Drei Millionen Euro Schaden: Münchner Arzt fingiert Abrechnungen

Über Jahre hinweg soll der Mediziner bei Krankenkassen Behandlungen eingereicht haben, die nie stattgefunden haben. Insgesamt rund drei Millionen Euro ergaunerte sich der Arzt dadurch.
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Der Arzt hatte Behandlungen abgerechnet, die nie stattgefunden haben. (Symbolbild)
Der Arzt hatte Behandlungen abgerechnet, die nie stattgefunden haben. (Symbolbild) © dpa

Trudering - Auf die Spur des betrügerischen Arztes kam die Polizei durch den Hinweis eines für die Fehlverhaltensbekämpfung zuständigen Mitarbeiters einer Krankenkasse. Dieser hatte 2019 Strafanzeige gestellt.

Dem Mann war aufgefallen, dass der Mediziner mehrfach bei seiner Krankenkasse nachgefragt hatte, ob bestimmte Patienten dort noch versichert sind. Hinzu kam dann die auffällig häufige Abrechnung von ärztlichen Leistungen auf genau diese angefragten Patienten.

Krankenkassen-Mitarbeiter wird misstrauisch

Teilweise wurden auch Ersatzbehandlungsscheine mit der Behauptung angefordert, das Gerät der Praxis zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte habe nicht funktioniert. Nach der Anzeige übernahm die Arbeitsgruppe Gesundheitswesen beim Kommissariat 73 die Bearbeitung des Falls.

Die Ermittler befragten Patienten und prüften bei weiteren Krankenkassen nach. Schließlich erhärtete sich der Tatverdacht, dass Leistungen abgerechnet wurden, die tatsächlich nie stattgefunden haben. Die verwendeten Patientendaten waren in den meisten Fällen Daten von Patienten, die als sogenannte Notfallpatienten nur einmal zur Behandlung in der Truderinger Praxis des Arztes gewesen waren.

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Drei Millionen Euro erbeutet

Dadurch gelangte der Mediziner an die Daten und fingierte dann weitere abrechnungsfähige Behandlungen. Im Juni 2020 durchsuchten die Ermittler schließlich die Privat- und Praxisräume des Arztes und 
stellten zahlreiche Unterlagen, insbesondere Abrechnungsdokumente sicher.

Diese wurden nun abschließend ausgewertet. Sie zeigen, dass der Arzt Behandlungen im Wert von rund drei Millionen Euro abgerechnet hat, die nie stattgefunden haben. Das Ermittlungsergebnis wird nun der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg übermittelt, die die weitere Prüfung des Betrugsfalls übernimmt. 

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