ein Stadtteil hat seinen Charakter so sehr verändert wie Bogenhausen. In der Bilderstrecke oben finden Sie einige bislang unveröffentlichte Fotos.

Bogenhausen - Stall reiht sich an Stall. Erschiene dieser Artikel der Abendzeitung am 16. April 1814, wäre dies ein passender Einstieg. Heute würde man eher schreiben „Villa reiht sich an Villa“, um Bogenhausen gerecht zu werden.

Das Stadtviertel hat sein Gesicht verändert. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war es ein einfaches Bauerndorf jenseits der Isar.

„Erst mit der Eingemeindung 1892 entwickelte sich Bogenhausen in rasanter Geschwindigkeit zu Münchens beliebtester und bald auch nobelster Wohngegend“, schreiben die beiden Historiker Karin Pohl und Willibald Karl.

Im hochwertig produzierten Band „Bogenhausen – Zeitreise ins alte München“ (Volk Verlag, 24,90 Euro) lassen sie die Geschichte lebendig werden: mit zahlreichen, zum Teil noch nie gezeigten Aufnahmen aus den umfangreichen Fotosammlungen des Stadtarchivs. Und mit Fakten, die auch für Nicht-Bogenhauser interessant sein dürften.

Zum Beispiel über den reichen Grafen Poppo, der möglicherweise Namensgeber des Viertels ist („Häuser des Poppo“), dessen Geschichte sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. 

Aus heutiger Sicht kurios mutet auch an, dass die Gemeinde lange hoch verschuldet war und mit ihrem Ansinnen, zu München zu gehören, mehrmals abblitzte.

Eine Lehre aus der Geschichte: Wer pleite ist, kann nochmal groß rauskommen.

In der Bilderstrecke oben finden Sie einige bislang unveröffentlichte Fotos.

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