Häuser statt Herrenmode: Neues Quartier in Allach

233 Wohnungen will Christian Hirmer am nordwestlichen Stadtrand unter dem Namen "Hirmerei" bauen. Für Diskussionen sorgt der Verkehr.
| Christina Hertel
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So könnte das neue Viertel einmal aussehen.
So könnte das neue Viertel einmal aussehen. © Visualisierung: Palais Mai Architekten/Peter Scheller und Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Grabner Huber Lipp

Allach-Untermenzing - Allach bekommt ein neues Wohngebiet. An der Eversbuschstraße am nordwestlichen Stadtrand Münchens entstehen 233 Wohnungen. Der Name des Bauprojekts lautet "Hirmerei" - benannt nach dem Bauherren Christian Hirmer, der eigentlich bekannt ist für sein Herrenmode-Geschäft.

550 Menschen sollen in der neuen Siedlung leben

Der Stadtrat erteilte diesen Mittwoch für die neue Siedlung südlich des S-Bahnhofs Karlsfeld den Aufstellungsbeschluss. Voraussichtlich werden hier einmal rund 550 Menschen leben. Die Pläne sehen im Osten fünfgeschossige, im Westen viergeschossige Wohnungen mit Innenhöfen in der Mitte vor. Oben auf den Dächern soll es Gärten geben. Und unten im Erdgeschoss sind eine Kita, Gastronomie und Gemeinschaftsräume geplant. Insgesamt hat das Areal etwa eine Größe von 2,3 Hektar.

Geplant sind Innenhöfe für die Hausgemeinschaft.
Geplant sind Innenhöfe für die Hausgemeinschaft. © Visualisierung: Palais Mai Architekten/Peter Scheller und Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Grabner Huber Lipp

Ein Streitpunkt ist der Verkehr

Diskussion gab es im Stadtrat vor allem zum Thema Verkehr. Denn Grüne und SPD forderten, eine 20 Meter breite Trasse zwischen dem Planungsgebiet und der Bahnlinie dauerhaft als Grünfläche zu erhalten. Allerdings wünschen sich dort viele eine weitere Straße, um die Eversbuschstraße zu entlasten. Momentan sei es für Kinder nicht sicher, die Grundschule zu erreichen, sagte Stadträtin Heike Kainz (CSU). "Verkehr wird es immer geben." Deshalb seien leistungsfähige Straßen notwendig. Die Grünen sehen dies anders. Statt weitere Straßen wollen sie ein Mobilitätskonzept, das das Ziel hat, den Autoverkehr und den Parkplatzbedarf zu reduzieren.

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Ist Streit vorprogrammiert?

Alexander Reissl warnte, dass die Grünen nicht die Realitäten verkennen sollten: "Wir sind am Stadtrand. Da sind die Lebens- und Wohnbedingungen andere." In einem Wohngebiet ohne Arbeitsplätze würden immer Autos fahren. Wenn die Stadt keine Parkplätze schaffe, würden die Bewohner letztlich in den Nachbarsiedlungen parken - Streit sei da programmiert, glaubt Reissl. Ähnliche Diskussionen führte der Stadtrat, als er am Mittwoch beschloss, den Bebauungsplan für die Eggartensiedlung in Feldmoching, wo etwa 2.000 Wohnungen entstehen sollen, einzuleiten. Auch dieses Gebiet sei zu schlecht angeschlossen, findet Reissl: "Wenn da nicht nur Rentner, Millionäre oder Hartz-4-Empfänger wohnen sollen, müssen sie dieses Gebiet auch mal verlassen."

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