Der Kinder wegen: Ärger um 800 Meter Umweg

Eine Grundschule wird umgebaut. Um Kinder zu schützen, müssen Radler und Fußgänger künftig eine lange Umleitung in Kauf nehmen.
| Gabriele Mühlthaler
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Die Grundschule Berg am Laim an der gleichnamigen Straße: Radler und Fußgänger dürfen an ihr künftig nicht direkt vorbei, sie müssen einen langen Umweg machen.
ho Die Grundschule Berg am Laim an der gleichnamigen Straße: Radler und Fußgänger dürfen an ihr künftig nicht direkt vorbei, sie müssen einen langen Umweg machen.

Berg-am-Laim - Weil an der Berg-am-Laim-Grundschule gebaut wird, wurden Rad- und Fußweg vor dem Gebäude gesperrt, damit die Kinder sicher ins Schulhaus gelangen. Fußgänger und Radler sollen einen sehr, sehr weiten Umweg nehmen. Jetzt ist sich der Bezirksausschuss (BA) gar nicht so sicher, ob das überhaupt funktioniert.

Der Hintergrund: Münchens größte Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße bekommt eine neue Turnhalle und ein Lernhaus. Zwei Jahre lang werden Laster ins Gelände ein- und ausfahren, direkt beim Haupteingang der Schule, den täglich 500 Kinder nutzen.

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Damit die sicher ans Ziel kommen, hat die Stadt Fuß- und Radweg vor dem Gelände komplett gesperrt. Für Fußgänger und Radler ist eine knapp 600 Meter lange Umleitung über Josephsburg- und Baumkirchner Straße vorgesehen.
Doch der Bezirksausschuss ist überzeugt: "Das funktioniert in der Praxis nicht!"

 

Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern

 

Eine Viertelstunde lang hatte Fabian Ewald (CSU) die Situation beobachtet. "Obwohl Ferien sind, wechselten zehn Radler einfach auf die Fahrbahn. Acht Fußgänger, davon zwei Kinder, liefen entlang der Baustelle auf der Fahrspur und ein Fußgänger mit Kind überquerte die Straße samt Tramgleis. Wir brauchen dringend einen provisorischen Übergang und eine deutlich bessere Ausschilderung!"

Kompromisse in Sachen Schulkinder-Sicherheit will Schulleiter Michael Hoderlein jedoch nicht machen: "Ich bin für die Kinder da. Auf andere muss ich keine Rücksicht nehmen."

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Das Stadtteilgremium aber will Sicherheit für die Grundschüler und alle anderen Verkehrsteilnehmer. "Kann die Stadt ihre eigenen Baustellen nicht ordentlich absichern? Dem V-Markt hat sie jede Menge Auflagen gemacht", schimpfte BA-Chef Robert Kulzer (SPD).

 

BA nicht angehört

 

Er ärgerte sich zudem, weil der BA im Vorfeld "dieses massiven Eingriffs in die Verkehrssituation im Stadtteil" nicht angehört wurde und nur zufällig von der Sperrung erfuhr. Die sollte ab 11. April gelten, wurde aber nach einer Nachfrage Kulzers schon am 21. März umgesetzt.

Der Bezirksausschuss fordert jetzt weiträumige Hinweisschilder mit der Umleitungsroute, die Prüfung einer provisorischen Querung der Berg-am-Laim-Straße auf Höhe der Josephsburgstraße sowie ein Tempo 30 im kompletten Baustellenbereich für beide Fahrtrichtungen – inklusive Trambahn.

 

 

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