Die Küchelbäckerstraße: Münchens Pinkelgasse

Müll, Unrat und andere Hinterlassenschaften: Die Küchelbäckerstraße ist ein Hort des Drecks. Die Stadt reinigt – doch es reicht nicht.
| Eva von Steinburg
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Siffiger Müllabladeplatz, angeblich leben hier Mäuse: Ein Teil des Müll-Depots von Basic in der Gasse.
Eva von Steinburg 3 Siffiger Müllabladeplatz, angeblich leben hier Mäuse: Ein Teil des Müll-Depots von Basic in der Gasse.
Eine Anwohnerin will solche Hinterlassenschaften in den Hauseingängen nicht länger tolerieren.
Eva von Steinburg 3 Eine Anwohnerin will solche Hinterlassenschaften in den Hauseingängen nicht länger tolerieren.
Blick in die Küchelbäckerstraße vom Basic-Supermarkt in der Westenriederstraße: Im mittleren Teil und an der Ecke zum Tal wird es ziemlich schmutzig.
Eva von Steinburg 3 Blick in die Küchelbäckerstraße vom Basic-Supermarkt in der Westenriederstraße: Im mittleren Teil und an der Ecke zum Tal wird es ziemlich schmutzig.

Altstadt - Wer "Im Tal" entlangflaniert kommt an der feinen Auslage von "Pfeifen Huber" vorbei, einem Traditionsgeschäft seit 1833. Daneben kommt die weiß blitzende Filiale der Targo Bank. Dazwischen liegt ein Problem-Gebiet: die schmale, düstere Küchelbäckerstraße. Die graue Gasse führt bis zum beliebten Basic Bio-Markt.

"Das hier ist Münchens größtes Dreckseck", beschwert sich am Dienstagabend eine Anwohnerin. Auf der Sitzung des BA Altstadt-Lehel schildert die resolute Münchnerin, die seit 50 Jahren hier wohnt, ihren großen Ärger: "Früher war hier der Fischerwirt. Das war schon immer Münchens Pinkelgasse. Heute machen Obdachlose nachts hier ihr Geschäft."

Die Straßenreinigung kommt täglich. Warum sieht man das nicht?

Beim Ortstermin am Mittwoch gibt der Marktleiter von Basic zu, dass er regelmäßig Fäkalien in der Gasse entsorge. Die Basic AG Zentrale bestätigt seine undankbare Aufgabe. Ladeninhaber Ali Sharbati, vom Schmuck und Uhren An- und Verkauf, hat seine Ladenfront zur Westenriederstraße. Er sagt: "Hier ist es viel sauberer."

Der Anwohnerin, die lieber anonym bleiben möchte, ist das aktuelle städtische Sauberkeits-Konzept für ihre Heimat-Gasse aber längst nicht genug: "Eine Grundreinigung muss her, damit die ganzen ekligen Flecken einmal verschwinden. Etwas Regen reicht da nicht. Hier gehört so richtig ordentlich in den Ecken mit Wasser und viel Druck durchgespritzt."

AZ-Kommentar - Müll an der Isar: Pfui Deifi!

Was die alte Dame auch stört: Der Bio-Supermarkt mit Eingang an der Westenriederstraße hat seine Müllsammelstelle in der Mitte der Gasse. Überdacht stehen hier die Container und Müllsäcke des Ladens. "Das Müll-Depot ist viel zu siffig. Es gibt Mäuse. Das nehme ich nicht länger hin", sagt die Frau. Denn ihr Hauseingang liegt direkt daneben.

Der Bezirksausschuss will beim Abfallwirtschaftsamt wegen einer verbesserten Reinigung nachfragen. Der Bio-Laden bekommt einen Brief. Die Bürgerin hat sich in der BA-Sitzung Luft gemacht und hofft jetzt auf eine gründliche Reinigung: "Denn es ist wirklich ein grausamer Dreck."

Bei der Frage, was die Basic AG gegen Ungeziefer unternimmt, sagt die Qualitätssicherung: "Im Außenbereich haben wir vier Ratten- und Mäuseköder-Stationen." Das Baureferat teilt auf Anfrage mit: "Die Küchelbäckerstraße wird fünf mal in der Woche gründlich gereinigt und zwei mal grob. Alle Kehrmaschinen reinigen nass." Verschmutzte Wände und Hauseingänge seien Sache der Hauseigentümer.

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