Falafel für den Frieden

Das Imbiss-Lokal „Make Falafel Not War“ serviert Klassiker der Küche aus Nahost - und regt zum Nachdenken an.
| Daniel Gahn
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Am Anfang hat Nchasi den Namen des Ladens mit Klebeband aufs Schaufenster geschrieben. "Da sind viele Leute stehengeblieben und haben ein Foto“, erzählt er lächelnd. Der Name macht Appetit aufs Nachdenken.
Daniel von Loeper 2 Am Anfang hat Nchasi den Namen des Ladens mit Klebeband aufs Schaufenster geschrieben. "Da sind viele Leute stehengeblieben und haben ein Foto“, erzählt er lächelnd. Der Name macht Appetit aufs Nachdenken.
Das Imbiss-Lokal „Make Falafel Not War“ serviert Klassiker der Küche aus Nahost.
Daniel von Loeper 2 Das Imbiss-Lokal „Make Falafel Not War“ serviert Klassiker der Küche aus Nahost.

Das Imbiss-Lokal „Make Falafel Not War“ serviert Klassiker der Küche aus Nahost.

München – Die Geschichte des Münchner Imbisses „Make Falafel Not War“ beginnt in Syrien. Salah Nchasi war gerade einmal 14 Jahre alt, als er in Damaskus seinen ersten Falafel-Imbiss eröffnete. Wobei der Begriff Imbiss ein wenig übertrieben ist, denn am Anfang war der Imbiss kaum mehr als eine zur Küche umgebaute Schubkarre.

In den Straßen der syrischen Hauptstadt verkaufte Nchasi seine Falafel, die er seit jeher nach einem Familienrezept zubereitet. Seine Falafel kamen auch dort schon richtig gut an. „Doch irgendwann kam die Polizei und hat meinen Falafel-Stand zerstört“, erinnert sich Nchasi, heute 46 Jahre alt. Da wurde ihm klar, dass er das Land verlassen musste.

Vor zehn Jahren kam er über Umwege – eine Zeit lang wohnte er in Weimar – schließlich in München an, wo er nun mit Frau und Kindern lebt. Eine Baufirma hatte er hier, doch seinen Falafel-Imbiss aus den Straßen Damaskus’ hat er nie vergessen können. Und Ende vergangenen Jahres machte Nchasi seinen Traum ein zweites Mal wahr und eröffnete einen Imbiss – diesmal nicht nur als Schubkarre, sondern einen richtigen Laden, in der Kapuzinerstraße.

Der Name macht Appetit aufs Nachdenken

„Ich habe lange überlegt, aber mir ist irgendwie kein passender Name eingefallen“, erzählt Nchasi. „Irgendwann war ich dann mit meiner Frau auf dem Weg nach Stuttgart und habe ein Schild mit der Aufschrift ‘Make Love Not War‘ gesehen.“ Am Abend kochte er und plötzlich war die Idee für seinen Imbiss geboren: Make Falafel Not War.

„Am Anfang habe ich mit Klebeband den Namen auf das Schaufenster geschrieben. Da sind viele Leute stehengeblieben und haben ein Foto vom Laden gemacht“, erzählt er lächelnd. Der Name macht Appetit aufs Nachdenken.

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In seinem Lokal macht Nchasi jeden Tag den Kichererbsenteig mit einer Gewürzmischung aus Kreuzkümmel, Nelken, roten Chilis, Koriander, Kümmel und Piment für seine Falafel frisch. Jedes einzelne Bällchen wird a la minute in Öl gebraten. Neben den Falafel (4 Euro als Sandwich) gehört Schawarma (4,50 Euro als Sandwich oder mit Falafel als gemischter Teller für 10 Euro) zu den beliebtesten Gerichten im Make Falafel Not War. Nchasi bereit das typisch arabisch Fleischgericht ganz traditionell aus Lammfleisch zu. Natürlich gibt es in dem kleinen Imbisslokal auch Klassiker der Nahost-Küche wie Hummus, Taboulé und Babaghanousch – eine Creme aus gegrillten Auberginen. Ziemlich schade, dass sich die Krise in Nahost nicht so einfach mit frischem Falafel lösen lässt.

Make Falafel Not War, Kapuzinerstraße 2, Montag bis Samstag 10.30 bis 20 Uhr

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