Brutaler Raubüberfall in München: Räuber wirft mit Kasse

Brutaler Überfall auf ein Lottogeschäft in der Lindwurmstraße. Zwei Frauen werden verletzt. Die Polizei fasst den Täter auf der Flucht.
| Ralph Hub
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Susanne R. (r.) hat eine Platzwunde an ihrer rechten Stirn. Trotzdem steht sie mit ihrer Mutter Anneliese R. (57) wieder im Laden.
Hub Susanne R. (r.) hat eine Platzwunde an ihrer rechten Stirn. Trotzdem steht sie mit ihrer Mutter Anneliese R. (57) wieder im Laden.

Brutaler Überfall auf ein Lottogeschäft in der Lindwurmstraße. Zwei Frauen werden verletzt. Die Polizei fasst den Täter auf der Flucht.

Isarvorstadt – Die Tür zu dem Schreibwarengeschäft in der Lindwurmstraße fliegt am Montagnachmittag gegen 16.25 Uhr auf. Ein Mann schreit unverständliches Zeug. Dann fällt etwas scheppernd zu Boden. "Ich dachte zuerst, ein Kunde ist an der Kasse zusammengebrochen", erzählt Susanne R. (29). Die Junior-Chefin läuft sofort los: "Ich wollte helfen." Doch plötzlich steht sie einem hageren Mann gegenüber, der schon zwei oder drei Mal im Laden war – vermutlich, um das Geschäft auszukundschaften.

Der Täter hat sich die Registrierkasse geschnappt. Als er das Stromkabel abreißt, fällt ihm das Gerät auf den Boden.

Notlage ausgenutzt: Behinderte zum Stehlen geschickt

Hildegard R. (63) geht hinter der Theke in Deckung und schreit so laut sie kann um Hilfe. Er schlägt mit der Kasse nach der Frau und trifft sie dabei am Oberarm.

Als ihre Nichte Susanne sich dem Angreifer in den Weg stellt, packt er die Registrierkasse mit beiden Händen, reißt sie hoch und wirft sie nach der 29-Jährigen. Der Kasten trifft Susanne R. am Kopf und verursacht eine blutende Risswunde an ihrer rechten Stirn.

Die Polizei schnappt den Täter - mit Kasse

Anschließend rennt der Mann aus dem Laden und verschwindet im Abgang zur U-Bahnstation Goetheplatz.

Die beiden Frauen rufen die Polizei. Nicht weit weg ist die PI 14 in der Beethovenstraße. "Die Polizisten waren innerhalb weniger Minuten da und haben sofort die Verfolgung aufgenommen", erzählt Susanne R. – und tatsächlich können sie den Verdächtigen einholen. Es ist ein 39-Jähriger aus Estland. Die Registrierkasse hat er noch unter den Arm geklemmt. "Trotzdem leugnet er den Raubüberfall", sagt Susanne R., "das ist ganz schön dreist." Die Kasse hat die Polizei sichergestellt, wegen Fingerabdrücken und der Spurensicherung. Das Gerät ist völlig demoliert, offenbar hat der Räuber versucht, das Geldfach aufzubrechen. Inhalt: kaum mehr als 600 Euro.


Das Schreibwarengeschäft ist gleich neben dem Ausgang der U-Bahnstation Goetheplatz.

"Ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist", sagt Anneliese R. "Geld ist zu ersetzen, die Gesundheit meiner Tochter und meiner Schwester nicht."

Erst kürzlich gab es einen Überfall in der Lindwurmstraße

Seit elf Jahren ist der Schreibwarenladen in Familienbesitz. Anneliese R. hat hier ihre Lehre absolviert. 14 Jahre war sie damals alt. Seitdem steht sie jeden Tag im Laden. Spaß macht der Job noch immer.

Trotzdem steckt ihr der Schreck auch Tage danach noch in den Knochen. "Es war der allererste Überfall auf uns", sagt die 57-Jährige.


Das Geschäft läuft fast wieder normal.

Umso nachdenklicher macht sie, dass nur einige Hundert Meter die Lindwurmstraße runter ein Haushaltswarengeschäft überfallen und ausgeraubt wurde. Anfang Januar war das. Der Täter, ein 16 Jahre alter Schüler, ist auf der Flucht von einem Pizzabäcker aus der Nachbarschaft niedergeschlagen worden. „Da macht man sich natürlich Gedanken, wenn zwei Taten so dicht aufeinander passieren“, sagt Anneliese R.. „Glücklicherweise war die Polizei schnell zur Stelle.“

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