Die Händler kämpfen um ihren Platz am Rindermarkt

2017 soll das Ruffinihaus am Rindermarkt saniert werden. Dann müssen alle Läden raus. Ein neuer Vorschlag aus dem Rathaus lässt die Händler hoffen.
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Das Ruffinihaus ist ein Sanierungsfall.
AHert/Wikipedia Das Ruffinihaus ist ein Sanierungsfall.

Altstadt - Internationale Modeketten, große Warenhäuser und wenig Tradition: Nur noch vereinzelt gibt es in der Altstadt kleine, inhabergeführte Läden. Ein Kleinod des „alten“ Münchner Einkaufsgewerbes war bisher das Ruffinihaus. Ab 2017 müssen die Händler dort aber raus. Das Gebäude wird saniert. Jetzt fordert die SPD-Fraktion im Stadtrat eine Übergangslösung für die 21 Gewerbetreibenden.

Benannt ist das Prachtgebäude am Rindermarkt nach Johann Baptist Ruffini, kurfürstlicher Salzkaufmann und Hofkammerrat aus Meran. Gebaut wurde es zwischen 1903 und 1905 von Gabriel von Seidl. Und was heute als ein Haus bezeichnet wird, sind eigentlich drei, die einen Block am Rand des historischen Stadtgrabens bilden.

Es ist eine prominente Lage, in der sich auch kuriose Traditionsläden wie zum Beispiel das „Spanische Fruchthaus“ angesiedelt haben. Schon seit 1947 kommen dort Fans von getrockneten Früchten und Nüssen auf ihre Kosten. Doch nicht nur Lebensmittel werden in den kleinen Geschäften angeboten: Fotos, Elektroartikel, Bücher, Tabakwaren, Schmuck, Dessous oder das Tourismusamt finden alle in den Häusern an der Schwelle zu Marienplatz, Sendlinger Tor und Viktualienmarkt Platz.

Dass das Angebot im Ruffinihaus so vielfältig ist, hängt auch damit zusammen, dass das Gebäude der Stadt gehört und die Mieten in dem Altbau verhältnismäßig moderat sind. Das könnte sich mit dem Umbau ändern.

Im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört, wurde das historische Ensemble erst notdürftig gesichert, in den 50er Jahren wieder zusammengeflickt und letztmals 1973 und 2008 renoviert. Wie sich die Mieten auf den Flächen nach der geplanten 15-monatigen Sanierung im Jahr 2017 genau verändern werden, ist noch nicht sicher.

Klar ist nur, dass die Preise „auf jeden Fall hochgehen werden“, heißt es im Kommunalreferat. Unüblich ist aber, dass – obwohl alle Mieter bereits eine Kündigung ihres Vertrages erhalten haben – es eine Rückkehrregelung für sie gibt.

Trotzdem haben sie Angst vor Luxusmieten und dass sie durch den Umbau mit hohen Verdienstausfällen rechnen müssen. Deshalb fordert die SPD nun eine Ersatzfläche für die Einzelhändler während der Bauphase. Sie sollen etwa im Stadtmuseum oder in Containern am Straßenrand unterkommen. „Uns ist klar, dass die Gewerbeflächen im Zentrum heiß begehrt und knapp sind. Aber noch ist Zeit genug, um passende Ersatzstandorte zu suchen. Eine Interimslösung könnte zum Beispiel auf der Rückseite des Rathauses geschaffen werden, wo ein Fotogeschäft auszieht“, sagt Stadträtin Ulrike Boesser.

Verschiedene Vorschläge werden im Kommunalreferat zwar diskutiert, eine Entscheidung über eine Übergangslösung für die Händler könne aber erst fallen, wenn der Stadtrat einen Projektauftrag für die Sanierung des Ruffinihauses beschlossen habe.

Erst im Sommer steht das Thema auf der Tagesordnung des Gremiums. Die Ladenbesitzer müssen also weiterhin um ihre Existenz in der Altstadt fürchten.

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